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Wortzwischenraum
Typographischer Terminus für den nichtgedruckten Teil zwischen zwei Wörtern; auch als Wortabstand und im materiellen Schriftsatz als Ausschluß bezeichnet. Ein optimaler Wortzwischenraum unterstützt den Fixationsprozess und dient somit der Lesbarkeit einer Schriftsatzarbeit.
Wortzwischenräume werden durch Wordabstands-Kerningtabellen (Kerning) reguliert, die bei qualitativ hochwertigen Fonts eingebetet sind. Des weiteren können Wortabstände in allen professionellen Schriftsatzprogrammen, beispielsweise in Adobe InDesign ®, an die individuellen Rahmenbedingungen angepasst werden. Manuell werden Wortzwischenräume durch das Spationieren und Unterschneiden der Leerraumzeichen bzw. der Vor- und Nachbreiten der betreffenden Buchstaben manipuliert (Optischer Schriftweitenausgleich). Wortzwischenräume werden in der relativen Maßeinheit Geviert gemessen.
[T] Um eine Schrift in den Einstellungen eines Schriftsatzprogramms zu kalibrieren, gilt die alte Faustregel: Der Wortzwischenraum hat die Breite der Punze »n«.
[T] Das dynamische Spektrum der Wortzwischenräume beeinflusst das Umbruchverhalten einer Schrift.
[T] Bis in die 1970er Jahre wurde in der typographischen Literatur, z.B. in der von Jan Tschichold (19021974), die Formulierung »tadelloser Ausschluß« verwendet. Heute könnte man diese Begrifflichkeit als »idealer Wortzwischenraum« bezeichnen.
[T] Um einen tadellosen Ausschluß bzw. Wortzwischenraum zu erzielen, stehen dem Typographen fünf mikrotyprographische Interventionen zur Verfügung: Die Laufweite der Schrift, der prozentuale Wortzwischenraum, der individuelle Wortzwischenraum, der Schriftgrad und die Silbentrennung.
[T] Der Wortzwischenraum innerhalb eines Blocksatzes muss grundsätzlich handkorrigiert werden. Blocksatz, der nur automatisch generiert wurde, weist in der Regel zu große und zu unregelmäßige Wortzwischenräume auf, so genannte Gießbäche. Ausschließlich automatisch generierter Blocksatz gilt in der Mikrotypographie als unästhetisch und schlecht lesbar.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 16.01.2012
von Wolfgang Beinert
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