Registerhaltigkeit

Unter »Registerhaltigkeit« versteht man in der Typografie und im Druckwesen (Polygrafisches Gewerbe), wenn ein in einem gewerblichen Druckverfahren, beispielsweise einem Hauptdruckverfahren nach DIN 16500, gedrucktes Register der Verso-Seite exakt mit dem Stand des gedruckten Registers der Recto-Seite eines Buches, einer buchähnlichen Publikation, einer Zeitung oder einer Broschur etc. übereinstimmt; 1) Übereinstimmung eines Registers im Schön- und Widerdruck; Übereinstimmung der Stellung von Zeilen auf der Druckbogenrück- und -vorderseite; 2) Übereinstimmung des Grundlinienrasters aller Kolumnen.

Im Buch- und Zeitungsdruck werden in der Regel die Seiten eines Druckerzeugnisses beidseitig (Bogenvorderseite und Bogenrückseite) bedruckt. Die linke (Buch)Seite wird als »Verso« (Widerdruck), die rechte (Buch)Seite als »Recto« (Schöndruck) bezeichnet. Je geringer die Opazität (Lichtundurchlässigkeiten) von Druckpapieren ist, desto stärker scheint das gedruckte Register (gedruckte Zeilen) der Verso-Seite durch das Papier auf die bedruckte Recto-Seite – und natürlich umgekehrt. Dies verändert – je nach Opazität, u.a. in Relation zur Grammatur und Weißgrad – den Grauwert eines Schriftsatzes, der wiederum die Lesbarkeit stark beeinflusst. Je dunkler der Grauwert einer Textseite ist, desto schlechter wird die Lesbarkeit.

Um den Verso-Recto-Grauwert eines Satzspiegels zu stabilisieren bzw. zu optimieren, ist es grundsätzlich notwendig, dass die gedruckten Register der Verso-Seiten und die der Recto-Seiten deckungsgleich gedruckt werden. Im gewerbespezifischen Sprachsatz wird dies als »Registerhaltigkeit» bzw. als »Register halten« bezeichnet. 3)

Je geringer die Lichtundurchlässigkeit (Opazität) eines Papiers ist, desto stärker scheinen die gedruckten, spiegelverkehrten Zeilen der Verso-Seite durch das Papier auf die bedruckte Recto-Seite – und natürlich umgekehrt. Dies verändert – je nach Opazitätsgrad – den Grauwert eines Schriftsatzes, der wiederum die Lesbarkeit stark beeinflußt. Je dunkler der Grauwert einer Textseite ist, desto schlechter die Lesbarkeit. Die Registerhaltigkeit ist eine Methode, um ein optisches Durchschlagen der Schriftzeilen im nichtbedruckten Durchschuss (Weißraum) auf die Vorder- bzw. Rückseite zu vermeiden und somit die Lesbarkeit zu erhöhen. Foto: www.typolexikon.de
Je geringer die Lichtundurchlässigkeit (Opazität) eines Papiers ist, desto stärker scheinen die gedruckten, spiegelverkehrten Zeilen der Verso-Seite durch das Papier auf die bedruckte Recto-Seite – und natürlich umgekehrt. Dies verändert – je nach Opazitätsgrad – den Grauwert eines Schriftsatzes, der wiederum die Lesbarkeit stark beeinflusst. Je dunkler der Grauwert einer Textseite ist, desto schlechter die Lesbarkeit. Die Registerhaltigkeit ist eine Methode, um ein optisches Durchschlagen der Schriftzeilen im nichtbedruckten Durchschuss (Weißraum) auf die Vorder- bzw. Rückseite zu vermeiden und somit die Lesbarkeit zu erhöhen.
Die Registerhaltigkeit im Mehrspaltensatz gehört zu den Grundlagen des professionellen Schriftsatzes. Ein fehlerhafter Zeilenversatz, so wie oben im Beispiel angedeutet, schadet nicht nur der Schriftsatzästhetik und dem opazitätsbedingten Grauwert der Rückseite, sondern er erschwert auch den Fixationsprozess beim Lesen einer Sprache, insbesondere wenn das Auge vom Ende vorherigen Spalte zum Anfang der nächstfolgenden Spalte (Kolumne) springt.
Die Registerhaltigkeit im Mehrspaltensatz gehört zu den Grundlagen des professionellen Schriftsatzes. Ein fehlerhafter Zeilenversatz, so wie oben im Beispiel angedeutet, schadet nicht nur der Schriftsatzästhetik und dem opazitätsbedingten Grauwert der Rückseite, sondern er erschwert auch den Fixationsprozess beim Lesen einer Sprache, insbesondere wenn das Auge vom Ende vorherigen Spalte zum Anfang der nächstfolgenden Spalte (Kolumne) springt.

Die Registerhaltigkeit einer (Buch)Seite ist – abgesehen von ästhetischen Betrachtungsweisen – also eine Methode, um bei unvorteilhafter Papieropazität ein optisches Durchschlagen der seitenverkehrten Schriftzeilen im nichtbedruckten Durchschuss (Weißraum) auf die Vorder- bzw. Rückseite zu vermeiden und somit die Lesbarkeit zu erhöhen.

Im Idealfall bezieht sich die Registerhaltigkeit auch auf alle Bild- und Farbtonflächen bzw. auf die nachfolgenden Kolumnen. Im Mehrspaltensatz wird darüber hinaus auch ein identischer Zeilenraster für alle Kolumnen/Spalten verstanden, also ein Mehrspaltensatz ohne Zeilenversatz.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
1 Anmerkung: Zu den Hauptdruckverfahren nach DIN 16500 gehören Flachdruck (z.B. Offsetdruck), Hochdruck (z.B. Buchdruck), Tiefdruck (z.B. Rotationsdruck), Durchdruck (Siebdruck) und ab DIN 16500:2017-07 der Digitaldruck (z.B. Thermo- oder Tintenstrahldruck).
2 Quelle: Luidl, Philipp: Typografie, Herkunft, Aufbau, Anwendung. Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover, 1984, Seite 86, ISBN 3–87706-212–1.
3 Tipp: Fehler bei der Registerhaltigkeit entstehen sowohl bei der Konstruktion von Satzspiegeln und Gestaltungsrastern als auch bei passerungenauen Druck. Bei sehr dünnen Werkdruckpapieren ist auch die präzise buchbinderische Verarbeitung wichtig.