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Unicode

21. Juli 2026

»Unicode®« ist ein weltweiter, plattformunabhängiger Zeichenkodierungsstandard für Computersoftware und Font-Dateien (z.B. OpenType- und TrueType-flavoured Fonts). Er legt langfristig für jedes bedeutungstragende Schriftzeichen oder Textelement aller bekannten Schriftkulturen und Zeichensysteme – beispielsweise für Logogramme (z.B. Piktogramme, Ideogramme), Phonogramme (z.B. Silbenschriften und Alphabete) sowie Sonderzeichen (z.B. Interpunktionszeichen) – einen eindeutigen digitalen Code fest. Ziel von Unicode ist es, die Verwendung unterschiedlicher und inkompatibler Zeichenkodierungen in verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen zu beseitigen. Der Unicode-Standard wird fortlaufend erweitert.

Der Zeichenvorrat (Glyphenverzeichnis) eines OpenType-Fonts, also alle Glyphen einer Font-Datei, kann technisch bis zu 65.536 Zeichen bzw. Codepunkte des Unicode-Zeichenkodierungsstandards umfassen, beispielsweise Logogramme, Phonogramme oder Interpunktionszeichen. Frühere Font-Formate, etwa PostScript® Type 1 Outline Fonts für Apple OS Classic® oder PFB-Fonts unter Windows®, verfügen dagegen lediglich über eine 8-Bit-Kodierung mit maximal 256 Glyphen. Beispiel: Codierungsprinzip einer OpenType-Font-Datei nach dem Unicode-Standard.
Der Zeichenvorrat (Glyphenverzeichnis) eines OpenType-Fonts, also alle Glyphen einer Font-Datei, kann technisch bis zu 65.536 Zeichen bzw. Codepunkte des Unicode-Zeichenkodierungsstandards umfassen, beispielsweise Logogramme, Phonogramme oder Interpunktionszeichen. Frühere Font-Formate, etwa PostScript® Type 1 Outline Fonts für Apple OS Classic® oder PFB-Fonts unter Windows®, verfügen dagegen lediglich über eine 8-Bit-Kodierung mit maximal 256 Glyphen. Beispiel: Codierungsprinzip einer OpenType-Font-Datei nach dem Unicode-Standard.

Im Unicode® erhält jedes Zeichen einen eindeutigen Codepunkt. Beispielsweise wird die deutsche Minuskelligatur »ß« (kleines Eszett) seit Version 1.1.0 (Juni 1993) unter der Bezeichnung »Latin Small Letter Sharp S« (U+00DF) geführt, die Majuskelligatur »ẞ« (großes Eszett) seit Version 5.1 (April 2008) unter »Latin Capital Letter Sharp S« (U+1E9E).

Der gesamte Zeichenumfang von Unicode ist in 17 Ebenen (Planes) gegliedert, die jeweils 2¹⁶ = 65.536 Codepunkte umfassen. Sechs dieser Ebenen werden bereits genutzt; die übrigen sind für zukünftige Erweiterungen vorgesehen. Diese Struktur und ihre Dokumentation ermöglichen eine einheitliche und eindeutige Codierung sowie Decodierung von Zeichen aller Art in Computersoftware und Font-Files.

Initiiert wurde das Unicode-Projekt um 1984 u.a. vom Informatik-Pionier Joseph D. Becker (1923–1995) im Palo Alto Research Center, Xerox® PARC, USA. Seit 1991 wird das weltweite Projekt von den Mitgliedern des »Unicode Consortium« mit Sitz in Mountain View (Kalifornien, USA) betreut 1) . Die Mitgliedschaft setzt sich aus Einzelpersonen, Unternehmen und Institutionen zusammen, die überwiegend der IT-Branche angehören, darunter Adobe®, Apple®, Google®, IBM®, Microsoft® und SAP®. 2) 3)

Der Unicode-Standard ist von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) im Standard ISO/IEC 10646 als »Universal Character Set« (UCS) definiert. 4)

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
1 Weiterführende Informationen: Website des Unicode Consortium, online verfügbar unter https://home.unicode.org/ (21.7.2026).
2 Literaturempfehlung: Bergerhausen, Johannes, und Siri Poarangan: Decodeunicode. Die Schriftzeichen der Welt. Verlag Hermann Schmidt Mainz, ISBN 978-3-87439-813-8.
3 Weiterführende Informationen: SELFHTML, Zeichenkodierung, online verfügbar unter https://wiki.selfhtml.org/wiki/Zeichenkodierung (21.7.2026).
4 Anmerkung: Die ISO (International Organization for Standardization) ist eine internationale Normungsorganisation mit Sitz in Vernier bei Genf. Online verfügbar unter https://www.iso.org/home.html (21.7.2026).

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