Schlagwort-Archive: Buchgestaltung

Gestaltung und Herstellung von Büchern oder buchähnlichen Publikationen und klassische Buchtypografie.

Faksimile

1. Händisches Schriftsatzlayout

»Faksimile« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) und des Fotosatzes für ein händisches Schriftsatzlayout;  Faksimiletext; makrotypografisches Layout. Etymologisch »Faksimile« für »Nachbildung« von lt. »fac simile« für »mach ähnlich« zu »facere« für »machen, tun »und »similis« für »ähnlich«. Faksimile weiterlesen

Inkunabel

Terminus aus der Paläotypie und Paläografie für »Wiegendruck«; Druckwerke mit beweglichen Lettern aus den ersten fünfzig Jahren des Buchdrucks; Buchdrucke aus der Zeit von Johannes Gutenbergs (um 1400–1468) frühesten Straßburger Experimenten um 1438 bis zum 31. Dezember 1500, als das eigentliche Druckerhandwerk sozusagen noch »in der Wiege« lag (siehe Schriftgeschichte). Plural Inkunabeln. Die erste Generation der Erst- bzw. Inkunabeldrucker des 15. Jahrhunderts werden als Prototypografen bezeichnet. Inkunabel weiterlesen

Errata

»Errata« ist in der Typografie ein Terminus für ein gedrucktes Verzeichnis bzw. eine Liste mit Autorenkorrekturen, Satz- und Druckfehlern eines Druckwerkes, das nachträglich einem bereits gefertigten Druckwerk, in der Regel einem Buch oder einer Zeitschrift, beigelegt wird, um den Leser auf die Korrekturen aufmerksam zu machen; Korrekturverzeichnis eines bereits veröffentlichen Druckwerks; beigefügte Liste von erkannten Fehlern eines bereits veröffentlichen Druckwerks; Druckfehlerverzeichnis; Druckfehlerhinweis; Corrigendum (lat. für »Korrektur« bzw. »zu Korrigierendes« oder »etwas zu Verbesserndes«). Errata weiterlesen

Kolumnentitel

»Kolumnentitel« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz der dspr. Typografie für eine Pagina (Seitenzahl) ohne und mit beigefügtem Text oberhalb, unterhalb oder seitlich einer Kolumne (Satzspalte) bzw. innerhalb eines Gestaltungsrasters bzw. bei klassischen Hand- und Tischbüchern, außerhalb eines Satzspiegels.

In der klassischen Buchgestaltung unterscheidet man traditionell zwischen »Toten Kolumnentitel« (solitär stehende Pagina) und einem »Lebenden Kolumnentitel« (Pagina mit beigefügtem Text).

In der multimedialen Typografie – Typografie besteht heute nicht mehr nur aus Buch- und Zeitungstypografie – kann man, beispielsweise im Editorial Design, einen Kolumnentitel auch ohne Pagina als Kolumnentitel bezeichnen (siehe unten).
Kolumnentitel weiterlesen

Aldusblatt

Blumenartiges Alinea; einzelnes Zierornament in Form eines herzförmigen Efeublattes; Schmuckzeichen; dekorative Glyphe im Zeichensatz eines Fonts. Der Terminus »Aldusblatt« ist ein Synonym für das »Hederablatt« (lat. »Hedera« für »Efeu« bzw. »hedera folium« für »Efeublatt«); Hedera-Zeichen; Kurzform Hedera. Ugs. auch als  »Druckerherz« oder »Druckerblume« bezeichnet.

Aldusblatt weiterlesen

Anhang

»Anhang« ist eine Bezeichnung aus der Buchgestaltung für die Gesamtheit der Seiten eines Werkes (Druckwerk) nach dessen eigentlichen Inhalt; Seiten nach der letzten Seite bzw. letzten Kolumne eines Buches oder einer buchähnlichen Publikation (z.B. Geschäftsbericht). Auch als »Seiten nach dem Inhalt« bezeichnet; Anhangseiten; Buchanhangseiten. Anhang weiterlesen

Pagina

Typografischer Terminus für die Seitenzahl einer Buchseite bzw. Blattseite, ggf. auch für die einer Loseblattsammlung. In der Buchgestaltung wird eine solitär stehende Pagina als »toter Kolumnentitel« oder als »Kolumnenziffer«, eine Pagina mit beigefügten Text, der sich auf den nachfolgenden Seiten ändern kann, als »lebender Kolumnentitel« bezeichnet. Kolumnentitel bzw. Paginas dienen dem Gliedern und dem Ordnen bzw. dem Auffinden einer bestimmten Stelle innerhalb einer Publikation.  Pagina weiterlesen

Titelei

Terminus aus der Buchgestaltung für die Gesamtheit der Seiten mit den Titelangaben eines Werkes (Druckwerk) vor dessen eigentlichen Inhalt; Seiten vor der ersten Anfangsseite bzw. ersten Anfangskolumne eines Buches oder einer buchähnlichen Publikation (z.B. Geschäftsbericht). Auch als »Seiten vor dem Inhalt« oder »Titeleiseiten« bezeichnet. Titelei weiterlesen

Goldener Schnitt

Bezeichnung für ein mathematisches Teilungsverhältnis einer Strecke oder anderer Größen, dessen Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil (Major) dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil (Minor) entspricht; irrationale Proportion von Breite zu Höhe im Verhältnis 1:1,618 (gerundet). Etymologisch von lt. »sectio aurea« für »Goldener Schnitt«; Synonym »Goldenes Verhältnis«; bis zum Ende des 19. Jahrhundert auch als »Göttliche Proportion« (lt. proportio divina) bezeichnet.  Goldener Schnitt weiterlesen

Vorderdeckel

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung, Buchherstellung und Druckweiterverarbeitung (Buchbinderei) für die Vorderseite eines festen Bucheinbandes (Hardcover); vordere Umschlagseite eines Buches oder einer buchähnlichen Publikation; vorderer Buchdeckel; Frontdeckel. Bei einem Taschenbuch, Paperback oder einer Broschüre (Softcover) wird der Vorderdeckel als »Einbandvorderseite« oder »Umschlagvorderseite« (Abk. U1) bezeichnet. Vorderdeckel weiterlesen

Villardscher Teilungskanon

Typografischer Terminus aus der Buchtypografie bzw. Buchgestaltung für einen Teilungskanon (Buchkanon), mit welchem man ohne jeden Maßstab in jedem Rechteck eine Strecke präzise in beliebig viele gleiche Teile teilen kann. Auch als »Villardscher Buchkanon« oder »Geheimer Kanon« bezeichnet; alternative Schreibweise: »Villard´scher Teilungskanon«. Konstruktionsprinzip, um einen Buchsatzspiegel bzw. Gestaltungsraster in einen gleichmäßigen, z.B. in einen neun-, zehn- oder zwölfgeteilten Flächenraster zu gliedern. Der Entwurf eines Satzspiegels bzw. Gestaltungsrasters gehört in das Segment der Makrotypografie. Villardscher Teilungskanon weiterlesen

Frontispiz

In der Typografie steht der Terminus »Frontispiz« für eine ganzseitige grafische Abbildung, beispielsweise eine Illustration, eine Typografik oder eine Fotografie, die sich auf der zweiten Seite eines Buches (# 2 Verso) oder einer buchähnlichen Publikation (z.B. Geschäftsbericht oder Broschüre) befindet. Die Seite zwei eines Buches wird deshalb auch als »Frontispizseite« bezeichnet. Frontispiz weiterlesen

Außensteg

Typografischer Terminus aus der Buchgestaltung für den äußeren, also den linken Außenrand der Versoseite bzw. den rechten Außenrand der Rectoseite eines Buches oder einer buchähnlichen Produktion; unbedruckter Raum zwischen Kolumne bzw. Satzspiegel und dem äußeren Beschnitt (Papierrand). Auch als Seitensteg bezeichnet. Außenstege werden im Buchsatzspiegel bzw. Gestaltungsraster dokumentiert. Außensteg weiterlesen

Impressum (Definition)

Herkunftsangabe bzw. Anbieterkennzeichnung einer Publikation; Erscheinungsvermerk. Bis in die 1990er Jahre wurde der Terminus »Impressum« ausschließlich für den »Druckvermerk« eines Buches, einer Zeitung oder einer Zeitschrift mit den Herkunftsangaben zu Autor, Herausgeber, Verlag und Offizin verwendet.

Heute wird der Begriff »Impressum« medienübergreifend genutzt, u.a. auch für die Anbieterkennzeichnung digitaler Publikationen und Dienste, z.B. für Websites. Ein Impressum gibt Auskunft darüber, wer der Anbieter einer materiellen (z.B. Tageszeitung) oder digitalen Publikation (z.B. E-Book) ist.
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