Werk

Der Terminus »Werk« stammt aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Buchdrucker und Schriftsetzer von Offizinen und bedeutet »Buch«; Plural »Werke«. Dieses althergebrachte Synonym ist auch heute noch in der Buchtypografie gebräuchlich. 

Werk ist eine Kurzform von »Druckwerk«, womit bis zum Beginn der Zeitungstypografie 1 ) im 17. Jahrhundert ausschließlich das Buch gemeint war. Im Kontext zu verstehen sind auch die Begrifflichkeiten Werkdruck, Werksatz und Werkschriften bzw. Werksatzschriften2 )

Verwendet wurde der Begriff bereits von den Prototypografen des 15. Jahrhunderts, die damit ihr »Tagwerk« respektive ihr »Druckwerk«, also das Herstellen von Büchern meinten. Semantisch stammt »Werk« aus dem 8. Jahrhundert vom mittelhochdeutschen »werc(h)« [althochdeutschen »wer(a)h«] für »werc« zu »Werk« für »Arbeit«.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: Die erste regelmäßige Tageszeitung der Welt – die »Einkommenden Zeitungen« des Typografen, Buchdruckers und Buchhändlers Timotheus Ritzsch (1614–1678) – kam am 1. Juli 1650 in Leipzig (Sachsen) heraus. 
2.Literaturempfehlung: Wolf, Hans-Jürgen: Geschichte der graphischen Verfahren, Historia Verlag, Dornstadt, ISBN 3–980-0257–4-8.