Breitenlauf

Typografischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für die Laufweitenangabe einer physischen Druckschrift, beispielsweise aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz).

Angabe, ob ein bestimmter Schriftschnitt hinsichtlich der Abstände zwischen den einzelnen Buchstaben (siehe auch Vor- und Nachbreite) eng, normal, weit oder extraweit läuft. Heute als Schriftlaufweite bezeichnet.

Bei einer physischen Drucktype entspricht die Dickte der Breite der Stirnseite eines Schriftkegels, welche den »Normalen Breitenlauf« bestimmt.
Bei einer physischen Drucktype entspricht die Dickte der Breite der Stirnseite eines Schriftkegels, welche den Normalen Breitenlauf bestimmt.
Handsatzgebinde (Bleisatz) einer Empfehlungskarte vor der Drucklegung. Die oberen Majuskelzeilen sind im Normalen Breitenlauf gesetzt, die untere Zeile wurde gleichmäßig gesperrt und bei manchen Zeichenpaaren mit unterschiedlichen Spatien optisch »ausgemittelt«. Foto: Wolfgang Beinert, Berlin.
Handsatzgebinde (Bleisatz) einer Empfehlungskarte vor der Drucklegung. Die oberen Majuskelzeilen sind im Normalen Breitenlauf gesetzt, die untere Zeile wurde gleichmäßig gesperrt und bei manchen Zeichenpaaren mit unterschiedlichen Spatien optisch ausgemittelt. Foto: Wolfgang Beinert, Berlin.

Der »Normale Breitenlauf« einer physischen Druckschrift wird durch die Dickte des Schriftkegels bestimmt. Im Fotosatz und im DTP Desktop Publishing wird der Normale Breitenlauf als Normalschriftweite (NSW) bezeichnet. 

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de