Faltmarke

Bezeichnung aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz der Typografie und des Druckgewerbes für eine innerhalb des Papierbeschnitts gedruckte Markierung auf einem Druckerzeugnis, beispielsweise auf einem Briefbogen, welches ein späteres händisches Falten erleichtert.

Faltmarken haben in der Regel die Form eines kurzen, feinen Strichs bzw. einer kurzen Haarlinie. Sie dient als optische Orientierung für das passgenaue händische Falten eines Blattes. Faltmarken erleichtern beispielsweise den Versand von Briefpapieren in einem darauf abgestimmten Kuvert.

Die Positionierung einer oder mehrerer Faltmarken auf einer Drucksache ist abhängig vom jeweiligen Papierformat und der beabsichtigten Konfektionierung (Faltung). Eine Faltmarke, die auch zum Justieren eines Papierlochers (Perforator) verwendet wird, wird auch als Lochmarke bezeichnet.

In Deutschland sind beispielsweise auf einem Normalbriefbogen nach DIN 676 Form A 1) im Papierformat DIN A4 drei Faltmarken gebräuchlich, um diese passgenau für ein DIN Lang Kuvert zu falten bzw. gelocht in einem Aktenordner mit Standard-Lochung nach ISO 838 abzuheften: 

  • Obere Faltmarke bei 87 mm (vom oberen Papierrand gemessen)
  • Mittelmarke (Lochmarke) bei 148,5 mm (vom oberen Papierrand gemessen)
  • Untere Faltmarke bei 192 mm (vom oberen Papierrand gemessen)

Bei einem Normalbriefbogen nach DIN 676 Form B im Papierformat DIN A4 sind ebenfalls drei Faltmarken gebräuchlich: 

  • Obere Faltmarke bei 105 mm (vom oberen Papierrand gemessen)
  • Mittelmarke (Lochmarke) bei 148,5 mm (vom oberen Papierrand gemessen)
  • Untere Faltmarke bei 210 mm (vom oberen Papierrand gemessen) 

Der Terminus »Faltmarke« ist nicht mit dem Begriff »Falzmarke« zu verwechseln.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: Die DIN 676 wird heute immer noch angewendet, obwohl diese zurückgezogen und durch die DIN 5008 (DIN 5008:2011-04) ersetzt wurde.