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Cursiva

20. Juli 2026

Die »Cursiva« ist eine lateinische Kursivschrift; Schrägschrift der Römer. Sie war die römische Verkehrsschrift und wurde mit einem Griffel in Wachstafeln geritzt oder mit einer schmalen Rohrfeder auf Papyrus schnell geschrieben.

In der Paläografie wird sie auch als »Scriptura cursiva« bezeichnet. Der Begriff leitet sich vom lateinischen »cursiva« (»laufend«, »fließend«) beziehungsweise von »currere« (»laufen«) ab und verweist auf den flüssigen, fortlaufenden Schreibduktus. Die römischen Majuskelschriften werden in der Paläografie zusammenfassend als »Scriptura capitalis« bezeichnet.

Die »Scriptura cursiva« gilt als die römische Kursivschrift. Sie wurde vor allem für Urkunden, Briefe und persönliche Aufzeichnungen verwendet. Geschrieben wurde sie mit einer schmalen Rohrfeder auf Papyrus oder mit einem Griffel auf Wachstafeln. Beispiel einer älteren Cursiva aus der Mitte des 1. Jahrhunderts n.Chr. Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung.
Die »Scriptura cursiva« gilt als die römische Kursivschrift. Sie wurde vor allem für Urkunden, Briefe und persönliche Aufzeichnungen verwendet. Geschrieben wurde sie mit einer schmalen Rohrfeder auf Papyrus oder mit einem Griffel auf Wachstafeln. Beispiel einer älteren Cursiva aus der Mitte des 1. Jahrhunderts n.Chr. Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung.

Die Cursiva entwickelte sich aus der »Capitalis quadrata«. In ihrer frühen Form war sie zunächst eine stärker vereinfachte und teilweise nach rechts geneigte Gebrauchsschrift. Sie entstand bereits im 1. Jahrhundert v.Chr. und wurde während der gesamten römischen Kaiserzeit vor allem für nichtliterarische, alltägliche Texte wie Briefe, Notizen, Rechnungen, Verträge und Verwaltungsdokumente verwendet.

In der heutigen Typografie bezeichnet »kursiv« eine nach rechts geneigte Schriftvariante einer Druck- oder Bildschirmschrift. Je nach Sprachraum wird sie auch als »Italic«, »Italique«, »Cursiva« oder »Corsivo« bezeichnet. Im Unterschied zur bloß schräggestellten Schrift (Oblique) handelt es sich bei einer echten Kursivschrift um einen eigenständig gestalteten Schriftschnitt mit charakteristischen Formen.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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