Blindprägung

In der Typografie und im grafischen Gewerbe wird unter einer Blindprägung die mehr oder weniger partielle Verformung bzw. Ausformung eines grafischen Papiers, Kartons oder überzogenen Buchdecke (Einband) verstanden, die durch das Einpressen (Prägen) von dreidimensionalen Schriftzeichen, Flächen, Strukturen, Reliefs oder Illustrationen im Prägedruckverfahren entstehen; auch als »Farblosprägung« bezeichnet.

Eine Blindprägung zählt zu den Druckveredelungen. Durch die Wirkung von Licht und Schatten wirkt eine Blindprägung plastisch. Ihre Haptik gilt gemeinhin als dezent, wertig und sinnlich.

Unterschiedliche ein- und mehrstufige Blindprägungen für eine versiegelte Broschüre auf hellen und schwarzen, texturierten Baumwollpapieren. Die Blindprägungen entstanden auf einem Original Heidelberger Tiegel. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Unterschiedliche ein- und mehrstufige Blindprägungen für eine versiegelte Broschüre auf hellen und schwarzen, texturierten Baumwollpapieren. Die Blindprägungen entstanden auf einem Original Heidelberger Tiegel. Design: Atelier Beinert, Berlin.

Eine Blindprägung erfolgt nach dem Auflagendruck in der Druckweiterverarbeitung als separater Arbeitsprozess in einer Druckerei oder in einer Buchbinderei.

Blindpressung und Blinddruck 

Grundsätzlich wird zwischen einer manuellen und einer maschinellen Blindprägung unterschieden. Zur besseren Begriffsabgrenzung wird die manuelle Blindprägung als »Blindpressung«, eine maschinelle Blindprägung als »Blinddruck« bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird allerdings selten differenziert.

Blindpressung

Eine manuelle Blindprägung, beispielsweise auf einer mit Leinengewebe oder Leder überzogenen Buchdecke, Präsentationsmappe oder Papierschachtel, wird als »Blindpressung« bezeichnet. Sie erfolgt meist in Handarbeit mit gravierten Prägeplatten aus Glockengußmetall (z.B. aus Bronze oder Hartmessing) oder Buchbinder-Prägeschriften (Punzierung mit Messingschriften) und mit den Spezialwerkzeugen eines Handbuchbinders*in (z.B. Kniehebelpresse oder Streicheisen). Die Blindpressung ist die älteste Form der Blindprägung. Sie ist insbesondere bei Einzelanfertigungen, Kleinauflagen oder sehr aufwendigen Pressungen sinnvoll.

Blindprägungen durch Handprägezangen zählen zwar semantisch zu den Blindpressungen, sind allerdings nicht mit professionellen Blindpressungen durch einen Handbuchbinder*in zu verwechseln. Prägezangen sind aufgrund ihrer kompakten Bauart nur sehr bedingt zum Prägen geeignet. Salopp formuliert, sind sie eine schöngeistige und preiswerte Ambition, beispielsweise um ein Briefpapier aufzuwerten.

Blindprägungen mit einer Handprägezange sind für kleinflächige, einstufig erhabene Blindhochprägungen mit sehr schlichten Motiven gedacht. Sie eignen sich für gelegentliche Prägungen auf leichten Papieren bis maximal 120 g/m2. Für Grammaturen ab 120 g/m2 sind Prägezangen ungeeignet. Beispiel: Prägung einer Schrift in texturiertes Naturpapier der Büttenpapierfabrik Gmund. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Blindprägungen mit einer Handprägezange sind für kleinflächige, einstufig erhabene Blindhochprägungen mit sehr schlichten Motiven gedacht. Sie eignen sich für gelegentliche Prägungen auf leichten Papieren bis maximal 120 g/m2. Für Grammaturen ab 120 g/m2 sind Prägezangen ungeeignet. Beispiel: Prägung einer Schrift in texturiertes Naturpapier der Büttenpapierfabrik Gmund. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Matrize einer Handprägezange aus Messing. Blindprägungen mit Prägezangen sind u.a. aufgrund des geringen Anpressdrucks und des fehlenden Parallaxenausgleichs nicht annähernd so prägnant und hochwertig, wie es Prägungen durch professionelle Prägemaschinen und Prägegeräte sind. Die Platzierung einer Prägung auf einem Briefbogen, z.B. im DIN-A4-Format, ist aufgrund der kompakten Bauweise sehr eingeschränkt und meist nur am Papierrand möglich. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Matrize einer Handprägezange aus Messing. Blindprägungen mit Prägezangen sind u.a. aufgrund des geringen Anpressdrucks und des fehlenden Parallaxenausgleichs nicht annähernd so prägnant und hochwertig, wie es Prägungen durch professionelle Prägemaschinen und Prägegeräte sind. Die Platzierung einer Prägung auf einem Briefbogen, z.B. im DIN-A4-Format, ist aufgrund der kompakten Bauweise sehr eingeschränkt und meist nur am Papierrand möglich. Design: Atelier Beinert, Berlin.

Blinddruck

Eine maschinelle Blindprägung auf grafischen Druckträgern, beispielsweise auf Natur-, Feinst- oder Künstlerpapieren, wird als »Blinddruck« bezeichnet. Die Prägung entsteht durch einen hohen Pressdruck zwischen den positiven und negativen Teilen eines Blindprägestempels – also zwischen einer Matrize und ihrer Gegendruckform, einer Patrize.

Blindprägung eines Signets für einen Dirigenten auf dem Geschäftspapier »Conqueror«, einem handelsüblichen Feinstpapier mit gerippter Oberflächenstruktur. Die einstufig erhabene Blindhochprägung entstand auf einem Original Heidelberger Tiegel. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Blindprägung eines Signets für einen Dirigenten auf dem Geschäftspapier »Conqueror«, einem handelsüblichen Feinstpapier mit gerippter Oberflächenstruktur. Die einstufig erhabene Blindhochprägung entstand auf einem Original Heidelberger Tiegel. Design: Atelier Beinert, Berlin.

Akzidenzen (z.B. Briefpapiere oder Visitenkarten) werden in der Regel in »flach auf flach« arbeitenden Druckpressen, beispielsweise mit einer Tiegeldruckpresse (z.B. einem Original Heidelberger Tiegel) geprägt. Hohe Auflagen, z.B. im Werk-, Etiketten oder Verpackungsdruck mit hohen Standzeiten, werden vorzugsweise in »rund auf flach« und »rund auf rund« arbeitenden Maschinen, z.B. in rotierenden Prägemaschinen mit rotativen Prägestempeln geprägt.

Im Blinddruck schlagen Blindprägungen immer seitenverkehrt auf die Rückseite durch. 

Hoch-, Tief- und Reliefprägung

Blindprägungen gibt es in unterschiedlichen Prägearten:

  • Blindhochprägung, einstufig erhaben 
  • Blindtiefprägung, einstufig vertieft 
  • Blindhoch- und Tiefprägung, zweischichtig erhaben und vertieft
  • Blindreliefprägung, mehrschichtig erhaben und vertieft, ggf. mit verlaufenden Übergängen

Die Reliefprägung ist die komplexeste Form der Blindprägung. Eine einstufig hochgeprägte Brailleschrift (Blindenschrift) wird als »Brailleprägung« bezeichnet, eine Blindprägung in ein feuchtes Papier als »Nassprägung«. 

Papier

In der Regel können nahezu alle gestrichenen und ungestrichenen Papiere, Kartons und Pappen mit und ohne Texturen geprägt werden. Schöne Ergebnisse erzielt man beispielsweise mit Natur-, Feinst- oder Künstlerpapieren ab 80 g/m2. Transportiertes oder ausgelagertes Papier muss generell an das Verarbeitungsklima angepasst werden, um die Stapelfeuchte an die Umgebungstemperatur der Pägemaschine anzugleichen. Dies ist insbesondere bei stark arbeitenden Papieren sehr wichtig, z.B. bei Baumwollpapieren.

Motiv und Prägestempel müssen auf das Papier abgestimmt werden. Bestenfalls erfolgt auf dem Auflagenpapier eine Probeprägung, was einem Andruck entspricht. Kostenneutral ist eine Probeprägung unmittelbar nach dem Einrichten der Prägemaschine, was allerdings die Anwesenheit des Auftraggebers bzw. seines Grafikdesigners*in, Mediengestalters*in, Herstellers*in oder Produktioners*in erfordert und einer Druckabnahme entspricht. 1 )

Die Laufrichtung eines Papiers kann eine Prägung beeinflussen, muss es aber nicht. Bei großformatigen Blindprägungen mit vielen Linien und Binnenhöfen oder bei Reliefprägungen sollte im Vorfeld mit dem Fachpersonal abgeklärt werden, ob das Papier innerhalb der Prägung knittern oder um die Prägung herum sich wellen kann. Seidenpapiere und Dünndruckpapiere können beim Prägen brechen. Das Prägen durch ein mit Seidenpapier gefüttertes Kuvert ist hingegen problemlos möglich. Bei Transparentpapieren besteht immer die Gefahr, dass die Prägung »trübmichig« erscheint oder gar durchbricht. Bei Papieren mit groben Einschlüssen, z.B. Stroh oder Blumen, kann die Prägung an der Einschlussstelle splittern oder ausbrechen.

Bei einer späteren Beschriftung durch einen Bürodrucker, werden Hochprägungen oft durch die Rollen/Walzen, z.B. eines Laserdruckers, immer etwas flachgepresst.

Prägestempel

Prinzipiell wird im Blinddruck immer ein Blindprägestempel (Prägewerkzeug) mit dem zu prägenden Motiv und eine Gegendruckform benötigt. Genau genommen besteht also ein Prägestempel aus zwei Teilen, die später in die Prägemaschine eingespannt bzw. in eine Stanzform integriert werden.

Ein Blindprägestempel besteht aus:

  • einer »Matrize« aus Metall (z.B. Messing), in der das Motiv seitenverkehrt ein- oder mehrstufig eingraviert ist
  • einer »Patrize« aus Metall (z.B. Messingpatrize), Kunststoff (z.B. Gießpatrize) oder Karton (z.B. Kartonpatrize) als Gegendruckform, in der das Motiv der Matrize seitenrichtig ein- oder mehrstufig eingefräst, eingegossen oder eingepresst ist

Metallpatrizen eignen sich für qualitativ hohe Ansprüche und hohe Auflagen (z.B. optimale Konturenschärfe und hohe Standzeiten), Gießpatrizen aus Kunststoff für kleine bis mittlere Auflagen und Kartonpatrizen ausschließlich nur für Layouts und Tests.

Oberfläche einer Matrize aus Messing für eine zweischichtig erhabene und vertiefte Blindhoch- und Tiefprägung auf einer Tiegeldruckpresse. Das Motiv ist seitenverkehrt erhaben und vertieft eingraviert. Die benötigte Gegendruckform wird als Patrize bezeichnet. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Oberfläche einer Matrize aus Messing für eine zweischichtig erhabene und vertiefte Blindhoch- und Tiefprägung auf einer Tiegeldruckpresse. Das Motiv ist seitenverkehrt erhaben und vertieft eingraviert. Die benötigte Gegendruckform wird als Patrize bezeichnet. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Oberfläche einer Patrize aus Kunststoff als Gegendruckform für eine zweischichtig erhabene und vertiefte Blindhoch- und Tiefprägung auf einer Tiegeldruckpresse. Das Motiv der seitenverkehrten Matrize ist hier seitenrichtig in Kunststoff eingegossen. Korrekturen, z.B. Konturschärfungen bei abflachender Prägehöhe oder -tiefe, erfolgen während des Einrichtens der Prägemaschine immer auf der Patrize. Bei Gießpatrizen ist es ratsam, sich ein oder zwei Ersatzpatrizen fertigen zu lassen, da feine Konturen oft beim Einrichten der Maschine zerquetscht und somit unbrauchbar werden. Bei Patrizen aus Metall besteht diese Gefahr nicht. Design: Atelier Beinert, Berlin.
Oberfläche einer Patrize aus Kunststoff als Gegendruckform für eine zweischichtig erhabene und vertiefte Blindhoch- und Tiefprägung auf einer Tiegeldruckpresse. Das Motiv der seitenverkehrten Matrize ist hier seitenrichtig in Kunststoff eingegossen. Korrekturen, z.B. Konturschärfungen bei abflachender Prägehöhe oder -tiefe, erfolgen während des Einrichtens der Prägemaschine immer auf der Patrize. Bei Gießpatrizen ist es ratsam, sich ein oder zwei Ersatzpatrizen fertigen zu lassen, da feine Konturen oft beim Einrichten der Maschine zerquetscht und somit unbrauchbar werden. Bei Patrizen aus Metall besteht diese Gefahr nicht. Design: Atelier Beinert, Berlin.

Herstellung eines Prägestempels

Gefertigt werden Blindprägestempel u.a. von Graveuren, Maschinenbau- und Graviertechnikunternehmen, die in der Regel über eine Druckerei oder Buchbinderei beauftragt und verrechnet werden. 

Vor der Fertigung von Blindprägestempeln ist darauf zu achten, dass der zu prägende Entwurf an das Prägeverfahren und den Druckträger angepasst werden. Dazu gehören beispielsweise die Beurteilung und Anpassung von Linienstärken oder der Punzen, Strichstärken, Serifen oder Schriftgraden von Schriften. Die Evaluierung und Vorbereitung der Druckvorlagen gehört in der Regel zu den Aufgaben eines Grafikdesigners*in, Mediengestalters*in, Herstellers*in oder Produktioners*in.

Bei der Fertigung des Stempels ist es dann die Aufgabe eines Graveurs*in, die Fräs-, Guß-  bzw. Gravurtiefe sowie die Reliefmodellation auf das Prägeverfahren, die Prägeart, die Papiersorte, die Grammatur bzw. auf das Volumen des Druckträgers abzustimmen. Bestenfalls geschieht dies aufgrund eines Briefings nebst Papiermuster.

Wird bei der Herstellung eines Prägestempels ungenau gearbeitet, kann eine Prägung zu flach ausfallen, durch das Papier schlagen, unscharf sein oder sich um die Prägung herum ein »Hof« bilden. Oft erfüllen vorgefertigte Kunststoffpatrizen nicht die geforderten Eigenschaften wie Partizenhöhe und Passergenauigkeit, was u.a. eine Beschädigung des Motivs bzw. der Schriftkontur nach sich zieht.

Als Gravurvorlage dient in der Regel eine Reinzeichnung in digitaler Form, die z.B. als PDF Files weitergereicht wird. 2 ) Ein bezahlter Prägestempel ist immer Eigentum des Endkunden, auch wenn dieser in der Druckerei gelagert werden sollte. 3 )

Blindprägung und Farbe

Eine Blindprägung kann während des Prägeprozesses in der Prägemaschine koloriert werden. In diesem Falle wird die Farbe über eine Farbfolie übertragen, die sich zwischen dem Blindprägestempel und dem Druckträger befindet. Die Farbauswahl beschränkt sich meist auf drei bis vier Dutzend Farbtöne. Sonderfarben, z.B. in Pantone®, sind nicht möglich. Man bezeichnet dies als Farbprägung.

Eine Prägung kann aber auch bereits im Auflagendruck »farbig hinterlegt« werden. D.h., ein Motiv wird zuerst ein- oder mehrfarbig gedruckt und anschließend passgenau überprägt. Das Prägen erfolgt nach dem Auflagendruck in einem zweiten Arbeitsschritt auf einer Prägemaschine. Farbhinterlegungen sind in allen Druckfarben möglich. 4 )

Kombination mit anderen Veredelungsverfahren

Eine Blindprägung kann mit anderen Druck-, Präge- und Veredelungsverfahren kombiniert werden, beispielsweise mit einer Flachprägung (Heißfolienprägung) oder einer UV-Lackierung. Bei Kombinationen von mehreren Veredelungsverfahren ist es allerdings empfehlenswert, sich Rat bei einer Druckerei zu suchen, die sich auf Druckveredelungen spezialisiert hat.

Mängel und Fehlerquellen

Die genaue Abstimmung des Prägestempels auf den Druckträger, die Register-, Passer– und Palalaxengenauigkeit der Prägemaschine sowie das fachgerechte Einrichten des Prägestempels in die Prägemaschine bestimmen die Qualität einer Prägung.

Zu den häufigsten Mängeln bei Blindprägungen zählen:

  • Fleisch des Prägestempels bildet einen Hof und/oder verletzt die Textur des Papiers. Mögliche Ursachen: Prägestempel nicht auf Grammatur bzw. Volumen des Papiers abgestimmt, ungenaues Einpassen des Prägestempels in die Maschine oder Stanzform oder zu hoher Anpressdruck.
  • Hochprägung verschmutzt. Mögliche Ursachen: Auflage in zu großen und schweren Papierstapel abgelegt oder/und Farbflächen vom Auflagendruck schlagen beim Lagern/Verpacken auf die Prägung durch. 
  • Kantenschärfe des Motivs unzureichend. Mögliche Ursachen: Patrize wurde beim Einrichten verletzt oder hat falsche Größe.
  • Prägung durchschlägt oder verletzt das Papier. Mögliche Ursachen: Zu tief gravierte Matrize, falsche Patrizenhöhe, zu starker Anpressdruck, ungenaues Einpassen des Prägestempels in die Maschine oder die Stanzform.
  • Prägung nicht passgenau. Mögliche Ursachen: Falsch angelegter Entwurf, Passermarken fehlerhaft oder ungenaues Einpassen des Prägestempels in die Maschine oder Stanzform.
  • Prägung nicht registerhaltig. Mögliche Ursachen: Falsch angelegter Entwurf, Passermarken fehlerhaft oder ungenaues Einpassen des Prägestempels in die Maschine oder Stanzform.
  • Prägung springt. Mögliche Ursache: Maschine hat zu viel Spiel.
  • Prägung und Wasserzeichen laufen nicht synchron. Mögliche Ursachen: Wasserzeichen im Standbogen falsch ausgezeichnet oder/und Druckbogen falsch beschnitten. 
  • Prägung ungleichmäßig (ein Teil der Prägung ist zu flach, der andere Teil zu hoch). Mögliche Ursachen: Parallaxe von Matrize und Patrize fehlerhaft, Gegenzurichtung der Patrize fehlerhaft oder die Maschine hat zu viel Spiel.
  • Prägung zerknittert oder wellt das Papier. Mögliche Ursachen: Teile des Motivs erzeugen ungünstige Oberflächenspannungen im Papier, falsche Laufrichtung oder falsches Verarbeitungsklima.
  • Prägung zu flach. Mögliche Ursachen: Prägestempel, der nicht tief genug graviert wurde, falsche Patrizenhöhe, Gegenzurichtung der Patrize fehlerhaft.
  • Punzen perforiert (geschlossene Punzen von Schriften durchlöchert). Mögliche Ursachen: Prägestempel, der zu tief graviert wurde, falsche Patrizenhöhe oder zu starker Anpressdruck. 

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Tipp: Ist im Vorfeld keine Probeprägung auf dem Auflagenpapier erfolgt, sollte ein Grafikdesigner*in, Mediengestalter*in, Hersteller*in oder Produktioner*in immer beim Anprägen anwesend sein. Denn die Erfahrung zeigt, dass Korrekturen an der Maschine meist nötig sind, um eine qualitativ hochwertig Prägung zu erhalten.
2.Tipp: Da es sich bei den Herstellern von Blindprägestempeln um Handwerks- und Industriebetriebe handelt und diese in der Regel nicht über die Hardware und Software des grafischen Gewerbes verfügen, verlangen diese, dass OpenType Fonts in »Pfade« umgewandelt werden sollen. Hierbei ist darauf zu achten, dass beim »Umwandeln« die Typometrie der Schrift nicht zerstört wird, beispielsweise die Schrift nicht verfettet oder dekonturiert wird. Ebenso besteht immer die Gefahr, dass eine Druckerei oder deren Zulieferbetrieb ohne Absprache eine Vektorgrafik eigenständig skaliert oder modifiziert, was oft zur Verfettung von Schriften und Linien führt.
3.Anmerkung: Eine Druckerei wird in der Regel immer versuchen, das Prägewerkeug des Kunden zu lagern. Der Grund hierfür ist einfach: Der Kunde soll wiederkommen und nicht damit bei einer anderen Druckerei drucken lassen.
4.Anmerkung: Bei der Erstellung der Druckvorlagen mit einer DTP Software, z.B. InDesign® von Adobe® oder QuarkXpress® von Quark®, kann die Prägung in einer separaten Echtfarbe angelegt, deklariert und exportiert werden.