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Versal [ Versalien ]
Typographischer Terminus für Majuskel; Versalbuchstabe; Großbuchstabe. Plural Versalien. Semantisch von »Vers«; etymologisch vom lateinischen »versus« zu lateinisch »vertere« für »umkehren, wenden, drehen«.
In der Paläographie kennzeichnet ein Versal eine Majuskel an den Anfängen von Verszeilen. Verse haben ihren Ursprung im 9. Jahrhundert, welche zu dieser Zeit in Minuskeln geschrieben wurden. Die Bedeutung »Vers(zeile)« ist hier in metaphorischer Anlehnung an die Linie einer Ackerfurche zu verstehen, die durch das Umwenden des Pfluges beendet wird. Aus dieser Schreibweise haben sich auch die Kapitälchen entwickelt.
[T] Verwirrende Begrifflichkeit: Sowohl die Klein- als auch die Großbuchstaben eines Kapitälchenstils sind natürlich Majuskeln. In der Typographie wird aber zur besseren Unterscheidung des Kapitälchenfigurenverzeichnisses eine »große Majuskel« als »Versal« und eine »kleine Majuskel« als »Kapitälchen« bezeichnet. Ein in gemischter Schreibweise (groß/klein) gesetztes Wort besteht somit aus einem Versal und Kapitälchen.
[T] In der Typographie ist in der Regel der Plural »Versalien« gebräuchlich.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 06.03.2008
von Wolfgang Beinert
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