Schlagwort-Archive: Schrift

Handschriften, physische Druckschriften, Fonts, Schriftklassifikation, Schriftgestaltung und Typometrie.

Fonts | Tipps und Bezugsquellen

Computer Fonts (Abk. Fonts, dt. Computerschrift) werden heute nahezu ausschließlich per Download (Herunterladen) von Servern über ein digitales Netzwerk (z.B. Internet) für ein Betriebssystem (OS Operating Systems, z.B. Microsoft Windows® oder Apple macOS®), einen Client (z.B. Webbrowser) bzw. eine Applikation (z.B. Textverarbeitungsprogramm) zur Verfügung gestellt. Fonts | Tipps und Bezugsquellen weiterlesen

Apostroph

Ein »Apostroph« ist ein Interpunktionszeichen; orthografisches Satzzeichen, das eine Auslassung kennzeichnet. Terminus für ein auf Höhe der Oberlänge stehendes, kommaförmiges Zeichen, das zu den Ellipsenzeichen (Auslassungszeichen) zählt. Umgangssprachlich auch als »Hochkomma« oder »Oberstrich« bezeichnet. Etymologisch aus dem Altgriechischen »apóstrophos«‚ für »der Abgewandte« zu lateinisch »apostrophus«.  Apostroph weiterlesen

Faksimile

1. Händisches Schriftsatzlayout

»Faksimile« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) und des Fotosatzes für ein händisches Schriftsatzlayout;  Faksimiletext; makrotypografisches Layout. Etymologisch »Faksimile« für »Nachbildung« von lt. »fac simile« für »mach ähnlich« zu »facere« für »machen, tun »und »similis« für »ähnlich«. Faksimile weiterlesen

Antiqua-Varianten

»Antiqua-Varianten« ist eine Typifikation aus der typografischen Schriftklassifikation für Hybridschriften, Mischschriften oder Bastardschriften der (taxonomischen) Schriftgattung »Antiqua«; rundbogige Druckschriften römischen Ursprungs mit und ohne Serifen, die hybride Formen aufweisen und sich nicht eindeutig zuordnen lassen.

In der Schriftklassifikation nach DIN 16518 bilden Antiqua-Varianten die Schriftgruppe 7. In der Schriftklassifikation der Matrix Beinert werden sie als Decorative bezeichnet und gehören zu den Zierschriften der Hauptschriftgruppe 4. Antiqua-Varianten weiterlesen

Parenthese

1. Klammerzeichen

Typografischer Terminus für ein rundes, eckiges oder geschweiftes (Akkolade) Klammerzeichen, welches im linguistischen Schriftsatz zu den orthographischen Satzzeichen (Interpunktionszeichen), im naturwissenschaftlichen Schriftsatz (Mathematik, Physik, Chemie etc.) und der Notation (Musik) zu den variablen Formelzeichen gezählt wird. Plural Parenthesen. Parenthese weiterlesen

Schriftstärke

»Schriftstärke« ist ein Terminus aus der dspr. Typografie für eine variable oder konstante »Strichstärke« bzw. »Strichbreite« eines gedruckten oder virtuellen Buchstabens, Schriftzeichens oder einer Schrift bzw. eines Schriftschnitts (Schriftstils) innerhalb einer Schriftfamilie; im gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) auch als »Schriftgewicht« (Abk. »Gewicht«) bezeichnet; eng. »Font Weight« (Schriftgewicht); CSS-Eigenschaft »font-weight«; ugs. »Schriftdicke«. Schriftstärke weiterlesen

Akkolade

In der Typografie ist eine Akkolade eine geschweifte Parenthese; geschweifte Klammer; umgangssprachlich auch als »Nasenklammer« bezeichnet. Plural Akkoladen. Etymologisch aus dem Französischem »accolade« für »Umarmung« aus dem Lateinischen »ad« für »zu« und »collum« für »Hals«. Satzzeichen, welches Noten-, Code- und Textzeilen zusammenfügt.  Akkolade weiterlesen

Zurichtung

»Zurichtung« bzw. »Zurichten« sind mehrdeutige typografische Fachbegriffe, die ursprünglich aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftgießer, Schriftsetzer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) stammen und für das handwerkliche Vor- und Zubereiten einer Druckschrift, einer Druckform oder eines Druckwerks (Werk) verwendet werden. Zurichtung weiterlesen

Expertensatz

Ein »Expertensatz« ist ein typografischer Fachbegriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für eine sehr umfangreich ausgebaute Werksatzschrift (Textschrift), die aus einer Vielzahl von Schriftschnitten im Rahmen einer Schriftfamilie mit unterschiedlichen Schriftbreiten (z.B. schmal oder breit), Schriftstärken (z.B. mager oder fett) und Schriftlagen (z.B. kursiv oder schräg), Optischen Größen und besonderen Schriftzeichen, z.B. spezielle Zeichen für den Formelsatz – sowie im materiellen Schriftsatz aus vielen unterschiedlichen Schriftgarnituren – besteht; gut ausgebaute Schriftfamilie, die für den professionellen Schriftsatz (mikrotypografischer Feinsatz) verwendet wird; eng. Bez. »Expert Set« oder »Expert Font«. Expertensatz weiterlesen

Eszett : Scharfes s | ẞ : ß

Schriftzeichen; Schriftsatzzeichen; Buchstabe. Das heute nur noch in Deutschland und Österreich geschriebene »ß« wird als »Eszett« (»SZ«) oder »Scharfes s« bezeichnet. Es gilt als eine Eigenart der deutschen Schriftsprache.

In der deutschen Orthographie ist das »ß« ein Buchstabe, der in Regel nach einem Vokal oder Diphthong (Doppellaut) zur phonetischen Wiedergabe eines stimmlosen »s-Lautes« dient. Er kommt in Deutschland und Österreich häufig in Familiennamen (z.B. Großmann) und Ortsnamen (z.B. Roßhaupten) vor, was im internationalen Kontext häufig zu Irritationen führt. Eszett : Scharfes s | ẞ : ß weiterlesen

Werksatz

1. Satzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei

Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für eine Hand- und/oder Maschinensatzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei, die für den Schriftsatz regelmäßiger Druckwerke, sogenannte Periodika, zuständig war. Werksatz weiterlesen

Optische Größen

Unter »Optische Größen« versteht man in der Typografie und in der Schriftgestaltung unterschiedliche Varianten von Schriftschnitten innerhalb einer Schriftfamilie oder einer Schriftsippe, deren Typometrien (Letternarchitektur) vom Schriftgestalter/in (Type Designer) im Rahmen eines Schriftgradabstufungsmodells speziell auf Konsultationsgrößen, Lesegrößen, Schaugrößen und Ferngrößen bzw. Plakatgrößen abgestimmt wurden. Im deutschsprachigen Raum auch als »Designgrößen« bezeichnet; eng. »Optical Sizes«. Optische Größen weiterlesen

Font

In der Informationstechnik (IT) Abkürzung für »Computer Font«; dt. »Computerschrift«; digitaler Zeichensatz, beispielsweise in Form einer Alphabetschrift, der auf einem Computer sowie dessen Peripheriegeräten als grafisches Zeichensystem zur Visualisierung von Informationen dient.

In der Typografie wird der Anglizismus »Font« als digitaler Pendant zu einer physischen Drucktype verstanden, als eine digital reproduzierbare Bildschirmschrift (Screen Font) bzw. Druckschrift (Werksatzschrift).

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Schriftschnitt

Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftschneider, Schriftgießer, Schriftsetzer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für eine Schriftstilvariante einer physischen Druckschrift innerhalb einer Schriftfamilie oder ggf. Schriftsippe; Schriftstilvariante einer Druckschrift bzw. nzl. auch eines Fonts; nzl. »Schriftstil«; eng. »Font Style«. Schriftschnitt weiterlesen

Schriftbreite

»Schriftbreite« ist ein typografischer Terminus für die Breite eines gedruckten oder virtuellen Buchstabens oder Schriftzeichens einer Schrift bzw. eines Schriftschnitts (Schriftstils) innerhalb einer Schriftfamilie; horizontale Breite eines Buchstabens ohne Vor- und Nachbreite (siehe Dickte); Buchstabenbreite; Zeichenbreite. Schriftbreite weiterlesen

Schriftlage

»Schriftlage« ist ein typografischer Terminus für eine gerade oder schräge Ausrichtung einer Schrift römischen Ursprungs – bemessen am vertikalen Stamm (Hauptstrich, Grundstrich, Standstrich, eng. Stem) der Buchstaben und Schriftzeichen. Unterschieden werden geradestehende (stehende) und schrägstehende (schräge) Schriftlagen, beispielsweise die von Majuskeln, Minuskeln und Indo-Arabischen Ziffern. Schriftlage weiterlesen

Schriftfamilie

Typografische Bezeichnung für eine Gruppe zusammengehörender Schriftstile bzw. Schriftschnitte einer Schriftart (Schriftuntergruppe) in unterschiedlichen Schriftbreiten, Schriftlagen und Schriftstärken, die in der Regel vom gleichen Schriftgestalter/in (Type Designer) stammen und gemeinsame Formmerkmale in ihrer Typometrie (Letternarchitektur) aufweisen. Schriftfamilie weiterlesen

Ausrichtung

1. Typografischer Terminus für die Schriftsatzausrichtung (Satzausrichtung) eines Textes mittels eines Schriftsatz- oder Textverarbeitungsprogramms; Textausrichtung; Textlaufrichtung; Abkürzungen »Ausrichtung« oder »Laufrichtung«.

In der Regel sind Texte linksbündig, rechtsbündig oder axial (Axialsatz) ausgerichtet (siehe Schriftsatzarten).

2. Typografischer Terminus für die Ausrichtung eines vertikalen Stamms eines Buchstabens zur Bestimmung der Schriftlage (z.B. normal oder kursiv). Ausrichtung weiterlesen

Akzidenzschrift

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für eine Handsatzschrift, in der Regel aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung oder Messing), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz), die nicht als »Brotschrift« (Mengensatzschrift) oder »Auszeichnungsschrift« bestimmt war. Das Pendant zur Akzidenzschrift ist die Werksatzschrift. In der digitalen Typografie werden Akzidenzschriften primär als Zierschriften, Titelsatzschriften, Decorative, Display Fonts oder Designer Fonts bezeichnet.

Semantisch rührt der erste Teil des Kompositums von »Akzidenzen«. Etymologisch von »Accidenz« zu »Akzidenz« für »etwas Zufälliges, nicht zum Wesen Gehörendes«; entlehnt aus dem lat. »accidentia« für »Zufall«.
Akzidenzschrift weiterlesen

Schriftsippe

Typografischer Terminus für eine Gruppe zusammengehöriger Schriftfamilien aus unterschiedlichen Schriftarten (Schriftuntergruppen), die typometrisch aus einer Grundschrift entwickelt wurden und deren Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen in der Regel die gleichen Grundformen und Proportionen besitzen, jedoch unterschiedliche Klassifikationsmerkmale aufweisen; auch als »Schriftgroßfamilie« bezeichnet. Schriftsippe weiterlesen

Abquetschen

Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für die Abnutzung von Drucklettern durch hohe Auflagen. Abquetschen weiterlesen

Brotschrift

»Brotschrift« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für die Grundschrift eines Schriftsatzes; durchgehend verwendete Werksatzschrift; Mengensatzschrift. Brotschrift weiterlesen

Gemeine

Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für die Kleinbuchstaben (Pl.) eines Alphabets. Der korrekte typografische und wissenschaftliche Terminus für Gemeine lautet Minuskeln (Pl.) bzw. Minuskel (Sg.) Gemeine weiterlesen

Minuskel

Wissenschaftlicher und typografischer Terminus für den kleinen Buchstaben eines altgriechischen und römischen Alphabets karolingischen Ursprungs. In der Typografie, der Paläografie, der Paläotypie, der Epigraphik und in den Sprachwissenschaften seit dem 19. Jahrhundert als peripherer Begriff für »Kleinbuchstabe« gebräuchlich. Im gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker ehem. auch als »Gemeine« (Pl.) bezeichnet. Minuskel weiterlesen

Majuskel

Wissenschaftlicher und typografischer Terminus für den großen Buchstaben eines altgriechischen und römischen Alphabets; Großbuchstabe; Versalbuchstabe; ggf. Versal (Sg.); ggf. Versalie (Sg.). In der Typografie, der Paläografie, der Paläotypie, der Epigraphik und in den Sprachwissenschaften ist Majuskel seit dem 19. Jahrhundert als peripherer Begriff für »Großbuchstabe« gebräuchlich. Im gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker ehem. auch als »Versalien« (Pl.) bezeichnet. Majuskel weiterlesen

Versalien

Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutschsprachiger Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für die Großbuchstaben (Pl.) eines Alphabets; Versalbuchstaben (Pl.); Einzahl Versal (Sg.); Nebenform »Versalie« (Sg.). Der korrekte typografische und wissenschaftliche Terminus für Versalien lautet Majuskeln (Pl.) bzw. Majuskel (Sg.). Versalien weiterlesen

Decorative

Typografischer Terminus für dekorative Schriften, die auf der Typometrie der Antiqua mit und ohne Serifen basieren und Großteils im Sinne der typografischen Schriftklassifikation »Antiqua Varianten« sind. Zu dieser Gruppe gehören mehrheitlich »Designer Fonts«, die nicht die traditionellen Klassifikationsmerkmale einer Text- bzw. Werksatzschrift aufweisen. Decorative weiterlesen

Sperrsatz

1. Terminus für das gleichmäßiges Erweitern der Laufweite eines Screen Fonts, einer Druckschrift oder einer Schreibmaschinenschrift durch das Sperren mit einem Leerraumzeichen (Leertaste).

2. Terminus aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher und österreichischer Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (z.B. Bleisatz) für das dicktengleiche Sperren einer Fraktur bzw. Gebrochenen Schrift in gemischter Schreibweise. Sperrsatz weiterlesen

OCR-Schriften

Terminus aus der Informatik (Computer Science) für alphanumerische Antiqua Schriften mit einer stark stilisierten Typometrie für die automatisierte optische Zeichenerkennung durch Codiergeräte oder Computer; maschinenlesbare Schriften. OCR steht für eng. »Optical Character Recognition«, eine Methode für die automatisierte »Optische Zeichenerkennung« innerhalb von Bildmotiven. OCR-Schriften weiterlesen

Kapitälchen

Großbuchstabenschrift; deutsches Diminutiv zu »Kapitale« in der Bedeutung von Majuskelschrift, analog zur lateinischen »Capitalis«; engl. »Caps«. Schriftstil, dessen Majuskelalphabet aus Großbuchstaben (Majuskeln) von der Grundlinie (Schriftlinie) zur H-Linie (Majuskelhöhe oder Versalhöhe) und dessen Minuskelalphabet aus kleineren Großbuchstaben (Kapitälchen) von der Grundlinie zur x-Linie besteht.  Kapitälchen weiterlesen

Gebrochene Schriften

Schriftgattung; Terminus für handgeschriebene und gedruckte »gebrochene« Schriftarten gotischen Ursprungs. Die Sammelbezeichnung »Gebrochene Schriften« wird in der Paläografie und Paläotypie sowohl für handgeschriebene als auch für gedruckte gebrochene Schreib- und Buchschriften und in der Typografie für gebrochene Drucktypen unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen verwendet. 
Gebrochene Schriften weiterlesen

Fraktur

Die Frakturschrift ist eine Hauptschriftgruppe, die im Sinne der Schriftklassifikation mit römischer Alphabettradition zu der Schriftgattung der »Gebrochenen Schriften« zählt. Auch als »Deutsche Schrift«, im englischsprachigen Raum mehrdeutig auch als »Gothic«, »Old English» oder als »Blackletter« bezeichnet.

Die Fraktur war über 400 Jahre im Wesentlichen die Buch- und Verkehrsschrift der Deutschen und bis 1941 die offizielle Amtsschrift im »Deutschen Reich«. Als Schöpfer der ersten reinen »fractura germanica« (1507) gilt der Augsburger Kalligraph und Benediktinerpater Leonhard Wagner (1453–1522). Fraktur weiterlesen

Textura

Höchstentwickelte kalligraphische Buchschrift der Gotik und »Prototype« der Typografie. Schriftart; Hauptschriftgruppe, die in der typografischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Gebrochenen Schriften gehört. Auch als »Missalschrift«, »Psalterschrift«, Textur bzw. Texturalis (Textschrift) bezeichnet.

In der Paläografie nimmt die Textura, die als liturgische Hauptbuchschrift der Gotik bezeichnenderweise auch »Missalschrift« oder »Psalterschrift« genannt wird, eine zentrale Stellung ein. Sie entwickelt sich um 1300 aus der frühgotischen Minuskel und gehört bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gemeinsam mit der Rotunda zu den kalligraphischen Hochformen der »Littera textualis formata«. Textura weiterlesen

Schriftnorm

Unter einer Schriftnorm versteht man in der Typografie Regeln, Leitlinien oder Merkmale für die Typometrie (Letternarchitektur) einer reproduzierbare Bildschirm- und/oder Druckschrift, die durch nationale oder internationale Normungsunternehmen und -organisationen, beispielsweise durch das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV), das Austrian Standards Institute (ASI) oder die International Organization for Standardization (ISO), standardisiert wurden.  Schriftnorm weiterlesen

Allograph

Terminus für Grapheme, die denselben Laut darstellen, aber eine voneinander abweichende typometrische oder orthographische Form bzw. Schreibweise aufweisen. Etymologisch aus dem altgr. »allos« für »anders« und »graphein« für »schreiben«. Alternative Schreibweise »Allograf«.  Allograph weiterlesen

@ AT-Zeichen

Das @-Zeichen (AT-Zeichen) ist eines von drei Elementen einer E-Mail-Adresse im Internet. Es trennt eine benutzer- bzw. verwenderspezifische Kennung von der Host-Angabe (Domain). Heute ausgesprochen eng. als »at« und dt. als »ät« bzw. »æt«, was soviel bedeutet wie »in«, »an«, »bei« oder »auf«. Umgangssprachlich auch »Klammeraffe« genannt. @ AT-Zeichen weiterlesen

Unicode

Unicode ist ein weltweiter, plattformunabhängiger Zeichenkodierungsstandard für Computer Software und Font Files (z.B. OpenType TrueType flavoured Fonts), in dem langfristig für jedes Sinn tragende Schriftzeichen oder Textelement aller bekannten Schriftkulturen und Zeichensysteme, beispielsweise für Logogramme (z.B. Pictogramme, Ideogramme), Phonogramme (z.B. Syllabogramme, Alphabete) oder Sonderzeichen (z.B. Interpunktionszeichen), ein digitaler Code festgelegt wird, um die Verwendung unterschiedlicher und inkompatibler Kodierungen in verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen zu beseitigen. Der Unicode wird fortlaufend ergänzt. Unicode weiterlesen

Capitalis Monumentalis

Lateinische, in Stein gemeißelte Schrift; Lapidarschrift; Schrift der Römer. Die Capitalis Monumentalis ist eine Adaption des eteokretisch griechischen Alphabets, welches um 600 v. Chr. aus dem multikulturellen Kreta über die Etrusker – »dem Volk der Bücher« – zu den Latinern, ins heutige Mittel- und Nordwestitalien kam, deren römische Nachkommen daraus die lateinische Schrift entwickelten. Capitalis Monumentalis weiterlesen

Akzidenzsatz

Gewerbespezifischer Terminus aus der Epoche der Offizinen bzw. Buch- und Zeitungsdruckereien des frühen 19. Jahrhunderts für den Handschriftsatz einer Akzidenzschriftsetzerei, einer Abteilung innerhalb einer Akzidenzdruckerei, die auf die Gestaltung und Druckvorlagenherstellung von Akzidenzdrucksachen, also wirkungsvoll gestaltete Drucke, beispielsweise Zeitungsköpfe, Plakate, Werbeanzeigen, Geschäfts- oder Privatdrucksachen, spezialisiert war.  Akzidenzsatz weiterlesen

TrueType Font

In der Informationstechnik (IT) und in der Typografie versteht man unter einem »TrueType Font« einen digitalen, vektorbasierenden Zeichensatz (Computerschrift), beispielsweise in Form einer Alphabetschrift, der auf einem Computer (z.B. PC oder Smartphone) sowie dessen Peripheriegeräten (z.B. Monitor, Beamer oder Laserdrucker) als grafisches Zeichensystem zur Visualisierung von Informationen dient; Abk. »TrueType«; Suffix ».ttf«. TrueType Font weiterlesen

Font Hinting

Terminus aus der Informatik (Computer Science) und der digitalen Schriftgestaltung (Type Design) für das Einbetten von »Hints« in Outline Font Files, einer Methode zur Interpolation von digitalen Schriften, um diese am Bildschirm in Lesegrößen deutlicher darzustellen. Etymologisch aus dem Englischen »Font« für »Schrift, Zeichensatz« und »hint« für »Wink, Anspielung, Hinweis«. Gewerbespezifische Abk. »Hinting«; eng. »Hints«. Font Hinting weiterlesen

Kursiv

Typografischer Terminus für eine nach rechts geneigte Schriftstilvariante; nach rechts geneigte Schriftlage; Klassifikationsmerkmal einer Druckschrift bzw. eines Screen Fonts. In anderen europäischen Sprachen als »italic«, »italique«, »cursiva« oder »corsivo« bezeichnet. Kursiv weiterlesen

Renaissance-Antiqua

Schriftart; Schriftuntergruppe, die im Sinne der typografischen Schriftklassifikation in der Schriftgattung der Antiqua-Schriften zur Hauptschriftgruppe der Antiquas zählt; rundbogige Druckschrift römischen Ursprungs mit Serifen. Auch als »Mediaeval« (lt. »mediaeval« für »mittelalterlich«) bzw. »Mediäval«, im angelsächsischen Sprachraum als »Old Style« oder »Old Face« bezeichnet. Renaissance-Antiqua weiterlesen

Display

1. Optische Größe »Display«

Typografischer Terminus für die »Optische Größe« (optical sizes) einer Schriftstilvariante einer klassischen Antiqua Schrift mit oder ohne Serifen, die in ihrer Typometrie speziell für große Schriftgrade ausgelegt ist, beispielsweise für Headlines in Anzeigen, für Plakate oder für Orientierungs- und Leitsysteme. Auch als Ferngrößen, ehemals als Plakatgrößen bezeichnet. Display weiterlesen

Lesegrößen

Typografische Typifikation für Schriftgrade von Textschriften mit oder ohne Serifen, die bei ausreichender Leseschärfe (Minimum legibile) beim Erfassen längerer Textpassagen im Nahbereich erfahrungsgemäß als sinnvoll erachtet werden, um damit die Lesbarkeit eines Schriftsatzes bestmöglich zu gestalten; Schriftgradzuordnung von Druckschriften für Leseabstände im Nahbereich. Lesegrößen weiterlesen

Vorklassizistische Antiqua

Schriftart; Schriftuntergruppe, die im Sinne Schriftklassifikation zur Schriftgattung (Hauptschriftgruppe) der Antiqua-Schriften gehört; rundbogige Druckschrift römischen Ursprungs mit Serifen. In der deutschen typografischen Literatur auch als »Barock Antiqua«, »Übergangsantiqua« oder »Halbmediäval«, im englischsprachigen Raum (GB, USA etc.) als »Transitional« (British Standards, 1967), in Frankreich als »Réales« (Maximilien Vox, 1963) und in Italien als »Transizionali« (Novarese und Pellitteri, 1965) bezeichnet.

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Egyptienne

Hauptschriftgruppe und Schriftuntergruppe (Schriftart), die im Sinne der typografischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Antiqua-Schriften gehört. Rundbogige Screen- und Druckschrift römischen Ursprungs mit betonten, teils blockartigen Serifen; auch als »Serifenbetonte Antiqua« bzw. reine Egyptiennes als »Serifenbetonte Linear-Antiqua«, im englischsprachigen Raum als »Slab Serif«  bezeichnet. Egyptienne weiterlesen

Grundschrift

1. Grundschrift bei Druckschriften und Screen Fonts

In der Typografie ist die »Grundschrift« der Schriftschnitt einer Schriftfamilie oder Schriftsippe, der innerhalb eines geschlossenen Schriftsatzes, beispielsweise einem Buch, einem Geschäftsbericht, einer Website, einer Anzeige oder eines Prospekts, als Primärschrift (Basisschrift) verwendet wird. Vereinzelt auch als »Fließtextschrift« oder »Lauftextschrift« und im gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer und Drucker von Offizinen aus der Periode des materiellen Handschriftsatzes (Bleisatz) als »Brotschrift« bezeichnet. Grundschrift weiterlesen

Schriftkegel

Typografischer Terminus für den physischen Körper einer Drucktype (Druckbuchstabe für den Hochdruck) aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz). Auch als Drucktype oder als Druckletter bezeichnet. Frz. »le corps de lettre«; eng. »the body of the letters«; Kurzform »Kegel«.  Schriftkegel weiterlesen

Dicktengleich

Typografischer Terminus für Alphabete, Indo-Arabische Ziffern, Satzzeichen, Sonderzeichen und Leerraumzeichen, die durchgängig die gleiche Dickte besitzen. Dicktengleiche Schriften werden auch als Nichtproportionalschriften, Festbreitenschriften oder als Monospaced Fonts, dicktengleiche Ziffern als Tabellenziffern und das dicktengleiche Spationieren einer Schrift als »Sperren« bezeichnet. Dicktengleich weiterlesen

Schriftgattung

Terminus aus der typografischen Schriftklassifikation für die oberste taxonomische Ebene einer maschinell bzw. digital reproduzierbaren Schrift, beispielsweise einer Druckschrift oder ein Webfont. Etymologisch setzt sich der Fachbegriff aus »Schrift« im Sinne einer Buchstabenschrift (z.B. Alphabetschriften) bzw. Silbenschrift (z.B. Syllabographieschriften), also einem »Zeichensystem zur Sichtbarmachung von Sprache, Gedanken oder sonstigen kodierten Informationen« und »Gattung« – vom spätmittelhochdeutschen »gatunge« zu mittelniederländisch »gatten« als Abstraktum für »zusammenfügen«, »Zusammengefügtes« und »Zusammengehöriges« – zusammen.  Schriftgattung weiterlesen

Buchstabe

Lateinischer Buchstabe; Buchstabe römischen Ursprungs. Schriftzeichen für einen Sprachlaut; Zeichen zur visuellen Sprachfixierung von Vokalen und Konsonanten. Ein Buchstabe kodifiziert die auditive Wahrnehmung und wird demgemäß in der Linguistik als ein Graphem definiert, das einem Phonem entspricht. Das Zeichen »charakterisiert« den Laut – und umgekehrt – als Einheit, als eine untrennbare semantische Verknüpfung, die besonders in den romanischen Sprachen deutlich wird, beispielsweise im Französischen, wo das Wort »caractère« noch immer die Grundbedeutung von Buchstabe, Schriftzeichen, Letter und Type hat. Buchstabe weiterlesen

Rotunda

Rundgotische Buchschrift; Schriftart; Hauptschriftgruppe, die in der typografischen Schriftklassifikation zur Schriftgattung der Gebrochenen Schriften gehört. In der Paläografie zählen die kalligraphischen Varianten zu den Hochformen der »Littera textualis formata«. Auch als »Littera Bononiensis« oder »Halbgotische Schrift« bezeichnet. Rotunda weiterlesen