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Kategorie B

Blindprägung

In der Typografie und im grafischen Gewerbe wird unter einer Blindprägung die mehr oder weniger partielle Verformung bzw. Ausformung eines grafischen Papiers, Kartons oder überzogenen Buchdecke (Einband) verstanden, die durch das Einpressen (Prägen) von dreidimensionalen Schriftzeichen, Flächen, Strukturen, Reliefs oder Illustrationen im Prägedruckverfahren entstehen; auch als »Farblosprägung« bezeichnet. Blindprägung weiterlesen

Bodoni, Giambattista

Italienischer Typograf, Graveur (Stempelschneider), Buchdrucker und Verleger. Geboren am 26. Februar 1740 im piemontesischen Saluzzo, gestorben am 30. November 1813 in Parma (Emilia-Romagna). Mentee von Costantino Ruggieri (1713–1766), dem Superintendenten der vatikanischen Polyglottendruckerei der Propaganda Fide in Rom. Giambattista Bodoni zählt bis heute zu den bedeutendsten Typografen Europas. Bodoni, Giambattista weiterlesen

Benton, Linn Boyd

US-amerikanischer Typograf, Drucker, Erfinder, Schriftgestalter und einer der Gründungsdirektoren der American Type Founders Company (ATF). Geboren 1844 in Little Falls (New York, USA) als Sohn des demokratischen US-Kongressabgeordneten und Richters Charles S. Benton (1810–1882), gestorben 1932 in Plainfield (New Jersey, USA). Die Entwicklung der amerikanischen Typografie wurde von Linn Boyd Benton und seinem einzigen Sohn Morris Fuller Benton (1872–1948) entscheidend geprägt. Sein Sohn zählt in der durch die Antiqua geprägten »Englischen Typografie« zu den bedeutenden Schriftgestaltern seiner Zeit. Benton, Linn Boyd weiterlesen

Benton, Morris Fuller

US-amerikanischer Typograf, Ingenieur, Erfinder, Schriftgestalter und Direktor der American Type Founders Company (ATF). Geboren 1872 in Milwaukee (Wisconsin, USA), gestorben 1948 in Morristown (New Jersey, USA). Einziger Sohn des Typografen und Erfinders Linn Boyd Benton (1844–1932). Morris Fuller Benton zählt in der Antiqua-Schriftkultur zu den bedeutenden Schriftgestaltern seiner Zeit. Benton, Morris Fuller weiterlesen

Brotschrift

Umgangssprachlicher Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Handschriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (z.B. Bleisatz) für die Grundschrift eines Schriftsatzes; Werksatzschrift.

Als Brotschriften wurden speziell Werksatzschriften in den Lesegrößen der Mittel Korpus bzw. Garamond (10 Didot Punkt), Rheinländer (11 Didot Punkt) und Cicero (12 Didot Punkt) bezeichnet.   Brotschrift weiterlesen

Berthold, Hermann

Typograf, Galvaniseur und Unternehmer. Hermann Berthold wurde am 19. August 1831 als Sohn eines Kattundruckers in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zum Präzisions-Werkzeugmacher beschäftigte sich Berthold intensiv mit der innovativen Technik der Galvanographie, einem 1840 vom Münchener Naturwissenschafter, Mineralogen und zu jener Zeit sehr bekannten bayrisch-pfälzischen Mundartdichter Franz von Kobell (1803–1882) entwickelten neuen Verfahren zur Herstellung von Kupferdruckplatten. Berthold, Hermann weiterlesen

Baskerville, John

Englischer Typograf und Emailliertechniker. Geboren 1706 zu Wolverley in der englischen Grafschaft Worcester, gestorben 1775. 1726 ließ sich der ausgebildete (Grab-) Steinschneider John (Johannis) Baskerville als Schreiblehrer und Graveur in Birmingham nieder, wo er ab 1738 ein Lackierunternehmen betrieb, das auf Japanlack spezialisiert war. Sein Erfindungsgeist revolutionierte die Emailliertechnik und er machte ein Vermögen mit der Herstellung von diversen Haushaltsgegenständen.  Baskerville, John weiterlesen

Beschnittzeichen

Im grafischen Druckgewerbe und in der Typografie sind Beschnittzeichen Markierungen in Form von feinen horizontalen und vertikalen Linien, die den Beschnitt einer Drucksache, z.B. einer Visitenkarte, eines Plakats oder die Seiten eines Buches, auf einem Druckbogen kennzeichnen. Sie dienen dem Zuschnitt von Druckerzeugnissen mit dem Messer, der Schere oder durch Schneideanlagen.  Beschnittzeichen weiterlesen

Bundsteg

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung für den inneren, also den rechten Innenrand der Versoseite bzw. den linken Innenrand der Rectoseite eines Buches oder einer buchähnlichen Produktion; unbedruckter Raum zwischen Kolumne bzw. Satzspiegel und der Symmetrieachse des Buches.  Bundsteg weiterlesen

Buchstabe

Lateinischer Buchstabe; Buchstabe römischen Ursprungs. Schriftzeichen für einen Sprachlaut; Zeichen zur visuellen Sprachfixierung von Vokalen und Konsonanten. Ein Buchstabe kodifiziert die auditive Wahrnehmung und wird demgemäß in der Linguistik als ein Graphem definiert, das einem Phonem entspricht. Das Zeichen »charakterisiert« den Laut – und umgekehrt – als Einheit, als eine untrennbare semantische Verknüpfung, die besonders in den romanischen Sprachen deutlich wird, beispielsweise im Französischen, wo das Wort »caractère« noch immer die Grundbedeutung von Buchstabe, Schriftzeichen, Letter und Type hat. Buchstabe weiterlesen