Aschegehalt von Papier

»Aschegehalt« von Papier ist ein Fachbegriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Papierhersteller und dem polygrafischen Gewerbe (Druckwesen) für den anorganischen, nicht verbrennbaren Anteil im (Druck)Papier an Füllstoffen, Verunreinigungen und Pigmenten; Bestandteile eines Papiers, welche beim Verbrennen und dem darauf folgenden Glühen als unverbrennlich zurückbleiben; anorganische Substanzen eines Papiers, die nicht verbrennen (Veraschen).

Der Aschegehalt, also die Art, Menge und Zusammensetzung der Füllstoffe, ist bestimmend für die Eigenschaft, Qualität und Produktionskosten eines Papiers. Für die Typografie ist insbesondere die daraus resultierende Opazität von Bedeutung.

Die Zusammensetzung einer Asche kann sowohl qualitativ hochwertig und kostenintensiv (z.B. hoher Anteil Titandioxid), als auch minderwertig und kostengünstig sein. Einerseits ist »Asche« also in der Regel – abgesehen von Titandioxid – kostengünstiger als organische Fasern, andererseits können durch die Zugabe und Zusammensetzung der Asche auch neue Papiereigenschaften erzeugt und verbessert sowie Herstellungsprozesse technisch und energetisch optimiert werden.

Anorganische Asche kann im Gegensatz zu organischen Fasern allerdings keine Festigkeit bzw. Biegefestigkeit bilden, weshalb ihr Anteil im Papier begrenzt ist. Der übliche Aschegehalt von Standardpapieren reicht von 0 % bei Tissuepapieren  (z.B. für Papiertaschentücher) bis hin zu etwa 35 % bei gestrichenen und ungestrichenen Tiefdruckpapieren.

Die am häufigsten eingesetzten Füllstoffe bzw. Hilfsstoffe sind Calciumcarbonat (Kreide), Kaolin (China Clay) und Titandioxid, wobei Titandioxid (Anatas, Rutil) die höchste Opazität durch seinen Brechindex  von ca. 2,5 nD ermöglicht und somit das teuerste Hilfsmittel in der Papierproduktion darstellt.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de