Werksatz

1. Satzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei

Gewerbespezifischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (Bleisatz) für eine Hand- und/oder Maschinensatzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei, die für den Schriftsatz regelmäßiger Druckwerke, sogenannte Periodika, zuständig war. Dazu zählten beispielsweise Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften. Das Pendant zum Werksatz ist der Akzidenzsatz

Semantisch rührt »Werk« von »Werke«, einem althergebrachten gewerbesprachlichen Synonym für »Bücher«. »Werkdruck« meint also in seiner ursprünglichen Form den »Buchdruck«.

Ehemals große Verlagsdruckereien, z.B. die Presse-Druck- und Verlags-GmbH in Augsburg (Augsburger Allgemeine), waren bis in die 1990er Jahre noch in Werkdruckerei nebst Werksatz und Akzidenzdruckerei nebst Akzidenzsatz unterteilt. 

Im Werksatz verwendete Druckschriften wurden als »Werksatzschriften« oder »Werkschriften« bezeichnet. Diese Textschriften für den Mengensatz wurden im gewerbespezifischen Sprachschatz von Schriftsetzern und Druckern auch als »Brotschriften« bezeichnet. 

2. Mengenschriftsatz

Bezeichnung für den Mengenschriftsatz, z.B. für Nachschlagewerke, wissenschaftliche Fachbücher, belletristische Reihen, Großeditionen oder Hauszeitschriften. Gegenwärtig wird die Bezeichnung Werksatz nur noch selten von Druckereien, Corporate Publishing Agenturen und Verlagsherstellern verwendet. 

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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