Werksatz

1. Satzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei

Typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer, Schriftgießer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) für eine Hand- und/oder Maschinensatzabteilung einer Verlags- oder Zeitungsdruckerei, die für den Schriftsatz regelmäßiger Druckwerke, sogenannte Periodika, zuständig war.

Dazu zählten beispielsweise Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften. Das Pendant zum Werksatz ist der Akzidenzsatz.

Semantisch rührt »Werk« von »Werke«, einem althergebrachten gewerbesprachlichen Synonym für »Bücher«. »Werkdruck« meint also in seiner ursprünglichen Form den »Buchdruck«.

Handschriftsetzer in einer größeren Offizin, vermutlich Mitte des 20. Jahrhunderts in London oder Leipzig. Fotograf und Aufnahmeort unbekannt.
Handschriftsetzer in einer größeren Offizin, vermutlich Mitte des 20. Jahrhunderts in London oder Leipzig. Fotograf und Aufnahmeort unbekannt.

Ehemals große Verlagsdruckereien, z.B. die Presse-Druck- und Verlags-GmbH in Augsburg (Augsburger Allgemeine), waren bis in die 1990er Jahre noch in Werkdruckerei nebst Werksatz und Akzidenzdruckerei nebst Akzidenzsatz unterteilt.

Im Werksatz verwendete Druckschriften wurden als »Werksatzschriften« oder »Werkschriften« bezeichnet. Diese »Textschriften« für den Mengensatz wurden im gewerbespezifischen Sprachschatz von Schriftsetzern und Druckern auch als »Brotschriften« bezeichnet.

Im Allgemeinen wird der Begriff Werksatz – unabhängig vom Sprachgebrauch in Verlags- und Zeitungsdruckereien – heute primär für den Mengenschriftsatz von Periodika, beispielsweise Magazinen oder Bücher, verwendet.

2. Mengenschriftsatz

Bezeichnung für den Mengenschriftsatz, z.B. für Nachschlagewerke, wissenschaftliche Fachbücher, belletristische Reihen, Großeditionen oder Hauszeitschriften.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de