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Kategorie T

Tschichold, Jan

Deutscher und Schweizer Grafikdesigner, Typograf, Schriftgestalter, Kalligraph, Lehrer und Fachbuchautor. Geboren am 2. April 1902 in Leipzig (Sachsen) als Sohn von Franz und Maria Tzschichhold. Geburtsname »Johannes Tzschichhold«. Gestorben am 11. August 1974 in Locarno (Circolo di Locarno) im Kanton Tessin in der Schweiz.

Jan Tschichold zählt zu den populären Theoretikern der lateinisch geprägten Typografie des 20. Jahrhunderts; er gilt als Meister der traditionellen typografischen Praxis, insbesondere der Buch- und Lesetypografie. Tschichold, Jan weiterlesen

Typograf/in

Der Terminus Typograf bzw. Typografin wird heute überwiegend als periphere Bezeichnung für eine Person verwendet, die sich professionell mit dem materiellen oder digital reproduzierbaren Schriftbild als solchem beschäftigt, beziehungsweise sich mit der theoretischen oder angewandten Typografie handwerklich, gestalterisch, technisch oder philologisch befasst.  Typograf/in weiterlesen

Typografie

Kulturhistorisch betrachtet umfasst dieser Begriff im ursprünglichen Sinne der Renaissance sämtliche Bereiche der »Buchdruckerkunst«, in der Frührenaissance auch »Deutsche Kunst« oder »Schwarze Kunst« genannt, vom konkreten Druckschriftentwurf (Typometrie) über den Letternguß und die verschiedenen Methoden zur drucktechnischen Schriftvervielfältigung bis hin zur formalen Gestaltung von Druckwerken. Typografie weiterlesen

Typografischer Punkt

Typografisches Maßsystem, welches ursprünglich als »Point typografique« bezeichnet wurde; im gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Typografen/innen auch als »Punkt« abgekürzt. Gegenwärtig existieren unterschiedliche materielle und digitale typografische Punkt-Systeme, beispielsweise der Fournier-Punkt (Point typografique), der Didot-Punkt, der Pica Point oder der PostScript® Point (DTP-Punkt). Typografischer Punkt weiterlesen

Titelei

Terminus aus der Buchtypografie für die Gesamtheit der Seiten mit den Titelangaben eines Werkes (Druckwerk) vor dessen eigentlichen Inhalt; Anfangsseiten eines Buches oder einer buchähnlichen Publikation (z.B. Geschäftsbericht) bis hin zum eigentlichen Inhalt. Auch als »Seiten vor dem Inhalt« oder »Titeleiseiten« bezeichnet.  Titelei weiterlesen

Theinhardt, Ferdinand

Deutscher Typograf, Orientalist und »Königlich-Preußischer Schriftschneider«. Geboren am 3.5.1820 in Halle an der Saale. Inhaber der »Ferd. Theinhardt Schriftgiesserei Berlin«. Ferdinand Theinhardt entwarf mutmaßlich um 1880 für die wissenschaftlichen Publikationen der »Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin« eine vier Didot Punkt große »Liliput Grotesk« sowie eine »Royal-Grotesk« in vier Schriftschnitten, die vermutlich als eine der Archetypen der »Akzidenz Grotesk« der Berthold AG diente. Theinhardt, Ferdinand weiterlesen

Textura

Höchstentwickelte kalligraphische Buchschrift der Gotik und »Prototype« der Typografie. Schriftart; Hauptschriftgruppe, die in der typografischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Gebrochenen Schriften gehört. Auch als »Missalschrift«, »Psalterschrift«, Textur bzw. Texturalis (Textschrift) bezeichnet.

In der Paläographie nimmt die Textura, die als liturgische Hauptbuchschrift der Gotik bezeichnenderweise auch »Missalschrift« oder »Psalterschrift« genannt wird, eine zentrale Stellung ein. Sie entwickelt sich um 1300 aus der frühgotischen Minuskel und gehört bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gemeinsam mit der Rotunda zu den kalligraphischen Hochformen der »Littera textualis formata«. Textura weiterlesen

Tironische Noten

Römisches Kurzschriftsystem. In der Paläographie auch als »Tironiana« bezeichnet. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert von Marcus Tullius Tiro (um 103–4 v.Chr.) entwickelt. Tiro war in seiner Jugend Sklave im Hause des römischen Dichters, Redners und Staatsmanns Marcus Tullius Cicero (106–43 v.Chr.) gewesen, wurde aber dank seiner Intelligenz und Gelehrigkeit bald zu dessen Privatsekretär und schließlich sogar aus der Sklaverei entlassen. Tironische Noten weiterlesen

Typometrie

1. Geometrische Konstruktion von Schriftzeichen

Unter Typometrie versteht man heute die euklidisch-geometrische Konstruktion von Schriftzeichen. Letternvermessung; Zeichen(geo)metrie, Letternarchitektur. Segment der Schriftgestaltung (Schriftentwurf, Type Design), welches die gestaltlichen Gesetzmäßigkeiten und Größenbeziehungen (Proportionen) zwischen Linien, Schriftlinien und Flächen behandelt, die zur Konstruktion von Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen – unabhängig von den Spezifika der Schriftklassifikation – notwendig sind. Typometrie weiterlesen

Texteinzug

Typografischer Terminus für eine Zeileneinrückung; Einrücken des Textanfangs zu Beginn einer neuen Zeile; Abkürzung »Einzug«. 

Texteinzüge am linken Rand eines geschlossenen Schriftsatzes (z.B. eines Romans) werden im Segment der Lesetypografie – insbesondere im Blocksatz – als Absatzmethode verwendet, um Textpassagen sinngerecht in Absätze zu gliedern. Texteinzug weiterlesen