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Werkdruckpapier

18. März 2026

»Werkdruckpapier« ist ein Fachbegriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz der Papierhersteller, des polygrafischen Gewerbes (Druckwesen) und der Druckweiterverarbeitung (z.B. buchbinderische Verarbeitung) für ein ungestrichenes, maschinenglattes Druckpapier, das überwiegend für den Druck von Büchern (z.B. Romanen) und buchähnlichen Publikationen (z.B. Broschüren) mit hohem, überwiegend monochromem Textanteil verwendet wird; Druckpapier für den Werkdruck.

Werkdruckpapiere gehören zur Gruppe der Buchdruckpapiere. Typische Einsatzgebiete sind Romane, wissenschaftliche Texte, Sachbücher sowie einfache Broschüren, deren Inhalt überwiegend aus monochromen Fließtexten und ggf. einfachen Grafiken oder schlichten Illustrationen besteht. Werkdruckpapiere eignen sich sowohl für gebundene Ausgaben (Hardcover) als auch für Taschenbücher (Softcover).

Bei Werkdruckpapieren stehen die Lesbarkeit – also der »Stand der Schrift« –, eine gute Opazität sowie ein daraus resultierender ausgewogener Grauwert im Vordergrund, und dies bei wirtschaftlich vertretbaren Produktionskosten. Für Bildbände, Magazine oder Kataloge im Mehrfarbendruck (z.B. nach dem CMYK-Farbmodell) sind Werkdruckpapiere dagegen nur bedingt geeignet.

Werkdruckpapiere gehören zur Gruppe der Buchdruckpapiere. Sie eignen sich sowohl für Hardcover-Ausgaben als auch für Taschenbücher mit Softcover. Motivbild: Pixabay.
Werkdruckpapiere gehören zur Gruppe der Buchdruckpapiere. Sie eignen sich sowohl für Hardcover-Ausgaben als auch für Taschenbücher mit Softcover. Motivbild: Pixabay.

Was ist ein Werkdruckpapier?

Ein Werkdruckpapier ist ein ungestrichenes, maschinenglattes Papier mit relativ geringer Oberflächenleimung und meist leicht chamoisfarbiger oder naturweißer Färbung. Diese Tonigkeit reduziert den Kontrast zum – in der Regel schwarzen – Druckbild geringfügig und kann dadurch die Lesbarkeit längerer Textpassagen verbessern, da die Lichtreflexion im Vergleich zu hochweißen Papieren geringer ausfällt.

Charakteristisch ist zudem das vergleichsweise hohe Papiervo­lumen. Es beschreibt das Verhältnis von Dicke zu Flächengewicht eines Papiers und bestimmt, wie stark ein Papier »aufträgt«. Werkdruckpapiere werden häufig in Volumenstufen von etwa 1,5 bis 2,5 hergestellt. Ein hohes Volumen bewirkt, dass Bücher bei gleichem Flächengewicht einen größeren Rücken und damit eine voluminösere, repräsentativere Erscheinung erhalten.

Beide Papierseiten – also Recto und Verso (Schön- und Widerdruck) – weisen weitgehend identische Druckeigenschaften auf. Die Textwiedergabe ist aufgrund der offenen Papierstruktur sehr gut, während die Bildwiedergabe lediglich einen einfachen Qualitätsstandard erreicht. Fein abgestufte Rasterbilder lassen sich auf gestrichenen Papieren deutlich präziser reproduzieren.

Werkdruckpapiere besitzten in der Regel eine gute Opazität, eine angenehme Haptik sowie eine relativ gute Licht- und Alterungsbeständigkeit, insbesondere wenn es aus holzfreiem, chlorfrei gebleichtem Zellstoff hergestellt wird. Dadurch eignet es sich auch für Publikationen mit archivischer Funktion.

Je höher die Opazität eines Werkdruckpapiers ist, desto weniger scheinen die gedruckten, spiegelverkehrten Zeilen der Versoseite durch das Papier. Die Opazität hat einen spürbaren Einfluss auf den Grauwert einer Seite und damit auf die Lesbarkeit. Je dunkler der Grauwert einer Textseite ist, desto geringer ist die Lesbarkeit.
Je höher die Opazität eines Werkdruckpapiers ist, desto weniger scheinen die gedruckten, spiegelverkehrten Zeilen der Versoseite durch das Papier. Die Opazität hat einen spürbaren Einfluss auf den Grauwert einer Seite und damit auf die Lesbarkeit. Je dunkler der Grauwert einer Textseite ist, desto geringer ist die Lesbarkeit.

Papiervolumen und Papierstruktur von Werkdruckpapieren

Ein zentrales Qualitätsmerkmal von Werkdruckpapieren ist ihr Papiervolumen. Dieses Verhältnis zwischen Papierdicke und Flächengewicht entscheidet darüber, ob ein Papier dicht oder stark auftragend wirkt. Typische Volumenstufen im Werkdruckbereich sind beispielsweise 1,5-, 1,75-, 2,0-, 2,2- oder 2,5-faches Volumen.

Zur Herstellung voluminöser Papiere werden Zellstoffe mit geeigneter Faserstruktur eingesetzt, häufig aus Nadelhölzern wie Fichte sowie aus Laubhölzern oder speziellen Faserpflanzen wie Esparto-Gras. Durch die Kombination verschiedener Zellstoffarten sowie durch Füllstoffe und Pigmente lassen sich Eigenschaften wie Opazität, Steifigkeit und Geschmeidigkeit gezielt beeinflussen.

Rohstoffe und Gewinnung von Werkdruckpapieren

Der wichtigste Rohstoff für Werkdruckpapier ist Zellstoff, der durch chemischen Aufschluss von Holz gewonnen wird. Ausgangsmaterial sind Hackschnitzel von Laub- und Nadelhölzern. Beim chemischen Aufschluss wird der größte Teil des im Holz enthaltenen Lignins entfernt. Dadurch verbessern sich sowohl der Weißgrad als auch die Alterungsbeständigkeit des Papiers.

Für hochwertige Werkdruckpapiere wird der Zellstoff zusätzlich chlorfrei gebleicht, um verbleibende Ligninreste zu entfernen. Zur Verbesserung der Papierstruktur werden dem Faserstoff außerdem mineralische Füllstoffe und Pigmente zugesetzt, die unter anderem Opazität, Glätte und Druckverhalten beeinflussen.

Herstellung von Werkdruckpapieren

Die industrielle Herstellung von Werkdruckpapier folgt im Grundprinzip den klassischen Arbeitsschritten der Papierproduktion: Bildung der Papierbahn aus einer Fasersuspension, anschließendes Pressen, Trocknen und Glätten.

In der modernen Papierindustrie erfolgt die Bahnformation überwiegend auf Langsiebmaschinen. Dabei wird die Fasersuspension auf ein umlaufendes Siebband aufgebracht, auf dem das Wasser abläuft und sich eine noch nasse Papierbahn bildet. Diese durchläuft anschließend mehrere Press- und Trockenpartien.

Um eine ausreichende Bedruckbarkeit zu gewährleisten, wird die Oberfläche anschließend geglättet und das Blattgefüge leicht verdichtet. In einer Leimpresse erhält das Papier eine moderate Oberflächenleimung, die seine mechanischen Eigenschaften stabilisiert, ohne die charakteristische Saugfähigkeit wesentlich zu reduzieren.

Drucktechnische Eigenschaften von Werkdruckpapieren

Werkdruckpapier ist vergleichsweise saugfähig. Die Trocknung der Druckfarbe erfolgt deshalb überwiegend physikalisch durch das sogenannte Wegschlagen der im Farbfilm enthaltenen Öle in die Papierstruktur. Dieses Verhalten unterscheidet sich von gestrichenen Papieren, bei denen die Trocknung stärker durch oxidative Prozesse erfolgt.

Durch seine relativ offene Struktur lässt sich Werkdruckpapier gut falzen und weiterverarbeiten. Es eignet sich außerdem für verschiedene Veredelungsverfahren, etwa für Blindprägungen oder andere Prägetechniken.

Verwendung von Werkdruckpapieren

Werkdruckpapier wird vor allem für Publikationen mit hohem Textanteil eingesetzt. Typische Anwendungen sind:

    • Romane und literarische Werke der Belletristik
    • Wissenschaftliche und essayistische Sachbücher
    • Taschenbücher und gebundene Buchausgaben
    • Einfache Broschüren und textorientierte Publikationen

Die Bildwiedergabe beschränkt sich in der Regel auf einfache Schwarzweißabbildungen oder grob gerasterte Illustrationen. Für hochwertige Bildreproduktionen werden dagegen gestrichene Kunstdruckpapiere verwendet.

Grammaturen und Lieferformen von Werkdruckpapieren

Werkdruckpapier wird sowohl in Rollen als auch in Bogenformaten geliefert. Übliche Flächengewichte liegen beispielsweise bei 80 g/m², 90 g/m², 100 g/m², 115 g/m², 130 g/m², 200 g/m² und 300 g/m².

Für Buchinhalte werden häufig Grammaturen zwischen 80 g/m² und 90 g/m² eingesetzt, während Umschläge einfacher Broschüren oder Klappenumschläge auch deutlich höhere Flächengewichte erreichen können.

Nachhaltigkeit von Werkdruckpapieren

Werkdruckpapier ist grundsätzlich vollständig recycelbar. Wird es aus holzfreiem, chlorfrei gebleichtem Zellstoff hergestellt, weist es zudem eine vergleichsweise gute Licht- und Alterungsbeständigkeit auf. Diese Eigenschaften machen es auch für langfristig aufzubewahrende Publikationen geeignet.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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