Gutenberg Bibel | Villardscher Teilungskanon versus Goldener Schnitt

Viele Lehrbücher, darunter auch die von Raúl Rosarivo und Jan Tschichold, propagieren die These, dass der Buchsatzspiegel der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel (um 1455) nach dem Goldenen Schnitt konstruiert wurde. Misst man jedoch ein Original nach, stellt man sehr schnell fest, dass weder das Format im Goldenen Schnitt noch der Satzspiegel nach der Fibonacci-Reihe konstruiert wurde, sondern nach dem Villardschen Teilungskanon, einem geometrischen Teilungsverhältnis aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, das nach Villard de Honnecourt (um 1230–1235) benannt wurde. Beispiel: Fibonacci-Gitter mit hinterlegter Doppelseite (35% Deckkraft) der Gutenberg Bibel aus der Staatsbibliothek zu Berlin.

Vie­le Lehr­bü­cher, dar­un­ter auch die von Raúl Rosa­ri­vo und Jan Tschi­chold, pro­pa­gie­ren die The­se, dass der Buch­satz­spie­gel der 42-zei­li­gen Guten­berg-Bibel (um 1455) nach dem Gol­de­nen Schnitt kon­stru­iert wur­de. Misst man jedoch ein Ori­gi­nal nach, stellt man sehr schnell fest, dass weder das For­mat im Gol­de­nen Schnitt noch der Satz­spie­gel nach der Fibo­nac­ci-Rei­he kon­stru­iert wur­de, son­dern nach dem Vil­lard­schen Tei­lungs­ka­non, einem geo­me­tri­schen Tei­lungs­ver­hält­nis aus der ers­ten Hälf­te des 13. Jahr­hun­derts, das nach Vil­lard de Hon­ne­court (um 1230–1235) benannt wur­de. Bei­spiel: Fibo­nac­ci-Git­ter mit hin­ter­leg­ter Dop­pel­sei­te (35% Deck­kraft) der Guten­berg Bibel aus der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin.

Vie­le Lehr­bü­cher, dar­un­ter auch die von Raúl Rosa­ri­vo und Jan Tschi­chold, pro­pa­gie­ren die The­se, dass der Buch­satz­spie­gel der 42-zei­li­gen Guten­berg–Bibel (um 1455) nach dem Gol­de­nen Schnitt kon­stru­iert wur­de. Misst man jedoch ein Ori­gi­nal nach, stellt man sehr schnell fest, dass weder das For­mat im Gol­de­nen Schnitt noch der Satz­spie­gel nach der Fibo­nac­ci-Rei­he kon­stru­iert wur­de, son­dern nach dem Vil­lard­schen Tei­lungs­ka­non, einem geo­me­tri­schen Tei­lungs­ver­hält­nis aus der ers­ten Hälf­te des 13. Jahr­hun­derts, das nach Vil­lard de Hon­ne­court (um 1230–1235) benannt wur­de. Bei­spiel: Fibo­nac­ci-Git­ter mit hin­ter­leg­ter Dop­pel­sei­te (35% Deck­kraft) der Guten­berg Bibel aus der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin. Info­gra­fik: www​.typo​l​e​xi​kon​.de