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Kategorie K

Kalliope

Das Motiv der »Kalliope« – die Muse der »Schreibenden Künste« – wurde in der Typographie bis zum Ende des materiellen Handschriftsatzes gerne als Alinea und insbesondere als Schlußstück vertrieben, welches zum »Typographischen Zierat« bzw. zum »Acczidenz-Zierat« (siehe Akzidenzschrift) zählten. Des Weiteren war die Kalliope ein beliebtes Motiv bei der Gestaltung von Exlibris. Insbesondere in den Epochen des Jugendstils fand sie in Büchern und Akzidenzdrucksachen vielfach und in den unterschiedlichsten Designs Verwendung. Kalliope weiterlesen

Kolumne

Der Begriff Kolumne ist in der Typographie mehrdeutig belegt. Er wird sowohl für die Satzseite eines Buches, für die Satzspalte eines Buches, einer Zeitung oder einer Website, als auch für eine journalistische Darstellungsform verwendet. 

Etymologisch leitet sich »Kolumne« aus dem mlat. »columna« für »Spalte«, eigentlich »Säule« ab. Im Kontext zu verstehen sind die Begrifflichkeiten Kolumnenbreite, Kolumnenabstand, Kolumnenhöhe, Kolumnensatz, Kolumnenraster, Kolumnentitel, Kolumnenziffer, Kolumnenzwischenräume und Hauptkolumne und Marginalkolumne (siehe Marginalie). Kolumne weiterlesen

Konsultationsgrößen

1. Konsultationsgrößen in der Buchtypographie

In der Buchtypographie wird ein Schriftgrad einer Textschrift mit oder ohne Serifen als »Konsultationsgröße« bezeichnet, wenn dieser in einem festen Verhältnis zu seiner übergeordneten Lesegröße (Fließtext) deutlich kleiner gesetzt wird. Konsultationsgrößen werden – im Werksatz beispielsweise – für »Konsultationstexte« genutzt, die nur kurze, ergänzende Informationen zu einer Passage im Fließtext bereitstellen, beispielsweise Fußnoten, Marginalien oder Legenden. 

Eine Passage im Fließtext wird in der Regel mit einer »Konsultation« durch ein »Konsultationszeichen« verbunden, beispielsweise mit einem Schriftzeichen (z.B. *), einer Arabischen Ziffer (z.B. 2), einem römischen Zählzeichen (z.B. III) oder einem Buchstaben (z.B. d). In der Buchtypographie sind Konsultationsgrößen eine Typifikation für Schriftgrade, die kleiner als Lesegrößen sind. 

2. Konsultationsgrößen im Grafikdesign und DTP

In der Akzidenztypographie, im Grafikdesign und im DTP Desktop Publishing wird der Terminus Konsultationsgröße pauschal für charakteristisch kleine Schriftgrade ohne korrespondierenden Lesegrößen verwendet, wie sie beispielsweise früher in Telefonbüchern und Wörterbüchern üblich waren und heute auf Lebensmitteletiketten, Verpackungen oder Packungsbeilagen zu finden sind. Der Terminus wird hier als Synonym für Schriftgrade unter 3 mm (hp-Vertikalhöhe) verstanden. Konsultationsgrößen weiterlesen

Karolingische Minuskel

Kalligraphische Schrift im Minuskelalphabet; Minuskelschrift. Auch als »Karlingische Minuskel« bzw. in der Paläographie als »Carolina« bezeichnet. 

Unsere heutigen Kleinbuchstaben beziehen ihre Herkunft aus der Karolingischen Minuskel und der »Humanistica« (Humanistische Minuskel), die im Wesentlichen auf der Carolina und der klassischen »Littera antiqua« – einer klaren kalligraphischen Schrift (siehe Kalligraphie), die bereits der Theologe und Philosoph Augustinus von Hippo (um 354–430) verwendete – basierte. Karolingische Minuskel weiterlesen

Kapitälchen

Großbuchstabenschrift; deutsches Diminutiv zu »Kapitale« in der Bedeutung von Majuskelschrift, analog zur lateinischen »Capitalis«; engl. »Caps«. Schriftstil, dessen Majuskelalphabet aus Großbuchstaben (Majuskeln) von der Grundlinie (Schriftlinie) zur H-Linie (Majuskelhöhe oder Versalhöhe) und dessen Minuskelalphabet aus kleineren Großbuchstaben (Kapitälchen) von der Grundlinie zur x-Linie besteht.  Kapitälchen weiterlesen

Kerning

Typographischer Terminus für den optischen Ausgleich kritischer Buchstaben-, Ziffern- bzw. Zeichenkombinationen (Zeichenabstandskerning) und Wortzwischenräumen (Wortabstandskerning) bei Proportionalschriften; ästhetischer Schriftweitenausgleich kritischer Zeichenpaare; Unterschneidung von Buchstabenpaaren oder Zeichengruppen; im materiellen Schriftsatz (z.B. Bleisatz) auch als »Zurichtung« einer Druckschrift bezeichnet; dt. »Unterschneidung«; CSS-Eigenschaft »font-kerning«. In der Mikrotypographie zählt das Kerning zum Optischen Schriftweitenausgleich.  Kerning weiterlesen