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Über Typolexikon

Wolfgang Beinert ist Grafikdesigner, Typograf, Dozent sowie der Herausgeber von Typolexikon.de. Er wurde für seine »moderne und dennoch zeitlose Typografie« [Graphis, New York] und seine »außergewöhnlichen Gestaltungslösungen« [DesignNET, Seoul] bereits vielfach international ausgestellt und ausgezeichnet; so beispielsweise mit den Design Awards des Tokyo Type Directors Club, Art Directors und Type Directors Club of New York oder dem red dot: best of the best. Das Goethe-Institut widmete ihm 2001 als ersten Kommunikationsdesigner eine Retrospektive. 2002 wurde Wolfgang Beinert vom US-amerikanischen Designmagazin »Graphis« zu den wichtigen europäischen Grafikdesignern gezählt. Zu seinen Auftraggebern zählen beispielsweise die Vogue, die Büttenpapierfabrik Gmund, BMW, Mercedes-Benz, Leica, Chanel, die Max-Planck-Gesellschaft, der Club of Rome, das Goethe-Institut, die Tate, J. C. Flowers & Company, das British Council und amnesty international.

Urheberrecht für Schriften und Mythos Schriftsoftware

Eine kritische Anmerkung von Wolfgang Beinert zum vermeintlichen Urheberrecht und der Nutzung von Schriften.

Ausgangssituation

Seit längerer Zeit versuchen Font Foundries und Schriftenhändler durch massive PR- und Lobbyarbeit den Eindruck zu erwecken, dass Schrift kraft Gesetz durch Urheberrechte oder sonstige Persönlichkeits- oder Leistungsschutzrechte, ähnlich wie Musik oder bildende Kunst, geschützt und geregelt wären.

Des Weiteren behaupten Font Foundries und deren Lobbyisten, dass es sich bei Fonts um »Software« handeln würde. In guter alter GEZ-Manier versuchen sie, Designer, Agenturen, Webentwickler und ihre Auftraggeber – ja selbst Studenten – systematisch mit ihren Betrachtungsweisen zu indoktrinieren und schlussendlich zu verunsichern. Unlautere Stereotypen scheinen heute zur PR- und Marketingstrategie zu gehören.  Urheberrecht für Schriften und Mythos Schriftsoftware weiterlesen

Exlibris

Buchbesitzzeichen; Bücher- oder Bibliothekszeichen; typografisches oder/und grafisches Bucheignerzeichen oder -geberzeichen. In ein Buch geklebtes, drucktechnisch vervielfältigtes, kleinformatiges (Papier-)Blättchen, das auf den Besitzer des Buches hinweisen soll. Alternative Schreibweise »Ex Libris«. Exlibris weiterlesen

Opazität

Unter Opazität wird in der Papierherstellung, im Druckwesen und der Typografie die Lichtundurchlässigkeit von grafischen Papieren und Kartonagen verstanden. Auch als »Papieropazität« bezeichnet. 

Das Pendant zur Opazität (auffallendes Licht) ist die »Transmission« bzw. die »Transparenz« (durchgelassenes Licht). Opazitätswert und Transmissionsgrad stehen in unmittelbaren Zusammenhang. Da aber in gewerblichen Hauptdruckverfahren nach DIN 16500, z.B. im Offsetdruck, bei grafischen Druckpapieren die Undurchlässigkeit wichtiger als die Durchlässigkeit von Licht ist, spricht man primär von der Opazität. Opazität weiterlesen

TrueType Font

In der Informationstechnik (IT) und in der Typografie versteht man unter einem »TrueType Font« einen digitalen, vektorbasierenden Zeichensatz (Computerschrift), beispielsweise in Form einer Alphabetschrift, der auf einem Computer (z.B. PC oder Smartphone) sowie dessen Peripheriegeräten (z.B. Monitor, Beamer oder Laserdrucker) als grafisches Zeichensystem zur Visualisierung von Informationen dient; Abk. »TrueType«; Suffix ».ttf«. TrueType Font weiterlesen

Font Hinting

Terminus aus der Informatik (Computer Science) und der digitalen Schriftgestaltung (Type Design) für das Einbetten von »Hints« in Outline Font Files, einer Methode zur Interpolation von digitalen Schriften, um diese am Bildschirm in Lesegrößen deutlicher darzustellen. Etymologisch aus dem Englischen »Font« für »Schrift, Zeichensatz« und »hint« für »Wink, Anspielung, Hinweis«. Gewerbespezifische Abk. »Hinting«; eng. »Hints«. Font Hinting weiterlesen

Baskerville, John

Englischer Typograf und Emailliertechniker. Geboren 1706 zu Wolverley in der englischen Grafschaft Worcester, gestorben 1775. 1726 ließ sich der ausgebildete (Grab-) Steinschneider John (Johannis) Baskerville als Schreiblehrer und Graveur in Birmingham nieder, wo er ab 1738 ein Lackierunternehmen betrieb, das auf Japanlack spezialisiert war. Sein Erfindungsgeist revolutionierte die Emailliertechnik und er machte ein Vermögen mit der Herstellung von diversen Haushaltsgegenständen.  Baskerville, John weiterlesen

Font

In der Informationstechnik (IT) Abkürzung für »Computer Font«; dt. »Computerschrift«; digitaler Zeichensatz, beispielsweise in Form einer Alphabetschrift, der auf einem Computer sowie dessen Peripheriegeräten als grafisches Zeichensystem zur Visualisierung von Informationen dient. In der Typografie wird der Anglizismus »Font« als digitaler Pendant zu einer physischen Drucktype verstanden, als eine digital reproduzierbare Bildschirmschrift (Screen Font) bzw. Druckschrift (Werksatzschrift).

Font weiterlesen

Rohrfeder

Pflanzliches Schreibwerkzeug, welches u.a. aus dem Stängel des Papyrus (Cyperus papyrus), Schilfrohr (Phragmites australis), Bambus (Bambusoideae) oder Kalmus (Acorus calamus) hergestellt wird. Auch als »Kalamos« (von altgr. »Kalamoi«), »Calmus« (von lat. »calamus«) oder »Qalam« (von arb. »qalam«) bezeichnet. Rohrfeder weiterlesen

Typometrie

1. Geometrische Konstruktion von Schriftzeichen

Unter Typometrie versteht man heute die euklidisch-geometrische Konstruktion von Schriftzeichen. Letternvermessung; Zeichen(geo)metrie, Letternarchitektur. Segment der Schriftgestaltung (Schriftentwurf, Type Design), welches die gestaltlichen Gesetzmäßigkeiten und Größenbeziehungen (Proportionen) zwischen Linien, Schriftlinien und Flächen behandelt, die zur Konstruktion von Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen – unabhängig von den Spezifika der Schriftklassifikation – notwendig sind. Typometrie weiterlesen

Pica und Pica Point

Pica ist ein typografisches Maßsystem aus den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), mit dem der Schriftgrad einer Werksatzschrift oder Akzidenzschrift  bzw. auch Längen und Größen von Flächen sowie Abstände, z.B. Zeilenabstände, gemessen werden können.

»Pica« ist einerseits ein übergeordnetes »Mittel« aus Zeiten des materiellen Schriftsatzes (z.B. Bleisatz), also der Name eines bestimmten Schriftgrades mit einer Kegelgröße von 4,2 mm (gerundet), der »Pica Point« hingegen eine typografische Maßeinheit, wobei 1 Pica genau 12 Pica Points entspricht. Pica und Pica Point weiterlesen

Kapitälchen

Großbuchstabenschrift; deutsches Diminutiv zu »Kapitale« in der Bedeutung von Majuskelschrift, analog zur lateinischen »Capitalis«; engl. »Caps«. Schriftstil, dessen Majuskelalphabet aus Großbuchstaben (Majuskeln) von der Grundlinie (Schriftlinie) zur H-Linie (Majuskelhöhe oder Versalhöhe) und dessen Minuskelalphabet aus kleineren Großbuchstaben (Kapitälchen) von der Grundlinie zur x-Linie besteht.  Kapitälchen weiterlesen

Anschnittmarke

Im grafischen Druckgewerbe und in der Typografie sind Anschnittmarken Markierungen in Form von feinen horizontalen und vertikalen Linien, die den Anschnitt bzw. die Beschnittzugabe einer Drucksache, z.B. einer Postkarte, eines Flyers oder die Seiten eines Geschäftsberichts, auf einem Druckbogen kennzeichnen. Anschnittmarken zählen zu den Druckmarken. Sie werden auch als »Beschnittzugabenmarken« bezeichnet.  Anschnittmarke weiterlesen

Renaissance-Antiqua

Schriftart; Schriftuntergruppe, die im Sinne der typografischen Schriftklassifikation in der Schriftgattung der Antiqua-Schriften zur Hauptschriftgruppe der Antiquas zählt; rundbogige Druckschrift römischen Ursprungs mit Serifen. Auch als »Mediaeval« (lt. »mediaeval« für »mittelalterlich«) bzw. »Mediäval«, im angelsächsischen Sprachraum als »Old Style« oder »Old Face« bezeichnet. Renaissance-Antiqua weiterlesen

Fraktur

Die Frakturschrift ist eine Hauptschriftgruppe, die im Sinne der Schriftklassifikation mit römischer Alphabettradition zu der Schriftgattung der »Gebrochenen Schriften« zählt. Auch als »Deutsche Schrift«, im englischsprachigen Raum mehrdeutig auch als »Gothic«, »Old English» oder als »Blackletter« bezeichnet.

Die Fraktur war über 400 Jahre im Wesentlichen die Buch- und Verkehrsschrift der Deutschen und bis 1941 die offizielle Amtsschrift im »Deutschen Reich«. Als Schöpfer der ersten reinen »fractura germanica« (1507) gilt der Augsburger Kalligraph und Benediktinerpater Leonhard Wagner (1453–1522). Fraktur weiterlesen

Druckmarken

Druckmarken werden im grafischen Druckgewerbe und der Typografie verwendet, um Druckdaten (z.B. PDF® Files), Druckvorlagen (z.B. Lithofilme), Druckformen (z.B. Offsetdruckplatten), Proofs (z.B. Digitalproofs) oder Druckbögen (z.B. Druckpapierbögen) zu kennzeichnen. Sie dienen im Ein- und Mehrfarbendruck dazu, passgenau zu layouten, zu montieren, zu drucken, zu falzen, zu schneiden, zu kontrollieren und den Workflow zu optimieren. Druckmarken weiterlesen

Passermarke

Im grafischen Druckgewerbe und in der Typografie versteht man unter Passermarke eine Markierungen in digitalen Druckdaten (z.B. PDF® Files), auf Druckvorlagen (z.B. Lithofilme), auf Druckformen (z.B. Offsetdruckplatten), Proofs (z.B. Digitalproofs) oder Druckbögen (z.B. Druckpapierbögen) in Form eines feinen Fadenkreuzes. Auch als »Passkreuz« bezeichnet; Abk. »Passer«. Passermarke weiterlesen

Unicode

Unicode® ist ein weltweiter, plattformunabhängiger Zeichenkodierungsstandard für Computer Software und Font Files (z.B. OpenType TrueType flavoured Fonts), in dem langfristig für jedes Sinn tragende Schriftzeichen oder Textelement aller bekannten Schriftkulturen und Zeichensysteme, beispielsweise für Logogramme (z.B. Pictogramme, Ideogramme), Phonogramme (z.B. Syllabogramme, Alphabete) oder Sonderzeichen (z.B. Interpunktionszeichen), ein digitaler Code festgelegt wird, um die Verwendung unterschiedlicher und inkompatibler Kodierungen in verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen zu beseitigen. Der Unicode® wird fortlaufend ergänzt. Unicode weiterlesen

Systemschriften

Bezeichnung für Screen Fonts (Bildschirmschriften), die ein Betriebssystem (OS Operating Systems, z.B. Microsoft Windows® oder Apple macOS®) eines Mikrocomputers (PC, Smartphone, Tablet, Watch etc.) sowie dessen Anwendersoftware (z.B. Textverarbeitungsprogramme, Web Browser oder E-Mail Clients) im Rahmen der visuell basierenden Benutzerkommunikation (z.B. über LCD-Monitore, Multi-Touch Displays oder sonstige optische Interfaces) benötigt. Auch als Systemschriftarten, System Fonts oder Interface Fonts bezeichnet. Systemschriften weiterlesen

Linien

In der Typografie wird der Begriff »Linie« in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Primär wird im Schriftsatz und in der Typometrie darunter eine gerade oder gekrümmte Verbindung zwischen zwei Punkten verstanden. Darüber hinaus werden im Schriftsatz auch illustrative Zier- und Schmucklinien zu den Linien gezählt, die auf den ersten Blick wenig mit einer geodätischen Linie gemein haben.  Linien weiterlesen

Font Foundry

Anglizismus für »Schriftenhaus«; Synonym »Type Foundry« ggf. auch »Type Library«; Plural »Font Foundries«. Handelsunternehmen, das eigene und/oder Fonts (Schriften) anderer Schriftenhersteller bzw. Type Designer (Schriftgestalter) vertreibt; Etymologisch entlehnt aus dem Englischen »Font« für »Schrift, Zeichensatz« und »Foundry« für »Gießerei«; zu Deutsch »Schriftgießerei«, was wiederum eine gewerbespezifische Bezeichnung aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für ein Unternehmen ist, das physische Druckschriften, z.B. Buchstaben aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung oder Zierrat aus Kupferlegierungen (Messinglinien, Alineas etc.), herstellte und bis Ende der 1970er Jahre in der Regel pro Kilo und als Meterware an Offizinen verkaufte. Font Foundry weiterlesen

Alinea

1. Typografischer Terminus für Schmuckzeichen, Zierstücke, Schlußstücke (z.B. die Kalliope), Vignetten (Rebranken), Englische Linien und Schlusslinien (siehe Linien) zur Textabtrennung bzw. Textgliederung und Raumaufteilung. Im materiellen Schriftsatz (Bleisatz) gehörten – ggf. bis auf die Vignetten – Alineas zum »Zierrat« und wurden in der Regel bei den Akzidenzschriften aufbewahrt.

Das prominenteste Alinea dürfte in der Kalligraphie und in der Typografie das Hedera- bzw. Aldusblatt sein. Alinea weiterlesen

Aldusblatt

Blumenartiges Alinea; einzelnes Zierornament in Form eines herzförmigen Efeublattes; Schmuckzeichen; dekorative Glyphe im Zeichensatz eines Fonts. Der Terminus »Aldusblatt« ist ein Synonym für das »Hederablatt« (lat. »Hedera« für »Efeu« bzw. »hedera folium« für »Efeublatt«); Hedera-Zeichen; Kurzform Hedera. Umgangssprachlich auch als  »Druckerherz« oder »Druckerblume« bezeichnet.

Aldusblatt weiterlesen

Lesbarkeit

Unter »Lesbarkeit« – oft auch als »Leserlichkeit« bezeichnet – wird im Segment der Lesetypografie die optimale makrotypografische und mikrotypografische Aufbereitung eines Schriftsatzes verstanden, den ein Rezipient (Leser) auch beim Erfassen längerer Textpassagen, beispielsweise in einem Buch, einer Zeitung, einem Geschäftsbericht oder auf einer Website, als angenehm, richtig und als nicht störend empfindet.  Lesbarkeit weiterlesen

Epigraphik

Disziplin der historischen Hilfswissenschaften, die sich der Erforschung von in Stein gemeißelten Lapidarschriften, beispielsweise der Capitalis Monumentalis und allen Formen von Inschriften (z.B. auf Grabsteinen) mit repräsentativem Charakter widmet. Inschriftenkunde; Allograph »Epigrafik«. Etymologisch von altgr. »ἐπιγραφή« zu »epigraphē« für »Inschrift, Aufschrift«. Epigraphik weiterlesen

Webfonts

Bezeichnung für einen auf Hyper Text Markup Language (HTML/XHTML) basierenden Font, dessen typometrische Klassifikationsmerkmale von Webbrowsern (Softwareprogramme zur Darstellung von Webseiten, z.B. Internet Explorer®, Safari®, Google Chrome® oder Firefox®) – unabhängig vom verwendeten Betriebssystem – mehr oder weniger schriftstilnah interpretiert werden kann. Webfonts weiterlesen

Bundsteg

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung für den inneren, also den rechten Innenrand der Versoseite bzw. den linken Innenrand der Rectoseite eines Buches oder einer buchähnlichen Produktion; unbedruckter Raum zwischen Kolumne bzw. Satzspiegel und der Symmetrieachse des Buches.  Bundsteg weiterlesen

Kopfsteg

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung für den oberen Rand einer Buchseite oder einer buchähnlichen Produktion, also dem unbedruckten Raum zwischen Kolumne bzw. Satzspiegel und dem oberen Beschnitt (Papierrand). Kopfstege werden im Buchsatzspiegel bzw. Gestaltungsraster dokumentiert.  Kopfsteg weiterlesen

Fußsteg

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung für den unteren Rand einer Buchseite oder einer buchähnlichen Produktion, also dem unbedruckten Raum zwischen Kolumne bzw. Satzspiegel und dem unteren Beschnitt (Papierrand). Fußstege werden im Buchsatzspiegel bzw. Gestaltungsraster dokumentiert.  Fußsteg weiterlesen

Außensteg

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung für den äußeren, also den linken Außenrand der Versoseite bzw. den rechten Außenrand der Rectoseite eines Buches oder einer buchähnlichen Produktion; unbedruckter Raum zwischen Kolumne bzw. Satzspiegel und dem äußeren Beschnitt (Papierrand). Auch als Seitensteg bezeichnet. Außenstege werden im Buchsatzspiegel bzw. Gestaltungsraster dokumentiert. Außensteg weiterlesen

Konsultationsgrößen

Typografische Typifikation für Schriftgrade von Textschriften mit oder ohne Serifen, die in gewerblichen Druckverfahren (z.B. Hauptdruckverfahren nach DIN 16500) beispielsweise für Fußnoten, Marginalien, Legenden, Allgemeine Geschäftsbedingungen oder im Allgemeinen für »Kleingedrucktes« verwendet werden; Schriftgradzuordnung von Druckschriften für Leseabstände im Nahbereich. Konsultationsgrößen weiterlesen

Display

1. Optische Größe »Display«

Typografischer Terminus für die »Optische Größe« (optical sizes) einer Schriftstilvariante einer klassischen Antiqua Schrift mit oder ohne Serifen, die in ihrer Typometrie speziell für große Schriftgrade ausgelegt ist, beispielsweise für Headlines in Anzeigen, für Plakate oder für Orientierungs- und Leitsysteme. Auch als Ferngrößen, ehemals als Plakatgrößen bezeichnet. Display weiterlesen

Lesegrößen

Typografische Typifikation für Schriftgrade von Textschriften mit oder ohne Serifen, die bei ausreichender Leseschärfe (Minimum legibile) beim Erfassen längerer Textpassagen im Nahbereich erfahrungsgemäß als sinnvoll erachtet werden, um damit die Lesbarkeit eines Schriftsatzes bestmöglich zu gestalten; Schriftgradzuordnung von Druckschriften für Leseabstände im Nahbereich. Lesegrößen weiterlesen

Splendid

1. Splendid bei Zeilenabständen

Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz) für einen sehr weiten Zeilenabstand (ZAB), bei dem das »Durchschießen« aus der Kegelhöhe (siehe Schriftkegel) plus dem »Einraffen« von Blindmaterial bzw. Füllstücken, z.B. Regletten, erfolgt. Auch als »Stark durchschossener Satz« oder »Splendider Satz« bezeichnet. Splendid weiterlesen

Kompress

1. Kompress bei Zeilenabständen

Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz) für einen engen Zeilenabstand (ZAB), bei dem das »Durchschießen« nach der reinen Kegelhöhe (also Kegel an Kegel) ohne »Einraffen« von Blindmaterial bzw. Füllstücken, z.B. Dünnstege (Regletten), erfolgt. Auch als »Undurchschossen« oder »Satz ohne Durchschuss« bezeichnet; alte deu. Schreibweise »kompreß«. Kompress weiterlesen

Durchschießen

1. Durchschießen und Durchschossen bei Zeilenabständen

Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für das Proportionieren des Zeilendurchschusses bzw. Zeilenabstandes eines Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz). Durchschießen weiterlesen

Zeilendurchschuss

1. In der gegenwärtigen Terminologie der Typografie: Distanz zwischen zwei oder mehreren untereinander folgenden Zeilen; Abkürzung »Durchschuss«. Im Gegensatz zum Zeilenabstand (ZAB) bezieht sich der Zeilendurchschuss jeweils von der Unterkante der p-Linie (Unterer Scheitel der Unterlänge) zur Oberkante der H- bzw. k-Linie (Oberer Scheitel der Oberlänge) eines Buchstabens in der nächstfolgenden Zeile (siehe auch Schriftlinien).  Zeilendurchschuss weiterlesen

Tschichold, Jan

Deutscher und Schweizer Grafikdesigner, Typograf, Schriftgestalter, Kalligraph, Lehrer und Fachbuchautor. Geboren am 2. April 1902 in Leipzig (Sachsen) als Sohn von Franz und Maria Tzschichhold. Geburtsname »Johannes Tzschichhold«. Gestorben am 11. August 1974 in Locarno (Circolo di Locarno) im Kanton Tessin in der Schweiz.

Jan Tschichold zählt zu den populären Theoretikern der lateinisch geprägten Typografie des 20. Jahrhunderts; er gilt als Meister der traditionellen typografischen Praxis, insbesondere der Buch- und Lesetypografie. Tschichold, Jan weiterlesen

Maßsysteme und Maßeinheiten

In der Typografie und im Grafikdesign werden unterschiedliche Maßsysteme bzw. deren Maßeinheiten verwendet, um die einzelnen Bestandteile eines Layouts, beispielsweise bedruckte und unbedruckte Flächen, Abstände, Elemente, Schriftgrade, Dickten oder Schriftlaufweiten zu bemessen, zu gliedern und zu ordnen. Ein Maßsystem ist folglich eine nach einem bestimmten Prinzip gegliederte, geordnete Zusammenstellung bzw. Zusammenfassung von physikalisch oder virtuell genutzten Maßeinheiten. Maßsysteme und Maßeinheiten weiterlesen

Schreibschriften

In der Typografie sind »Schreibschriften« ein Sammelbegriff für dekorative Druckschriften und Screen Fonts, die in ihrer Formgebung (Typometrie) auf einer kalligraphischen Schönschrift (siehe Kalligraphie) oder Handschrift beruhen bzw. um Schriften, die per Hand (Handcrafted) gezeichnet und so belassen, z.B. als TrueType Fonts, digitalisiert wurden. Im angelsächsischen Sprachraum als »Script Fonts«, abgekürzt als »Script« bezeichnet.
Schreibschriften weiterlesen

Typograf/in

Der Terminus Typograf bzw. Typografin wird heute überwiegend als periphere Bezeichnung für eine Person verwendet, die sich professionell mit dem materiellen oder digital reproduzierbaren Schriftbild als solchem beschäftigt, beziehungsweise sich mit der theoretischen oder angewandten Typografie handwerklich, gestalterisch, technisch oder philologisch befasst.  Typograf/in weiterlesen

Berthold, Hermann

Typograf, Galvaniseur und Unternehmer. Hermann Berthold wurde am 19. August 1831 als Sohn eines Kattundruckers in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zum Präzisions-Werkzeugmacher beschäftigte sich Berthold intensiv mit der innovativen Technik der Galvanographie, einem 1840 vom Münchener Naturwissenschafter, Mineralogen und zu jener Zeit sehr bekannten bayrisch-pfälzischen Mundartdichter Franz von Kobell (1803–1882) entwickelten neuen Verfahren zur Herstellung von Kupferdruckplatten. Berthold, Hermann weiterlesen

Meier, Hans Eduard

Schweizer Schriftgestalter, Kalligraph, Typograf und Grafikdesigner. Geboren am 30.12.1922 in Horgen bei Zürich. Gestorben 15.7.2014 in Obstalden. Nach Beendigung der Grundschule Ausbildung zum Handschriftsetzer. Im Anschluss Besuch der Fachklasse für Grafik an der Kunstgewerbeschule Zürich. Danach freiberufliche Tätigkeit als Grafikdesigner für Industrie, Verlage und Kulturevents. Meier, Hans Eduard weiterlesen

Typografie

Kulturhistorisch betrachtet umfasst dieser Begriff im ursprünglichen Sinne der Renaissance sämtliche Bereiche der »Buchdruckerkunst«, in der Frührenaissance auch »Deutsche Kunst« oder »Schwarze Kunst« genannt, vom konkreten Druckschriftentwurf (Typometrie) über den Letternguß und die verschiedenen Methoden zur drucktechnischen Schriftvervielfältigung bis hin zur formalen Gestaltung von Druckwerken. Typografie weiterlesen

Vorklassizistische Antiqua

Schriftart; Schriftuntergruppe, die im Sinne Schriftklassifikation zur Schriftgattung (Hauptschriftgruppe) der Antiqua-Schriften gehört; rundbogige Druckschrift römischen Ursprungs mit Serifen. In der deutschen typografischen Literatur auch als »Barock Antiqua«, »Übergangsantiqua« oder »Halbmediäval«, im englischsprachigen Raum (GB, USA etc.) als »Transitional« (British Standards, 1967), in Frankreich als »Réales« (Maximilien Vox, 1963) und in Italien als »Transizionali« (Novarese und Pellitteri, 1965) bezeichnet.

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Fußnote

Eine Fußnote ist eine Anmerkung, Legende, Bemerkung, Quellenangabe, Übersetzung oder weiterführende Erklärung zu einem Wort oder einer Textpassage. Sie wird – im Gegensatz zu Marginalien und Endnoten – am Fuß der gleichen Seite, meist in einem kleineren Schriftgrad, in einer sogenannten Konsultationsgröße, an die Textkolumne (Haupttext) angehängt.  Fußnote weiterlesen

Egyptienne

Hauptschriftgruppe und Schriftuntergruppe (Schriftart), die im Sinne der typografischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Antiqua-Schriften gehört. Rundbogige Screen- und Druckschrift römischen Ursprungs mit betonten, teils blockartigen Serifen; auch als »Serifenbetonte Antiqua« bzw. reine Egyptiennes als »Serifenbetonte Linear Antiqua«, im englischsprachigen Raum als »Slab Serif«  bezeichnet. Egyptienne weiterlesen

Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung DIN 5008

Deutsche Norm für die schematische und textliche Gestaltung von Schriftsätzen mittels alphanumerischer Tastaturen für die Daten- und Textverarbeitung, die durch das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) erstmals 1949 unter dem Titel »Regeln für Maschineschreiben« standardisiert und zuletzt im April 2011 unter dem Titel »Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung« dokumentiert wurde. Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung DIN 5008 weiterlesen

Arabische Ziffern

Die »Arabischen Ziffern« (typografische Bezeichnung) bzw. die »Indo-Arabischen Ziffern« (mathematische Bezeichnung) 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 0 lösten mit Beginn des 13. Jahrhunderts in Westeuropa die Römischen Zahlen sukzessive ab und ermöglichten durch ihre wesentlich einfachere und übersichtlichere Schreibweise – und natürlich der Null – die Weiterentwicklung der komplexen Mathematik und der Naturwissenschaften. Arabische Ziffern weiterlesen

Grafikdesign

Begriff für die grafische Gestaltung von materiellen oder virtuellen (computergenerierten) zweidimensionalen Flächen, visuellen Publikationsmedien und Informationsträgern mittels Typografie, Bild, Farbe und Material. Grafikdesign ist ein Medium, Sprache und Gedanken visuell darzustellen sowie theoretische Zusammenhänge sichtbar, lesbar und augenscheinlich vermittelbar zu machen. Allograph »Graphikdesign«. Nomen agentis »Grafikdesigner/in, Grafiker/in«. Grafikdesign weiterlesen

Jannon, Jean

Schweizer (oder französischer?) Typograf, Buchdrucker, Buchhändler und Stempel- bzw. Schriftschneider. Geboren im April 1580 in Genf (oder Paris?), gestorben am 20. Dezember 1658 in Sedan. Drucker an der Akademie des Fürstentums Sedan (und Raucourt). Alternative Schreibweisen seines Namens: Iean Iannon, Joannes Jannonus, Jean Janon und Joannes Janonus.  Jannon, Jean weiterlesen

Punze

Typografischer Terminus für den nichtdruckenden Binnenraum eines Buchstabens, einer Arabischen Ziffer oder eines Sonderzeichens; Buchstabenbinnenraum. Das klassische Pendant zu einer Punze ist der nichtdruckende Außenraum eines Schriftbildes, das sogenannte »Fleisch«. Punze weiterlesen

Gestaltungsraster

Ordnungssystem; Konstruktionssystem. Im gewerbespezifischen Sprachschatz auch als »Layoutraster« oder kurz als »Raster« bezeichnet. Schema für ein durchgängiges Design von Schriften (siehe auch Typometrie), Druckwerken, Benutzeroberflächen und dreidimensionalen Objekten, welches vereinfacht formuliert, auf einem horizontalen und vertikalen Koordinatensystem basiert – mit der Zielsetzung, Schrift, Bild, Farbe, Fläche und Raum systematisch und zweckgerichtet zu strukturieren. Gestaltungsraster weiterlesen

Kalliope

Das Motiv der »Kalliope« – die Muse der »Schreibenden Künste« – wurde in der Typografie bis zum Ende des materiellen Handschriftsatzes gerne als Alinea und insbesondere als Schlußstück vertrieben, welches zum »Typografischen Zierat« bzw. zum »Acczidenz-Zierat« (siehe Akzidenzschrift) zählten. Des Weiteren war die Kalliope ein beliebtes Motiv bei der Gestaltung von Exlibris. Insbesondere in den Epochen des Jugendstils fand sie in Büchern und Akzidenzdrucksachen vielfach und in den unterschiedlichsten Designs Verwendung. Kalliope weiterlesen

Akzidenzschrift

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für eine Handsatzschrift, in der Regel aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung oder Messing), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz), die nicht als Werksatzschrift bzw. Brotschrift bestimmt war. Semantisch von Akzidenzen. Etymologisch von »Accidenz« zu »Akzidenz« für »etwas Zufälliges, nicht zum Wesen Gehörendes«; entlehnt aus dem lateinischen »accidentia« für »Zufall«.  Akzidenzschrift weiterlesen

Kolumne

Der Begriff Kolumne ist in der Typografie mehrdeutig belegt. Er wird sowohl für die Satzseite eines Buches, für die Satzspalte eines Buches, einer Zeitung oder einer Website, als auch für eine journalistische Darstellungsform verwendet. 

Etymologisch leitet sich »Kolumne« aus dem mlat. »columna« für »Spalte«, eigentlich »Säule« ab. Im Kontext zu verstehen sind die Begrifflichkeiten Kolumnenbreite, Kolumnenabstand, Kolumnenhöhe, Kolumnensatz, Kolumnenraster, Kolumnentitel, Kolumnenziffer, Kolumnenzwischenräume und Hauptkolumne und Marginalkolumne (siehe Marginalie). Kolumne weiterlesen

Grundschrift

1. Grundschrift bei Druckschriften und Screen Fonts

In der Typografie ist die »Grundschrift« der Schriftschnitt einer Schriftfamilie oder Schriftsippe, der innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes, beispielsweise einem Buch, einem Geschäftsbericht, einer Website, einer Anzeige oder eines Prospekts, als Primärschrift (Basisschrift) verwendet wird. Vereinzelt auch als »Fließtextschrift« oder »Lauftextschrift« und im gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (Bleisatz) als »Brotschrift« bezeichnet. Grundschrift weiterlesen

Geviert

Relative Maßeinheit, die in der Typografie heute primär zur Bemessung von Abständen (z.B. Wortzwischenräume) und waagrechten Strichen (z.B. Geviertstriche) sowie als Maß für das Kerning, die Schriftlaufweite und den Optischen Schriftweitenausgleich (OSW) verwendet wird. Im Web Publishing u.a. auch als Einheit (em) für die relative Größe einer Schrift gebräuchlich. Geviert weiterlesen

Dickte

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für die physische Breite eines Schriftkegels einer Drucktype (Druckletter), beispielsweise aus Metall-, Holz- oder Kunststoff, die im Hochdruck, z.B. in einer Tiegeldruckpresse, verwendet wird; Schriftkegelbreite.  Dickte weiterlesen

Fleisch

Typografischer Terminus für den nichtdruckenden Außenraum eines Schriftzeichens, beispielsweise eines Buchstabens, einer Arabischen Ziffer oder eines Sonderzeichens, inklusive seiner Formmerkmale, z.B. Striche, Bögen, Tropfen oder Serifen; Buchstabenaußenraum. Das Pendant zum Fleisch eines Schriftbildes ist die Punze, der Binnenraum eines Schriftzeichens. Fleisch weiterlesen

Schriftkegel

Typografischer Terminus für den physischen Körper einer Drucktype (Druckbuchstabe für den Hochdruck) aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz). Auch als Drucktype oder als Druckletter bezeichnet. Frz. »le corps de lettre«; eng. »the body of the letters«; Kurzform »Kegel«.  Schriftkegel weiterlesen

Schriftwahl

Die Wahl einer geeigneten Schrift bzw. eines Fonts ist in allen Teildisziplinen der Typografie von hoher Bedeutung. Sie beeinflusst nicht nur massgeblich die Lesbarkeit und die Ästhetik eines Kommunikationsmediums, sie verursacht auch nachhaltige Konklusionen bei der Implementierung.

Die Wahl der Schriftgattung (z.B. Antiqua-Schrift), der Schriftart (z.B. Klassizistische Antiqua), der Nebengruppe (z.B. Bodoni-Variante), des Schriftstils/Schriftschnitts (z.B. Roman) und der Font-Technologie (z.B. PostScript® Fonts oder TrueType Fonts) gehört in den Bereich der Makrotypografie. Für die Einordnung von Schriften existieren unterschiedliche Schriftklassifikationsmodelle, beispielsweise die Typeface Design Grouping according to AFI oder die Matrix Beinert.  Schriftwahl weiterlesen

Mittelnamen für Kegelgrößen

Mittelname; Abkürzung »Mittel«. Fachbezeichnungen bzw. Eigennamen aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (z.B. Bleisatz) für bestimmte Kegelgrößen, also für die Schriftgrade einer physischen Druckschrift bzw. eines Schriftkegels sowie für die Strichstärken (Liniendicken) von physischen Stück- und Setzlinien, beispielsweise Englische Linien.  Mittelnamen für Kegelgrößen weiterlesen

Schöffer, Peter

Deutscher Prototypograf, Kalligraph, Verleger und Buchhändler. Meisterschüler von Johannes Gutenberg (um 1400–1468) und Lehrer von Arnold Pannartz (o.A.–1476), Conrad Sweynheym (o.A.–um1474/1476) und Nicolas Jenson (um 1420–1480). Peter Schöffer ist der zweite Typograf nach Gutenberg. Er gilt als der Wegbereiter des verfeinerten Schriftgusses für Buchschriften in Lesesgrößen. Alternative Schreibweisen seines Namens: Peter und Petrus bzw. Scheffer, Schoeffer, Schoffer, Schoiffer, Schoiffer, Schoifher, Schoyfer oder »Petrus Schoeffer de Gernsheim« und »Petrus Gernsheimensis«. Schöffer, Peter weiterlesen

Typografischer Punkt

Typografisches Maßsystem, welches ursprünglich als »Point typografique« bezeichnet wurde; im gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Typografen/innen auch als »Punkt« abgekürzt. Gegenwärtig existieren unterschiedliche materielle und digitale typografische Punkt-Systeme, beispielsweise der Fournier-Punkt (Point typografique), der Didot-Punkt, der Pica Point oder der PostScript® Point (DTP-Punkt). Typografischer Punkt weiterlesen

Variable Fonts

Variable Fonts sind linear interpolierbare OpenType Fonts, die auf Initiative der US-amerikanischer IT-Unternehmen Apple® Inc., Adobe® Systems Inc., Google® LLC und Microsoft® Corp. für Betriebssysteme (OS Operating Systems) und Anwendungssoftware (Application Software) nutzbar gemacht werden sollen. Auch als »OpenType Variable Fonts«, »Variable Schriftarten« oder »Variable Schriften« bezeichnet. Variable Fonts weiterlesen

Französische Anführungszeichen

Interpunktionszeichen; Satzausdruckzeichen. Französisch « Guillemets français »; Kurzform Guillemet oder Guillemets, phonetisch im Plural auch als »-gij’mee« ausgesprochen. Französische Anführungszeichen und Abführungszeichen in Form zweier spitzer Klammern oder zweier Halbkreise, bzw. bei »Halben Anführungszeichen« einer spitzen Klammer oder eines Halbkreises. Französische Anführungszeichen weiterlesen

Minuskel

Kleinbuchstabe. Wissenschaftlicher Terminus für den kleinen Buchstaben eines altgriechischen und römischen Alphabets karolingischen Ursprungs. In der Typografie, der Paläographie, der Paläotypie, der Epigraphik und in den Sprachwissenschaften seit dem 19. Jahrhundert als peripherer Begriff für »Kleinbuchstabe« gebräuchlich. Im gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker im Plural auch als »Gemeine« (im Sinne von klein, nieder) bezeichnet.  Minuskel weiterlesen

Satzausrichtung

Typografischer Terminus für die Schriftsatzausrichtung eines Textes mittels eines Schriftsatz- oder Textverarbeitungsprogramms; Textausrichtung; Textlaufrichtung; Abkürzungen »Ausrichtung« oder »Laufrichtung«.

In der Regel sind Texte linksbündig, rechtsbündig oder axial (Axialsatz) ausgerichtet (siehe Schriftsatzarten).

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Dicktengleich

Typografischer Terminus für Alphabete, Indo-Arabische Ziffern, Satzzeichen, Sonderzeichen und Leerraumzeichen, die durchgängig die gleiche Dickte besitzen. Dicktengleiche Schriften werden auch als Nichtproportionalschriften, Festbreitenschriften oder als Monospaced Fonts, dicktengleiche Ziffern als Tabellenziffern und das dicktengleiche Spationieren einer Schrift als »Sperren« bezeichnet. Dicktengleich weiterlesen

Proportionalschrift

Typografischer Terminus für eine Druckschrift (z.B. Werksatzschrift) bzw. einen Screen Font (z.B. Webfont) mit dicktenindividuellen Buchstaben bzw. mit dicktenindividuellen Indo-Arabischen Ziffern und Sonderzeichen; Schriftschnitt, dessen Zeichenvorrat (Figurenverzeichnis) unterschiedliche Dickten, also unterschiedliche Zeichenbreiten aufweist. Auch als dicktenindividuelle Schrift, dicktenungleiche Schrift oder eng. Proportional Typeface bezeichnet. Proportionalschrift weiterlesen

Optischer Randausgleich

»Optischer Randausgleich« ist ein typografischer Terminus für den ästhetischen Ausgleich der rechten und linken Satzkante einer Kolumne; optische Korrektur von Zeilenanfängen und Zeilenenden eines Blocksatzes oder eines linksbündigen bzw. rechtsbündigen asymmetrischen Flattersatzes, die in senkrechter Ausrichtung untereinander stehen. Auch als  »Ästhetischer Randausgleich« oder »Ästhetischer Satzkantenausgleich« bezeichnet. Abkürzung »Randausgleich«.  Optischer Randausgleich weiterlesen

Sonderzeichen

Sonderzeichen sind grafische Zeichen bzw. Satzzeichen und Symbole, die weder zu den Buchstaben eines Alphabets noch zu den Indo-Arabischen Ziffern gezählt werden. Aus der Sicht der Typografie und der digitalen Informations- und Datenverarbeitung (IT) gehören sowohl die orthographische Satzzeichen (Interpunktionszeichen), die diakritische Zeichen (Diakritika) als auch die typografischen Satzzeichen (Zeichen und Symbole) zu den Sonderzeichen. Sonderzeichen weiterlesen

Schriftgattung

Terminus aus der typografischen Schriftklassifikation für die oberste taxonomische Ebene einer maschinell bzw. digital reproduzierbaren Schrift, beispielsweise einer Druckschrift oder ein Webfont. Etymologisch setzt sich der Fachbegriff aus »Schrift« im Sinne einer Buchstabenschrift (z.B. Alphabetschriften) bzw. Silbenschrift (z.B. Syllabographieschriften), also einem »Zeichensystem zur Sichtbarmachung von Sprache, Gedanken oder sonstigen kodierten Informationen« und »Gattung« – vom spätmittelhochdeutschen »gatunge« zu mittelniederländisch »gatten« als Abstraktum für »zusammenfügen«, »Zusammengefügtes« und »Zusammengehöriges« – zusammen.  Schriftgattung weiterlesen

Titelei

Terminus aus der Buchtypografie für die Gesamtheit der Seiten mit den Titelangaben eines Werkes (Druckwerk) vor dessen eigentlichen Inhalt; Anfangsseiten eines Buches oder einer buchähnlichen Publikation (z.B. Geschäftsbericht) bis hin zum eigentlichen Inhalt. Auch als »Seiten vor dem Inhalt« oder »Titeleiseiten« bezeichnet.  Titelei weiterlesen

Pagina

Typografischer Terminus für die Seitenzahl einer Buchseite bzw. Blattseite, ggf. auch für die einer Loseblattsammlung. In der Buchgestaltung wird eine solitär stehende Pagina als »toter Kolumnentitel« oder als »Kolumnenziffer«, eine Pagina mit beigefügten Text, der sich auf den nachfolgenden Seiten ändern kann, als »lebender Kolumnentitel« bezeichnet. Kolumnentitel bzw. Paginas dienen dem Gliedern und dem Ordnen bzw. dem Auffinden einer bestimmten Stelle innerhalb einer Publikation.  Pagina weiterlesen

Satzbreite

Die Satzbreite beschreibt in der Typografie die Zeilenlänge einer, jedoch meist mehrerer untereinander gesetzter Textzeilen; Satzspaltenbreite (Spaltenbreite); Textspaltenbreite; maximale Zeilenlänge innerhalb einer Kolumne (Kolumnenbreite). Satzbreiten werden in unterschiedlichen Maßeinheiten (z.B. metrisches Maßsystem), in Wörtern oder in Anschlägen – also anhand der Anzahl der einzelnen Zeichen inklusive Leerraumzeichen einer Zeile – gemessen.  Satzbreite weiterlesen

Leseabstand

Abstand zwischen einem Schriftträger bzw. Schriftmedium und den Augen eines Rezipienten beim Lesen einer (Wort)Sprache; Leseentfernung. Im Nahbereich (Nahabstand) wird der Leseabstand durch Körpergröße (z.B. Armlänge), Schriftmedium (z.B. computerbasierte Lesesysteme), Lebensgewohnheiten (z.B. Lesen im Liegen), abiotische Umweltfaktoren (z.B. Licht) und der Leistungsfähigkeit der Augen (z.B. Akkommodationsfähigkeit) bestimmt. Leseabstand weiterlesen

Auszeichnen

1. Auszeichnen eines Manuskripts bzw. Typoskripts

In der Typografie versteht man unter »Auszeichnen« die makro- und mikrotypografischen Satzangaben für ein Manuskript (handschriftlicher Beitrag eines Autors, der als Vorlage zur Vervielfältigung dient) bzw. für ein Typoskript (maschinell verfasster Text, der als Vorlage zur Vervielfältigung dient), das einem Schriftsetzer/in vorgibt, mit welchen charakterisierenden Eigenschaften der Schriftsatz typografisch (um)gesetzt werden soll.

Auszeichnen weiterlesen

Eszett : Scharfes s | ẞ : ß

Schriftzeichen; Schriftsatzzeichen; Buchstabe. Das heute nur noch in Deutschland und Österreich geschriebene »ß« wird als »Eszett« (»SZ«) oder »Scharfes s« bezeichnet. Es gilt als eine Eigenart der deutschen Schriftsprache. 

In der deutschen Orthographie ist das »ß« ein Buchstabe, der in Regel nach einem Vokal oder Diphthong (Doppellaut) zur phonetischen Wiedergabe eines stimmlosen »s-Lautes« dient. Er kommt in Deutschland und Österreich häufig in Familiennamen (z.B. Großmann) und Ortsnamen (z.B. Roßhaupten) vor, was im internationalen Kontext häufig zu Irritationen führt. Eszett : Scharfes s | ẞ : ß weiterlesen

Spationieren

Typografischer Terminus für die Erweiterung der Schriftlaufweite, beispielsweise einer Druckschrift oder eines Webfonts, ausgehend von der Normalschriftweite (NSW). Im materiellen Schriftsatz (z.B. Bleisatz) auch als »Spatiieren« oder als »Sperren« bezeichnet; engl. »Spacing«. Etymologisch von »Spatium« für »Zwischenraum« aus dem lat. »spatium« für »Raum«.   Spationieren weiterlesen

Jenson, Nicolas

Französischer Kupferstecher, Graveur und Typograf. Nicolas Jenson wurde um 1420 im französischen Dorf Sommevoire im Departement Aube in der Champagne (heute Grand Est) geboren. Er starb 1480 in Venedig. Jenson gilt als der wesentliche Schöpfer der »Litterae Venetae« (Venezianische Lettern), die als die erste vollkommne ausgebildete Reinform einer gedruckten Antiqua gelten. Diese Venezianische Renaissance-Antiqua hat die (Antiqua)Schriftkultur Europas bis heute nachhaltig geprägt. Alternative Schreibweisen seines Namens: Nicolaus Jenson und Nikolas Jenson. Jenson, Nicolas weiterlesen

Andruck

Unter »Andruck« wird in der Typografie und im Druckwesen ein Probedruck für gewerblichen Druckverfahren (z.B. Offsetdruck) verstanden, um die Qualität und das Zusammenspiel der Druckvorlagen im Verhältnis 1:1 mit den Bedruckstoffen (z.B. Papiere), Druckfarben (z.B. Echtfarben oder CMYK-Farbmodell) und der Druckmaschine beurteilen zu können.

Probedrucke werden im grafischen Gewerbe »Andrucke« genannt. Eine Druckerei, die sich auf Andrucke spezialisiert hat, wird als »Andruckerei« bezeichnet. Andruck weiterlesen

Adobe Type Manager

»Adobe Type Manager« (ATM) ist eine Software von Adobe® Systems Incorporated zur Darstellung von PostScript-Type-1-Schriften auf Bildschirmen (Sreens) von Personal Computern (ATM Light), zur korrekten Ausgabe dieser Fonts auf nicht PostScript-fähigen Peripheriegeräten (z.B. Laserdruckern) und zur Verwaltung von Schriften auf dem Computer (ATM Deluxe). Adobe Type Manager weiterlesen

Impressum (Definition)

Herkunftsangabe bzw. Anbieterkennzeichnung einer Publikation; Erscheinungsvermerk. Bis in die 1990er Jahre wurde der Terminus »Impressum« ausschließlich für den »Druckvermerk« eines Buches, einer Zeitung oder einer Zeitschrift mit den Herkunftsangaben zu Autor, Herausgeber, Verlag und Offizin verwendet. 

Heute wird der Begriff »Impressum« medienübergreifend genutzt, u.a. auch für die Anbieterkennzeichnung digitaler Publikationen und Dienste, z.B. für Websites. Ein Impressum gibt Auskunft darüber, wer der Anbieter einer materiellen (z.B. Tageszeitung) oder digitalen Publikation (z.B. E-Book) ist. 
Impressum (Definition) weiterlesen

Pannartz, Arnold

Deutscher Prototypograf aus Mainz. Geboren Anfang des 15. Jahrhunderts, gestorben um 1476 in Rom. Arnold Pannartz und Conrad Sweynheym (o.A.–um 1474/1477) gelten als die »Erfinder« der Antiqua-Drucktype (Serif) und des Cicero-Schrifschnitts. Alternative Schreibweisen seines Namens: Arnold Pannarz, Arnold Pomnartz, Arnoldus Pannartz(s) und Arnoldus Pannarz. 
Pannartz, Arnold weiterlesen

Buchstabe

Lateinischer Buchstabe; Buchstabe römischen Ursprungs. Schriftzeichen für einen Sprachlaut; Zeichen zur visuellen Sprachfixierung von Vokalen und Konsonanten. Ein Buchstabe kodifiziert die auditive Wahrnehmung und wird demgemäß in der Linguistik als ein Graphem definiert, das einem Phonem entspricht. Das Zeichen »charakterisiert« den Laut – und umgekehrt – als Einheit, als eine untrennbare semantische Verknüpfung, die besonders in den romanischen Sprachen deutlich wird, beispielsweise im Französischen, wo das Wort »caractère« noch immer die Grundbedeutung von Buchstabe, Schriftzeichen, Letter und Type hat. Buchstabe weiterlesen

Fust, Johann

Mainzer Kaufmann, Geldverleiher und Fürsprech(er) (Advokat), ab circa 1454 Typograf und Verleger in Mainz. Geboren um 1400 in Mainz. Von ungefähr 1448 bis 1454 Geldgeber, Geschäftspartner und Gläubiger von Johannes Gutenberg (um 1400–1468), dem Erfinder der Typografie. Die von Gutenberg übernommene und ab 1456 umbenannte Fust-Schöffer´sche Offizin gilt als die Keimzelle der Typografie. Alternative Schreibweisen seines Namens: Johannes Fust und Joannes Faustus.
Fust, Johann weiterlesen

Prototypografen

Als Prototypografen werden in der Paläotypie und der Typografie die erste Generation der Erst- bzw. Inkunabeldrucker des 15. Jahrhunderts bezeichnet, also die erste Generation von Typografen seit Erfindung der Typografie durch Johannes Gutenberg (um 1400–1468). Der Terminus »Prototypografie« ist ein Synonym für den »Wiegendruck« bzw. »Inkunabeldruck« der Jahre 1450 bis 1500.  Prototypografen weiterlesen

Gebrochene Schriften

Schriftgattung; Terminus für handgeschriebene und gedruckte »gebrochene« Schriftarten gotischen Ursprungs. Die Sammelbezeichnung »Gebrochene Schriften« wird in der Paläographie und Paläotypie sowohl für handgeschriebene als auch für gedruckte gebrochene Schreib- und Buchschriften und in der Typografie für gebrochene Drucktypen unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen verwendet. 
Gebrochene Schriften weiterlesen

Cicero

1. Textschrift in Lesegröße

Protovariante der Antiqua mit einem eindeutig definierten Schriftgrad von rund 5 mm und einem festen Größenverhältnis der Kegel zueinander. Dieser Schriftschnitt galt bereits bei den Prototypografen als besonders lesefreundlich und wurde deshalb bis ins 20. Jahrhundert als Buchdruckschrift verwendet. Cicero weiterlesen

Rotunda

Rundgotische Buchschrift; Schriftart; Hauptschriftgruppe, die in der typografischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Gebrochenen Schriften gehört. In der Paläographie zählen die kalligraphischen Varianten zu den Hochformen der »Littera textualis formata«. Auch als »Littera Bononiensis« oder »Halbgotische Schrift« bezeichnet. Rotunda weiterlesen

Manutius, Aldus

Italienischer Humanist, Verleger und Typograf. Geboren um 1449 in Bassiano, einem Dorf in der Provinz Latina in der italienischen Region Latium, etwa 60 Kilometer südöstlich von Rom. Aldus Manutius (der Ältere) war der bedeutendste Vertreter und Gründer der venezianischen Typografenfamilie Manuzzi (Mannucci), dessen knapp 900 Werke mit dem Gattungsbegriff »Aldinen« charakterisiert werden. Alternative Schreibweisen seines Namens: Teobaldo Manucci, Teobaldo Mannucci, Aldo Pio Manuzio, Amius Manutius und Aldus Pius Manutius Romanus. Manutius, Aldus weiterlesen

Theinhardt, Ferdinand

Deutscher Typograf, Orientalist und »Königlich-Preußischer Schriftschneider«. Geboren am 3.5.1820 in Halle an der Saale. Inhaber der »Ferd. Theinhardt Schriftgiesserei Berlin«. Ferdinand Theinhardt entwarf mutmaßlich um 1880 für die wissenschaftlichen Publikationen der »Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin« eine vier Didot Punkt große »Liliput Grotesk« sowie eine »Royal-Grotesk« in vier Schriftschnitten, die vermutlich als eine der Archetypen der »Akzidenz Grotesk« der Berthold AG diente. Theinhardt, Ferdinand weiterlesen

Apostroph

Interpunktionszeichen; orthographisches Satzzeichen. Terminus für ein auf Höhe der Oberlänge stehendes, kommaförmiges Zeichen, das zu den Ellipsenzeichen (Auslassungszeichen) zählt. Umgangssprachlich auch als »Hochkomma« oder »Oberstrich« bezeichnet. Etymologisch aus dem Altgriechischen »apóstrophos«‚ für »der Abgewandte« zu lateinisch »apostrophus«.  Apostroph weiterlesen

Icon Interface

Fachbegriff aus der Informatik für eine grafische Benutzeroberfläche, wobei die Bedienung der Hard- und Software, beispielsweise von Schriftsatprogrammen, über Icons (Symbole) geschieht.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

High Quality Screening

Terminus aus der Informatik für ein Hochqualitätsraster. Abkürzung HQS. Spezifisches Verfahren eines Rasteralgorithmus für Linotype-Systeme und für Software auf PostScript-Basis.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Glyphe

In der Typografie bezeichnet »Glyphe« die grafische Darstellung eines Silbenzeichens, segmentalen, symbolischen, ikonischen oder indexikalischen Schriftzeichens in Form eines Buchstabens, Satzzeichens, Sonderzeichens, einer Arabischen Ziffer oder einer Ligatur, also eine konkrete grafische oder typometrische Darstellung eines Zeichens bzw. Schriftzeichens innerhalb eines Schriftsystems.  Glyphe weiterlesen

Faksimile

1. Händisches Schriftsatzlayout

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (z.B. Bleisatz) für ein händisches Schriftsatzlayout;  Faksimiletext; makrotypografisches Layout. Etymologisch »Faksimile« für »Nachbildung« von lt. »fac simile« für »mach ähnlich« zu »facere« für »machen, tun »und »similis« für »ähnlich«. Faksimile weiterlesen

Textura

Höchstentwickelte kalligraphische Buchschrift der Gotik und »Prototype« der Typografie. Schriftart; Hauptschriftgruppe, die in der typografischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Gebrochenen Schriften gehört. Auch als »Missalschrift«, »Psalterschrift«, Textur bzw. Texturalis (Textschrift) bezeichnet.

In der Paläographie nimmt die Textura, die als liturgische Hauptbuchschrift der Gotik bezeichnenderweise auch »Missalschrift« oder »Psalterschrift« genannt wird, eine zentrale Stellung ein. Sie entwickelt sich um 1300 aus der frühgotischen Minuskel und gehört bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gemeinsam mit der Rotunda zu den kalligraphischen Hochformen der »Littera textualis formata«. Textura weiterlesen

PostScript

PostScript® ist eine geräteunabhängige Seitenbeschreibungssprache (Programmiersprache), die von dem US-amerikanischen Mathematiker und Elektrotechniker John Warnock (*1940) und dem US-amerikanischen Mathematiker und Informatiker Chuck Geschke (* 1939), den Gründern von Adobe® Systems Incorporated, San José, Kalifornien, USA (siehe Schriftgeschichte), entwickelt wurde, um – vereinfacht formuliert – digitale Schriftzeichen, also Fonts, Grafiken und Bilder so darzustellen, dass diese größen- und systemunabhängig in einer relativ verlustfreien Qualität auf Peripheriegeräten, beispielsweise Laserdrucker oder CTP-Druckplattenbelichter (Computer to Plate), weiterverarbeitet oder ausgegeben werden können. PostScript weiterlesen

Antiqua Varianten

Typografischer Terminus für Hybridschriften, Mischschriften oder Bastardschriften. Rundbogige Druckschriften römischen Ursprungs mit und ohne Serifen, die hybride Formen aufweisen und sich nicht eindeutig zuordnen lassen. 

In der Schriftklassifikation nach DIN 16518 bilden Antiqua Varianten die Schriftgruppe 7. In der Schriftklassifikation der Matrix Beinert werden sie als »Decorative« bezeichnet und gehören zu den Zierschriften der Hauptschriftgruppe 4. Antiqua Varianten weiterlesen

Fliegenkopf

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für einen versehentlich oder absichtlich kopfüber, also verkehrt herum (ein)gesetzten Schriftkegel einer physischen Drucktype aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung); gedrehtes Blockadezeichen. Fliegenkopf weiterlesen

Garamond, Claude

Französischer Schriftschneider und Typograf. Geboren um 1498/99 in Paris. Gestorben 1561 in Paris. Schüler des Pariser Humanisten, Graveurs und Typografen Antoine Augereau (um 1485-1534), dem »Drucker der Königin Marguerite von Navarra«, bei dem Claude Garamond um 1510 eine Lehre als Buchdrucker in der Druckwerkstatt von Henri Estienne begann. Alternative Schreibweise seines Namens: Claude Garamont. Garamond, Claude weiterlesen

Graphem

Sprachwissenschaftlicher Terminus für das kleinste, bedeutungskennzeichnende Merkmal eines Schriftsystems. Die Strukturen und Zusammenhänge von Graphemen werden in der Graphemik, einer Hilfswissenschaft der Linguistik untersucht.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Zwiebelfisch

1. Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für ein gedrehtes Blockadezeichen – einen Fliegenkopf – welches als Konsultationszeichen beispielsweise auf eine Korrektur oder einen Ersatzbuchstaben hinweist, das nach der Endkorrektur im Zuge der Deblockade nicht entfernt und deshalb irrtümlich gedruckt wurde. Zwiebelfisch weiterlesen

Schusterjunge

Fehler im Umbruch eines typografischen Schriftsatzes. Erste Zeile (oder Headline) eines neuen Absatzes oder Kapitels, welche irrtümlich als einzelne Zeile (oder als verbundlose Headline) am Ende der vorausgehenden Kolumne bzw. Seite steht. Auch als »Findelkind« oder »Waisenkind« bezeichnet. Ein Schusterjunge stört den Lesefluss und gilt als unvorteilhaft für die Ästhetik eines Schriftsatzes. Schusterjunge weiterlesen

Hurenkind

Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (z.B. Bleisatz) im 19. und 20. Jahrhundert für einen Fehler im Umbruch eines typografischen Schriftsatzes. Auch als »Hurensohn« oder »Hundesohn«, heute vorzugsweise als »Witwe« bezeichnet. 

Letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Anfang einer neuen Kolumne, also am Anfang einer neuen Seite steht. Hurenkinder stören den Lesefluss und gelten als unvorteilhaft für die Ästhetik eines Schriftsatzes.  Hurenkind weiterlesen

Witwe

Fehler im Umbruch eines typografischen Schriftsatzes. Letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Anfang einer neuen Kolumne, also am Anfang einer neuen Seite steht. Witwen stören den Lesefluss und gelten als unvorteilhaft für die Ästhetik eines Schriftsatzes. Ehemals auch als »Hurenkind« bezeichnet. 1 ) Witwe weiterlesen

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: Der Begriff »Hurenkind« (Kind einer Prostituierten) sollte heute besser vermieden werden, da er sicherlich nicht mehr zeitgemäß und politisch inkorrekt ist. Er spiegelt heute eine unreflektierte Geisteshaltung gegenüber Frauen und Kindern wieder.

Karolingische Minuskel

Kalligraphische Schrift im Minuskelalphabet; Minuskelschrift. Auch als »Karlingische Minuskel« bzw. in der Paläographie als »Carolina« bezeichnet. 

Unsere heutigen Kleinbuchstaben beziehen ihre Herkunft aus der Karolingischen Minuskel und der »Humanistica« (Humanistische Minuskel), die im Wesentlichen auf der Carolina und der klassischen »Littera antiqua« – einer klaren kalligraphischen Schrift (siehe Kalligraphie), die bereits der Theologe und Philosoph Augustinus von Hippo (um 354–430) verwendete – basierte. Karolingische Minuskel weiterlesen

Decorative

Typografischer Terminus für dekorative Schriften, die auf der Typometrie der Antiqua mit und ohne Serifen basieren und Großteils im Sinne der typografischen Schriftklassifikation »Antiqua Varianten« sind. Zu dieser Gruppe gehören mehrheitlich »Designer Fonts«, die nicht die traditionellen Klassifikationsmerkmale einer Text- bzw. Werksatzschrift aufweisen. Decorative weiterlesen

Copy

Terminus für den Mengentext (Haupttext) einer schriftlichen Publikation bzw. eines schriftbasierenden Mediums. Ursprünglich war »Copy« ausschließlich eine Bezeichnung für »Anzeigentext«. Copy weiterlesen

Inkunabel

Terminus aus der Paläotypie für »Wiegendruck«; Druckwerke mit beweglichen Lettern aus den ersten fünfzig Jahren des Buchdrucks; Buchdrucke aus der Zeit von Johannes Gutenbergs (um 1400–1468) frühesten Straßburger Experimenten um 1438 bis zum 31. Dezember 1500, als das eigentliche Druckerhandwerk sozusagen noch »in der Wiege« lag (siehe Schriftgeschichte). Plural Inkunabeln. Die erste Generation der Erst- bzw. Inkunabeldrucker des 15. Jahrhunderts werden als Prototypografen bezeichnet. Inkunabel weiterlesen

Akkolade

Eine Akkolade ist eine geschweifte Parenthese; geschweifte Klammer; umgangssprachlich auch als »Nasenklammer« bezeichnet. Plural Akkoladen. Etymologisch aus dem Französischem »accolade« für »Umarmung« aus dem Lateinischen »ad« für »zu« und »collum« für »Hals«. Satzzeichen, welches Noten-, Code- und Textzeilen zusammenfügt.  Akkolade weiterlesen

Schriftschnitt

Typografischer Terminus aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Offizinen und Schriftgießereien für eine Schriftstilvariante einer physischen Druckschrift innerhalb einer Schriftfamilie; Taxonomie bezugnehmend auf die Schriftbreite (Dickte der Glyphe), Schriftstärke (z.B. fett) und Schriftlage (z.B. kursiv) eines Alphabets im Sinne der Schriftklassifikation. Im Electronic Publishing auch als »Schriftstil«, international als »Font Style« bezeichnet.  Schriftschnitt weiterlesen

Giessbach

Typografischer Terminus für einen lückenhaften, schlecht »ausgeschlossenen« Blocksatz, bei dem mehrere untereinander stehende, meist zu große und zu ungleichmäßige Wortzwischenräume Lücken im Textbild erzeugen, welche im übertragenen Sinne optisch einen »Giessbach« (Bergbach mit Wasserfall) ergeben. Schriftsatzfehler; auch als »Bach« bezeichnet; altdeutsche Schreibweise »Gießbach«.  Giessbach weiterlesen

Abstand

Räumliche Distanz zwischen einzelnen Komponenten eines Layouts. Darunter fallen beispielsweise die Abstände zwischen Satzspiegel, Kopfsteg, Außensteg, Bundsteg und Fußsteg, Containerabstände sowie Zeichenabstände, Wortzwischenräume, Zeilenabstände und Spaltenabstände. Abstände beeinflussen u.a. den Grauwert und die räumliche Ästhetik einer gestalterischen Arbeit sowie die Lesbarkeit eines Schriftsatzes. Abstand weiterlesen

Kerning

Typografischer Terminus für den optischen Ausgleich kritischer Buchstaben-, Ziffern- bzw. Zeichenkombinationen (Zeichenabstandskerning) und Wortzwischenräumen (Wortabstandskerning) bei Proportionalschriften; ästhetischer Schriftweitenausgleich kritischer Zeichenpaare; Unterschneidung von Buchstabenpaaren oder Zeichengruppen; im materiellen Schriftsatz (z.B. Bleisatz) auch als »Zurichtung« einer Druckschrift bezeichnet; dt. »Unterschneidung«; CSS-Eigenschaft »font-kerning«. In der Mikrotypografie zählt das Kerning zum Optischen Schriftweitenausgleich.  Kerning weiterlesen

Mendell, Pierre

US-amerikanischer Grafikdesigner und Plakatgestalter. Geboren am 17.11.1929 in Essen in Nordrhein-Westfalen. Gestorben am 19.12.2008 in München in Bayern. Pierre Mendell zählt im Segment des Grafikdesigns zu den wichtigen Plakatkünstlern in Deutschland. Überregional bekannt wurde er insbesondere durch seine Plakate für die Neue Sammlung, einem staatlichen Museum für angewandte Kunst in München, und für die Bayerische Staatsoper. Mendell, Pierre weiterlesen

Expertensatz

Expertensatz ist eine althergebrachte gewerbesprachliche Abkürzung deutscher Schriftsetzer und Schriftgießereien für eine Expertensatzschrift, also eine sehr umfangreich ausgebaute Schriftfamilie einer Werksatzschrift bzw. Textschrift. Heute wird primär dafür der Anglizismus »Expert Set« bzw. »Expert Font« verwendet. Expertensätze ermöglichen komplizierte, wissenschaftliche, kaufmännische oder lyrische Schriftsatzarbeiten sowie innerfamiliäre Schriftmischungen. 

Expertensatz weiterlesen

Werk

Der Terminus »Werk« stammt aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Buchdrucker und Schriftsetzer von Offizinen und bedeutet »Buch«; Plural »Werke«. Dieses althergebrachte Synonym ist auch heute noch in der Buchtypografie gebräuchlich.  Werk weiterlesen

Fixationen

Eine von drei Aktivitäten der Augenbewegungsmuster (Okulomotorik) beim Lesen einer Wortsprache; Ruhen des Auges während des Lesens einer Wortsprache auf einem Punkt. Etymologisch vom lateinischen »fixare« für »festmachen« zu »Festigung» und»Fixierung«. Weitere Augenbewegungsmuster beim Lesen sind die Sakkaden und die Regressionen, auch Regressionssakkaden genannt. Fixationen weiterlesen

Sakkaden

Eine von drei Aktivitäten der Augenbewegungsmuster beim Lesen einer Wortsprache; Vorwärtssprünge des Auges während des Lesens einer Wortsprache zu einem folgenden Textabschnitt. Etymologisch aus dem französischen »saccade« für »Ruck« zu »saccader« für »heftig ziehen«. Weitere Augenbewegungsmuster beim Lesen sind die Fixationen und die Regressionen, auch Regressionssakkaden genannt. Sakkaden weiterlesen

Regressionen

Eine von drei Aktivitäten der Augenbewegungsmuster beim Lesen einer Wortsprache; Rückwärtssprünge des Auges während des Lesens einer Wortsprache zu einem vorangegangenen Textabschnitt; auch Regressionssakkaden genannt. Etymologisch von vom lateinischen »regressio« zu »regredi« für »umkehren«, »zurückgehen«. Weitere wichtige Augenbewegungsmuster (Okulomotorik) beim Lesen einer Wortsprache sind die Fixationen und die Sakkaden.

Regressionen weiterlesen

Goldener Schnitt

Bezeichnung für ein mathematisches Teilungsverhältnis einer Strecke oder anderer Größen, dessen Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil (Major) dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil (Minor) entspricht; irrationale Proportion von Breite zu Höhe im Verhältnis 1:1,618 (gerundet). Etymologisch von lt. »sectio aurea« für »Goldener Schnitt«; Synonym »Goldenes Verhältnis«; bis zum Ende des 19. Jahrhundert auch als »Göttliche Proportion« (lt. proportio divina) bezeichnet.  Goldener Schnitt weiterlesen

Schriftlaufweite

Typografischer Terminus für die Laufweite einer maschinell oder digital reproduzierbaren Schrift, beispielsweise einer Druckschrift oder eines Webfonts; gewerbesprachliche Abkürzung »Laufweite«; umgangssprachlich »Buchstabenabstand« oder »Zeichenabstand«; engl. »font tracking«; CSS-Eigenschaft »letter-spacing«. Im materiellen Schriftsatz (z.B. Bleisatz) auch als »Zurichtung« oder »Breitenlauf« bezeichnet. Schriftlaufweite weiterlesen

Werksatz

1. Satzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei

Gewerbespezifischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (Bleisatz) für eine Hand- und/oder Maschinensatzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei, die für den Schriftsatz regelmäßiger Druckwerke, sogenannte Periodika, zuständig war. Dazu zählten beispielsweise Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften. Das Pendant zum Werksatz ist der Akzidenzsatz.  Werksatz weiterlesen

Akzidenzsatz

Auch als »Feinsatz« bezeichnet. Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Offizinen bzw. Buch- und Zeitungsdruckereien des frühen 19. Jahrhunderts für die Schriftsatzarbeit einer Akzidenzschriftsetzerei, einer Abteilung innerhalb einer Akzidenzdruckerei, die auf die Gestaltung und Druckvorlagenherstellung von Akzidenzdrucksachen, also wirkungsvoll gestaltete Drucke, beispielsweise Zeitungsköpfe, Werbeanzeigen, Geschäfts- oder Privatdrucksachen, spezialisiert war.  Akzidenzsatz weiterlesen

Tironische Noten

Römisches Kurzschriftsystem. In der Paläographie auch als »Tironiana« bezeichnet. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert von Marcus Tullius Tiro (um 103–4 v.Chr.) entwickelt. Tiro war in seiner Jugend Sklave im Hause des römischen Dichters, Redners und Staatsmanns Marcus Tullius Cicero (106–43 v.Chr.) gewesen, wurde aber dank seiner Intelligenz und Gelehrigkeit bald zu dessen Privatsekretär und schließlich sogar aus der Sklaverei entlassen. Tironische Noten weiterlesen

Paläotypie

Die Paläotypie ist wie die Paläographie eine Disziplin der kulturhistorischen Hilfswissenschaften, speziell der Buch- und Bibliothekswissenschaft. Die Paläotypie widmet sich der systematischen Erforschung sämtlicher europäischer Druckwerke des 15. Jahrhunderts, konkret von Johannes Gutenbergs (um 1400–1468) frühesten Straßburger Experimenten um 1438 bis in das Jahr 1500, mit dem die sogenannte Inkunabelzeit endet. Paläotypie weiterlesen

Gemeine

Umgangssprachlicher Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen und Zeitungsdruckereien aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (Bleisatz) für die Kleinbuchstaben einer physischen Druckschrift, beispielsweise aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung (Bleilettern); Minuskeln. Gemeine weiterlesen

Offizin

Terminus für eine Buchdruckerei. Etymologisch entlehnt aus dem neulateinischen »officina« für »Werkstätte« aus dem altlateinischen »opificina« zu »opifex« für »Handwerker«. Auch als »Officina Typografeum«, »Druckoffizin«, »Drucker-Offizin« oder »Buchdruckerey« bezeichnet. Offizin weiterlesen

Majuskel

Großbuchstabe; Versalbuchstabe; ggf. Versal; ggf. Versalie. Wissenschaftliche Terminus für den großen Buchstaben eines Alphabets altgriechischen und römischen Ursprungs. In der Typografie, der Paläographie, der Paläotypie, der Epigraphik und in den Sprachwissenschaften ist Majuskel seit dem 19. Jahrhundert als peripherer Begriff für Großbuchstabe gebräuchlich.  Majuskel weiterlesen

Schriftsippe

Typografischer Terminus für eine Gruppe zusammengehöriger Hauptschriftgruppen, Schriftuntergruppen und Schriftschnitte (Schriftstilvarianten), die typometrisch aus einem Grundkörper entwickelt wurden und deren Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen in der Regel die gleichen Grundformen und Proportionen besitzen, jedoch unterschiedliche Klassifikationsmerkmale aufweisen; auch als »Schriftgroßfamilie« bezeichnet. Schriftsippe weiterlesen

Sperren

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für das gleichmäßige Erweitern der Schriftlaufweite. Sperrsatz; Synonym im Handsatz »Spatiieren«. Etymologisch »sperren« von althochdeutsch »sperran« in Bezug zu »Sparren« für »Spatien« von lateinisch »spatium«. In der Mikrotypografie zählt das Sperren zum Optischen Schriftweitenausgleich.  Sperren weiterlesen

Flattersatz

Schriftsatzart. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen Flattersatz mit freier Zeilenanordnung und Axialsatz. In der klassisischen Buchtypografie wird der Flattersatz mit freier Zeilenanordnung auch als »Anaxialer Schriftsatz« (»an« für »wider« oder »nicht« und altgriechisch »axis« für »Achse«), in der Paläographie und der Typografie auch als »Asymmetrischer Schriftsatz« (altgriechisch »a« für »nicht« und »symmetria« für »Ebenmaß« zu »symmetros« für »gleichmäßig«), also als ungleichmäßiger Schriftsatz, bezeichnet. Der Axialsatz wird hingegen auch als »Symmetirscher Flattersatz« bezeichnet.  Flattersatz weiterlesen

Optische Größen

Unter »Optische Größen« versteht man in der Typografie und in der Schriftgestaltung unterschiedliche Varianten von Schriftschnitten innerhalb einer Schriftfamilie oder einer Schriftsippe, deren Typometrien (Letternarchitektur) vom Schriftgestalter/in (Type Designer) im Rahmen eines Schriftgradabstufungsmodells speziell auf Konsultationsgrößen, Lesegrößen, Schaugrößen und Ferngrößen bzw. Plakatgrößen abgestimmt wurden. Im deutschsprachigen Raum oft auch als »Designgrößen« bezeichnet; engl. »optical sizes«. Optische Größen weiterlesen

Villardscher Teilungskanon

Typografischer Terminus aus der Buchtypografie bzw. Buchgestaltung für einen Teilungskanon (Buchkanon), mit welchem man ohne jeden Maßstab in jedem Rechteck eine Strecke präzise in beliebig viele gleiche Teile teilen kann. Auch als »Villardscher Buchkanon« oder »Geheimer Kanon« bezeichnet; alternative Schreibweise: »Villard´scher Teilungskanon«. Konstruktionsprinzip, um einen Buchsatzspiegel bzw. Gestaltungsraster in einen gleichmäßigen, z.B. in einen neun-, zehn- oder zwölfgeteilten Flächenraster zu gliedern. Der Entwurf eines Satzspiegels bzw. Gestaltungsrasters gehört in das Segment der Makrotypografie. Villardscher Teilungskanon weiterlesen

Versalien

Typografischer Terminus aus dem gewerbesprachlichen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (z.B. Bleisatz) für Majuskeln; Versalbuchstaben (Plural); Großbuchstaben (Plural). Singular Versal; Nebenform »Versalie«. Semantisch von »Vers«; etymologisch vom lateinischen »versus« zu lateinisch »vertere« für »umkehren, wenden, drehen«. Das Pendant zu Versalien sind Gemeine, die Kleinbuchstaben bzw. Minuskeln eines Alphabets. Versalien weiterlesen

Ausgleichen

Typografischer Terminus für die ästhetische Anpassung der Weißräume innerhalb von Zeichengruppen bei Proportionalschriften; individueller Ausgleich von Buchstaben-, Ziffern- und Zeichenabständen; im Handsatz auch als »Ausmitteln« bezeichnet. Semantisch »ausgleichen« von »Ausgleich« für »ein Gleichgewicht zustande bringen« bzw. »das Aufheben von Unterschieden durch Anpassung beider Seiten«.
Ausgleichen weiterlesen

Normalschriftweite

Typografischer Terminus für die natürliche Schriftlaufweite einer maschinell oder digital reproduzierbaren Schrift, beispielsweise einer Druckschrift oder eines Webfonts; auch als  »Normale Laufweite«, »Natürliche Laufweite« oder »Laufweite Null« (LW 0) bzw. bei physischen Schrifttypen (z.B. Bleisatz) als »Normaler Breitenlauf« oder »Normale Grundschriftweite« bezeichnet; fachspezifische Abkürzung »NSW«. Normalschriftweite weiterlesen

Akzidenzdrucksachen

Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Offizinen bzw. Buch- und Zeitungsdruckereien des frühen 19. Jahrhunderts für einen »Gelegenheitsauftrag« bzw. für eine »Nebeneinnahme«; dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts Begrifflichkeit für Geschäfts- oder Privatdrucksachen, wie beispielsweise Briefpapiere, Visitenkarten und Prospekte, die nicht zum Werk-, Zeitungs- oder Zeitschriftendruck gehörten; auch als »Akzidenzen« bezeichnet. Akzidenzdrucksachen weiterlesen

Paläographie

Historische Hilfswissenschaft zur systematischen Erforschung des Schreibwesens (Kalligraphie) und der Schriftgeschichte von der Antike bis zur Renaissance, also bis zu den Anfängen der Prototypografie bzw. der Typografie. Die Paläographie umfasst auch die Klassifikation sämtlicher Schriftarten anhand ihrer graphischen Merkmale sowie der Datierung, Entzifferung und Transkription von Manuskripten. Paläographie weiterlesen

OCR Schriften

Terminus aus der Informatik (Computer Science) für alphanumerische Antiqua Schriften mit einer stark stilisierten Typometrie für die automatisierte optische Zeichenerkennung durch Codiergeräte oder Computer;  maschinenlesbare Schriften. OCR steht für engl. »Optical Character Recognition«, eine Methode für die automatisierte »Optische Zeichenerkennung« innerhalb von Bildmotiven.  OCR Schriften weiterlesen

Layout

Werbesprachlicher Terminus für den grafischen Entwurf eines visuellen Kommunikationsmediums; Visualisierung eines Gedankens im Sinne eines grafischen Entwurfs; skizzenhafte Darstellung einer Idee; grafische Anordnung einzelner Text- und Bildelemente. Der Begriff »Layout« wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet.  Layout weiterlesen

Englische Typografie

Auch als angelsächsische Typografie bezeichnet. Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher, österreichischer und Schweizer Typografen von Mitte des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts für die von Antiqua-Schriften geprägte Typografie im Sinne von John Baskerville (1706–1775), William Morris (1834–1896), Thomas James Cobden-Sanderson (1840–1922), Stanley Morison (1889–1967), Englische Typografie weiterlesen

Texteinzug

Typografischer Terminus für eine Zeileneinrückung; Einrücken des Textanfangs zu Beginn einer neuen Zeile; Abkürzung »Einzug«. 

Texteinzüge am linken Rand eines geschlossenen Schriftsatzes (z.B. eines Romans) werden im Segment der Lesetypografie – insbesondere im Blocksatz – als Absatzmethode verwendet, um Textpassagen sinngerecht in Absätze zu gliedern. Texteinzug weiterlesen

Duktus

Kalligraphischer und typografischer Terminus, der die Charaktereigenschaft eines Buchstabens beschreibt; also die Strichstärke, Strichneigung und Strichführung. Etymologisch leitet sich das Wort »Duktus« vom lateinischen »ductus« für »Zug, Führung« zu »ducere« für »führen« ab. Duktus weiterlesen

Diplomatik

Wissenschaftlicher Terminus für »Urkundenlehre« (altgr. »diploma«, das eigentlich »Gefaltetes, Gedoppeltes« bedeutet, zu »diplóos« für »doppelt«). Ähnlich der Paläographie ist die Diplomatik eine Disziplin der historischen Hilfswissenschaften, die mit speziellen Methoden die charakteristischen graphischen, kalligraphischen und typografischen Merkmale von alten Dokumenten, Urkunden und Akten erforscht, diese identifiziert und datiert, auf Echtheit oder Fälschung untersucht, kommentiert und in kritischen Editionen zugänglich macht. Diplomatik weiterlesen

Schriftnorm

Norm einer Antiqua Schrift mit und ohne Serifen, dessen Typometrie durch unterschiedliche Organisationen und Unternehmen, beispielsweise durch das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV), das Austrian Standards Institute (ASI) oder die International Organization for Standardization (ISO), standardisiert wurden bzw. dokumentiert werden.  Schriftnorm weiterlesen

Cursiva

Lateinische Kursivschrift; Schrägschrift der Römer. Auch als »Scriptura cursiva« bezeichnet. Etymologisch von lateinisch »Cursiva« für »schräg, laufend« zu »fortlaufend«. Römische Verkehrsschrift, die mit einem Griffel in Wachstafeln oder mit einer sehr schmalen Rohrfeder auf Papyrus geschrieben wurde.  Cursiva weiterlesen

Capitalis Rustica

Handschriftliche Schnellschreibvariante der »Capitalis quadrata«. Lateinische Handschrift für Pergamenthandschriften; Schrift der Römer. Etymologisch aus lateinisch »capitalis« für »Haupt, Kopf« aus »den Kopf, das Leben betreffend; in seiner Art vorzüglich« und »rustica« für »ländlich, bäuerlich, rustikal« entlehnt aus dem lt. »rusticalis« aus »rusticus« zu »rus, ruris« für »Land«. Capitalis Rustica weiterlesen

Capitalis Monumentalis

Lateinische, in Stein gemeißelte Lapidarschrift; Schrift der Römer. Adaption des eteokretisch griechischen Alphabets, welches um 600 v. Chr. aus dem multikulturellen Kreta über die Etrusker (»das Volk der Bücher«) zu den Latinern, ins heutige Mittel- und Nordwestitalien kam, deren römische Nachkommen daraus die lateinische Schrift entwickelten. Etymologisch aus lateinisch »capitalis« für »Haupt, Kopf« aus »den Kopf, das Leben betreffend; in seiner Art vorzüglich« und »monumentalis« für »monumental, sehr groß«. Capitalis Monumentalis weiterlesen

Brotschrift

Umgangssprachlicher Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (Bleisatz) für die Grundschrift einer Schriftsatzarbeit; Werksatzschriften in den Lesegrößen der Mittel Korpus bzw. Garamond (10 Didot Punkt), Rheinländer (11 Didot Punkt) und Cicero (12 Didot Punkt). Heute als Grundschrift, vereinzelt auch als Fließtextschrift bezeichnet.  Brotschrift weiterlesen

Axialsatz

Typografischer Terminus für einen symmetrischen Flattersatz, eine gleichmäßige und spiegelbildliche Schriftsatzart, dessen Zeilenmitte exakt an der Mittelachse einer Seite bzw. einer Kolumne ausgerichtet ist; auch als »Mittelachssatz«, »Zentrierter Satz«, »Gemittelter Satz« oder »Symmetrischer Flattersatz« Axialsatz weiterlesen

Schriftauszeichnung

Typografischer Terminus für eine Schriftmischung im »glatten Satz«, also innerhalb eines fortlaufenden Textes; Abkürzung »Auszeichnung«. Der Begriff hat seinen Ursprung in der Inkunabelzeit der Jahre 1450 bis 1500. Denn Initialen, Rubriken, Lombarden, Illuminationen, Unterstreichungen und Auszeichnungsstriche konnten in der Prototypografie nur von Kalligraphen, Illuminatoren und Rubrikatoren händisch »ausgezeichnet« werden.  Schriftauszeichnung weiterlesen

ASCII

Abkürzung für American Standard Code for Information Interchange. Der ASCII ist ein durch die ANSI (American National Standards Institute), dem Standardisierungsgremium der USA, standardisierter Binärcode zur digitalen Darstellung von Majuskeln und Minuskeln, Ziffern, Sonder-, Leerraum- und Steuerungszeichen. Er wird auch als IA-5-Alphabet, ISO-7-Bit-Code, USASCII-Code und CCITT-Code Nr. 5 bezeichnet. ASCII weiterlesen

Akzent

Betonungszeichen eines Buchstabens; Zeichen über dem Grundkörper eines Buchstabens, welches die besondere Aussprache des Buchstabens signalisiert (akzentuiert). Akzentuierung für Betonung, Qualität oder Quantität eines Lautes (lat. accentus für »Betonung«). Akzent weiterlesen