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Kategorie A

Abbreviatur

Eine »Abbreviatur« ist in der Paläografie, Diplomatik und Typografie ein Terminus für eine grafische Abkürzung von Silben oder ganzen Wörtern in Handschriften und in Druckwerken, beispielsweise in Büchern; verkürzte schriftliche Form eines Wortes; Abkürzungszeichen für ein Wort oder eine Buchstabenreihe; Pl. »Abbreviaturen«; Verb »abbreviieren« für »in Schrift und Druck abkürzen oder durch ein Zeichen ersetzen«. Etymologisch aus dem lat. »abbreviare« für »abkürzen« zu mlat. »abbreviatura« für »Abkürzung«.  Abbreviatur weiterlesen

Apostroph

Ein »Apostroph« ist ein Interpunktionszeichen; orthografisches Satzzeichen, das eine Auslassung kennzeichnet. Terminus für ein auf Höhe der Oberlänge stehendes, kommaförmiges Zeichen, das zu den Ellipsenzeichen (Auslassungszeichen) zählt. Umgangssprachlich auch als »Hochkomma« oder »Oberstrich« bezeichnet. Etymologisch aus dem Altgriechischen »apóstrophos«‚ für »der Abgewandte« zu lateinisch »apostrophus«.  Apostroph weiterlesen

Anhang

»Anhang« ist eine Bezeichnung aus der Buchgestaltung für die Gesamtheit der Seiten eines Werkes (Druckwerk) nach dessen eigentlichen Inhalt; Seiten nach der letzten Seite bzw. letzten Kolumne eines Buches oder einer buchähnlichen Publikation (z.B. Geschäftsbericht). Auch als »Seiten nach dem Inhalt« bezeichnet; Anhangseiten; Buchanhangseiten. Anhang weiterlesen

at-Zeichen (@)

Das @-Zeichen (at-Zeichen) ist eines von drei Elementen einer E-Mail-Adresse im Internet. Es trennt eine benutzer- bzw. verwenderspezifische Kennung von der Host-Angabe (Domain). Heute ausgesprochen eng. als »at« und deu. als »ät« bzw. »æt«, was soviel bedeutet wie »in«, »an«, »bei« oder »auf«; ugs. auch »Klammeraffe« genannt. Das »@« (at-Zeichen) sollte nicht mit der Wortligatur »&« (et-Zeichen) verwechselt werden. at-Zeichen (@) weiterlesen

Anschnittmarken

Im Grafikdesign, in der Druckvorstufe (Prepress), im Desktop Publishing (DTP) und der Druckweiterverarbeitung sind Anschnittmarken Markierungen in Form von feinen horizontalen und vertikalen Linien, die den Anschnitt bzw. die Beschnittzugabe einer Drucksache, z.B. einer Postkarte, eines Flyers oder die Seiten eines Geschäftsberichts, auf einem Druckbogen kennzeichnen. Anschnittmarken zählen zu den Druckmarken. Anschnittmarken weiterlesen

Ausschließen

»Ausschließen« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für das gleichmäßige Ausgleichen von Wortzwischenräumen innerhalb einer festgelegten Satzbreite; Arbeitsprozess im materiellen Schriftsatz, bei dem die Wörter einer Zeile mithilfe von unterschiedlich breitem »Ausschlussmaterial« (Blindmaterial) auf eine vordefinierte Zeilenbreite – mehr oder weniger gleichmäßig – verteilt wird; Bezeichnung für die Tätigkeit eines Handschriftsetzers, den »Ausschluß« (Ausschluss) eines Blocksatzes zu machen. Ausschließen weiterlesen

Ausschluß

»Ausschluß« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für die Wortzwischenräume innerhalb einer festgelegten Satzbreite eines Blocksatzes; nicht gedruckter Teil zwischen zwei Wörtern innerhalb einer festgelegten Zeilenbreite, der zum sogenannten »Blindmaterial« gehört.  Ausschluß weiterlesen

Antiqua-Varianten

»Antiqua-Varianten« ist eine Typifikation aus der typografischen Schriftklassifikation für Hybridschriften, Mischschriften oder Bastardschriften der (taxonomischen) Schriftgattung »Antiqua«; rundbogige Druckschriften römischen Ursprungs mit und ohne Serifen, die hybride Formen aufweisen und sich nicht eindeutig zuordnen lassen.

In der Schriftklassifikation nach DIN 16518 bilden Antiqua-Varianten die Schriftgruppe 7. In der Schriftklassifikation der Matrix Beinert werden sie als Decorative bezeichnet und gehören zu den Zierschriften der Hauptschriftgruppe 4. Antiqua-Varianten weiterlesen

Axialsatz

Typografischer Terminus für einen symmetrischen Flattersatz, eine gleichmäßige und spiegelbildliche Schriftsatzart, dessen Zeilenmitte exakt an der Mittelachse einer Seite bzw. einer Kolumne ausgerichtet ist; auch als »Mittelachssatz«, »Zentrierter Satz«, »Gemittelter Satz« oder »Symmetrischer Flattersatz« Axialsatz weiterlesen

Abstand

In der Typografie versteht man unter »Abstand«› die räumliche Distanz (Entfernung) zwischen einzelnen Komponenten eines Layouts, Schriftsatzes oder Schriftzeichens. In der Makrotypografie fallen darunter beispielsweise die Abstände (Zwischenräume) zwischen einem Satzspiegel und dem jeweiligen Beschnitt (Papierrand), welche die Proportionen von Kopfsteg, Außensteg, Bundsteg und Fußsteg ergeben.

In der Mikrotypografie zählen zu den Abständen beispielsweise Zeichenabstände, Wortzwischenräume, Zeilenabstände und Spaltenabstände.   Abstand weiterlesen

Akkolade

In der Typografie ist eine Akkolade eine geschweifte Parenthese; geschweifte Klammer; umgangssprachlich auch als »Nasenklammer« bezeichnet. Plural Akkoladen. Etymologisch aus dem Französischem »accolade« für »Umarmung« aus dem Lateinischen »ad« für »zu« und »collum« für »Hals«. Satzzeichen, welches Noten-, Code- und Textzeilen zusammenfügt.  Akkolade weiterlesen

Aldusblatt

Blumenartiges Alinea; einzelnes Zierornament in Form eines herzförmigen Efeublattes; Schmuckzeichen; dekorative Glyphe im Zeichensatz eines Fonts. Der Terminus »Aldusblatt« ist ein Synonym für das »Hederablatt« (lat. »Hedera« für »Efeu« bzw. »hedera folium« für »Efeublatt«); Hedera-Zeichen; Kurzform Hedera. Ugs. auch als  »Druckerherz« oder »Druckerblume« bezeichnet.

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Aschegehalt von Papier

»Aschegehalt« von Papier ist ein Fachbegriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Papierhersteller und dem polygrafischen Gewerbe (Druckwesen) für den anorganischen, nicht verbrennbaren Anteil im (Druck)Papier an Füllstoffen, Verunreinigungen und Pigmenten; Bestandteile eines Papiers, welche beim Verbrennen und dem darauf folgenden Glühen als unverbrennlich zurückbleiben; anorganische Substanzen eines Papiers, die nicht verbrennen (Veraschen). Aschegehalt von Papier weiterlesen

Affichenpapier

»Affichenpapier« ist eine Fachbezeichnung aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Papierhersteller, des polygrafischen Gewerbes (Druckwesen) und der Außenwerbung (Outdoor Media) für ein weißes Druckpapier mit optimierten Verarbeitungs- und Witterungseigenschaften für den Außenbereich (Outdoor). Auch als »Blaurückenpapier«, »Blueback« oder »Plakatpapier« bezeichnet. Affichenpapier weiterlesen

Acetatfolie

Unter einer Acetatfolie wird im dspr. polygrafischen Gewerbe (Druckwesen) und in der Druckweiterverarbeitung (z.B. Buchbinderische Verarbeitung) eine transparente Kunststofffolie zum Bedrucken und Verpacken verstanden. In Reinform ist eine Acetatfolie farblos und glasklar. Sie ist in matt, glänzend sowie koloriert erhältlich und lässt sich gut verkleben und/oder (heißfolien)prägen. Acetatfolie weiterlesen

Alinieren

1. Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für das Absetzen einer neuen Zeile; eine neue Zeile beginnen. Semantisch von Alinea.

2. Begriff aus dem Grafikdesign für das Ausrichtung von Grafiken, Illustrationen, Fotos und Texten innerhalb eines Satzspiegels bzw. Gestaltungsrasters zueinander. Alinieren weiterlesen

Akzidenzschrift

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für eine Handsatzschrift, in der Regel aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung oder Messing), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz), die nicht als »Brotschrift« (Mengensatzschrift) oder »Auszeichnungsschrift« bestimmt war. Das Pendant zur Akzidenzschrift ist die Werksatzschrift. In der digitalen Typografie werden Akzidenzschriften primär als Zierschriften, Titelsatzschriften, Decorative, Display Fonts oder Designer Fonts bezeichnet.

Semantisch rührt der erste Teil des Kompositums von »Akzidenzen«. Etymologisch von »Accidenz« zu »Akzidenz« für »etwas Zufälliges, nicht zum Wesen Gehörendes«; entlehnt aus dem lat. »accidentia« für »Zufall«.
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Abquetschen

Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für die Abnutzung von Drucklettern durch hohe Auflagen. Abquetschen weiterlesen

Abfallen

»Abfallen« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für das Abfallen bzw. das Lösen einzelner Buchstaben oder Satzzeichen am Rand einer Kolumne infolge eines technischen Fehlers. Abfallen weiterlesen

Allograph

Terminus für Grapheme, die denselben Laut darstellen, aber eine voneinander abweichende typometrische oder orthographische Form bzw. Schreibweise aufweisen. Etymologisch aus dem altgr. »allos« für »anders« und »graphein« für »schreiben«. Alternative Schreibweise »Allograf«.  Allograph weiterlesen

ASCII

Abkürzung für American Standard Code for Information Interchange. Der ASCII ist ein durch die ANSI (American National Standards Institute), dem Standardisierungsgremium der USA, standardisierter Binärcode zur digitalen Darstellung von Majuskeln und Minuskeln, Ziffern, Sonder-, Leerraum- und Steuerungszeichen. Er wird auch als IA-5-Alphabet, ISO-7-Bit-Code, USASCII-Code und CCITT-Code Nr. 5 bezeichnet. ASCII weiterlesen

Auszeichnen

1. Auszeichnen eines Manuskripts bzw. Typoskripts

In der Typografie versteht man unter »Auszeichnen« die makro- und mikrotypografischen Satzangaben für ein Manuskript (handschriftlicher Beitrag eines Autors, der als Vorlage zur Vervielfältigung dient) bzw. für ein Typoskript (maschinell verfasster Text, der als Vorlage zur Vervielfältigung dient), das einem Schriftsetzer:in vorgibt, mit welchen charakterisierenden Eigenschaften der Schriftsatz typografisch (um)gesetzt werden soll.

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Akzidenzdrucksachen

Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Offizinen bzw. Buch- und Zeitungsdruckereien des frühen 19. Jahrhunderts für einen »Gelegenheitsauftrag« bzw. für eine »Nebeneinnahme«; dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts Begrifflichkeit für Geschäfts- oder Privatdrucksachen, beispielsweise Briefpapiere, Visitenkarten, Plakate oder Prospekte, die nicht im Werkdruck bzw. im Buch-, Zeitungs- oder Zeitschriftendruck produziert wurden; auch als »Akzidenzen« bezeichnet.

Zu den Akzidenzen zählen allerdings auch wirkungsvoll gestaltete Teile eines Buches oder einer Zeitung, beispielsweise Zeitungsköpfe (Titelkopf), Werbeanzeigen oder ein aufwendig gestalteter Buchtitel, ein Frontispiz oder der Haupttitel eines Buches. Die Pendants sind »Werkdrucksachen« bzw. »Werkdrucke«. Akzidenzdrucksachen weiterlesen

Akzidenzschriftsetzer

Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Offizinen bzw. Buch- und Zeitungsdruckereien für einen besonders grafisch geschulten und qualifizierten Handschriftsetzer, der überwiegend mit Akzidenzschriften und Affichen- bzw. Plakatschriften Akzidenzdrucksachen, also wirkungsvoll gestaltete Drucke, beispielsweise Zeitungsköpfe, Werbeanzeigen, Plakate, Geschäfts- oder Privatdrucksachen gestaltet und setzt; Schriftsetzer (Setzer), der im Akzidenzsatz einer Buch- oder Zeitungsdruckerei arbeitet; Abk. »Akzidenzsetzer«.  Akzidenzschriftsetzer weiterlesen

Akzidenzsatz

Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Offizinen bzw. Buch- und Zeitungsdruckereien des frühen 19. Jahrhunderts für den Handschriftsatz einer Akzidenzschriftsetzerei, einer Abteilung innerhalb einer Akzidenzdruckerei, die auf die Gestaltung und Druckvorlagenherstellung von Akzidenzdrucksachen, also wirkungsvoll gestaltete Drucke, beispielsweise Zeitungsköpfe, Plakate, Werbeanzeigen, Geschäfts- oder Privatdrucksachen, spezialisiert war.  Akzidenzsatz weiterlesen

Alinea

1. Typografischer Terminus für Schmuckzeichen, Zierstücke, Schlußstücke (z.B. die Kalliope), Vignetten (Rebranken), Englische Linien und Schlusslinien (siehe Linien) zur Textabtrennung bzw. Textgliederung und Raumaufteilung. Im materiellen Schriftsatz (Bleisatz) gehörten – ggf. bis auf die Vignetten – Alineas zum »Zierrat« und wurden in der Regel bei den Akzidenzschriften aufbewahrt.

Das prominenteste Alinea dürfte in der Kalligraphie und in der Typografie das Hedera- bzw. Aldusblatt sein. Alinea weiterlesen

Außensteg

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung für den äußeren, also den linken Außenrand der Versoseite bzw. den rechten Außenrand der Rectoseite eines Buches oder einer buchähnlichen Produktion; unbedruckter Raum zwischen Kolumne bzw. Satzspiegel und dem äußeren Beschnitt (Papierrand). Auch als Seitensteg bezeichnet. Außenstege werden im Buchsatzspiegel bzw. Gestaltungsraster dokumentiert. Außensteg weiterlesen

Arabische Ziffern

Die »Arabischen Ziffern« (typografische Bezeichnung) bzw. die »Indo-Arabischen Ziffern« (mathematische Bezeichnung) 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 0 lösten mit Beginn des 13. Jahrhunderts in Westeuropa die Römischen Zahlen sukzessive ab und ermöglichten durch ihre wesentlich einfachere und übersichtlichere Schreibweise – und natürlich der Null – die Weiterentwicklung der komplexen Mathematik und der Naturwissenschaften. Arabische Ziffern weiterlesen