Cursiva
Die »Cursiva« ist eine lateinische Kursivschrift; Schrägschrift der Römer. Sie war die römische Verkehrsschrift und wurde mit einem Griffel in Wachstafeln geritzt oder mit einer schmalen Rohrfeder auf Papyrus schnell geschrieben.
In der Paläografie wird sie auch als »Scriptura cursiva« bezeichnet. Der Begriff leitet sich vom lateinischen »cursiva« (»laufend«, »fließend«) beziehungsweise von »currere« (»laufen«) ab und verweist auf den flüssigen, fortlaufenden Schreibduktus. Die römischen Majuskelschriften werden in der Paläografie zusammenfassend als »Scriptura capitalis« bezeichnet.

Die Cursiva entwickelte sich aus der »Capitalis quadrata«. In ihrer frühen Form war sie zunächst eine stärker vereinfachte und teilweise nach rechts geneigte Gebrauchsschrift. Sie entstand bereits im 1. Jahrhundert v.Chr. und wurde während der gesamten römischen Kaiserzeit vor allem für nichtliterarische, alltägliche Texte wie Briefe, Notizen, Rechnungen, Verträge und Verwaltungsdokumente verwendet.
In der heutigen Typografie bezeichnet »kursiv« eine nach rechts geneigte Schriftvariante einer Druck- oder Bildschirmschrift. Je nach Sprachraum wird sie auch als »Italic«, »Italique«, »Cursiva« oder »Corsivo« bezeichnet. Im Unterschied zur bloß schräggestellten Schrift (Oblique) handelt es sich bei einer echten Kursivschrift um einen eigenständig gestalteten Schriftschnitt mit charakteristischen Formen.