Errata

»Errata« ist in der Typografie ein Terminus für ein gedrucktes Verzeichnis bzw. eine Liste mit Autorenkorrekturen, Satz- und Druckfehlern eines Druckwerkes, das nachträglich einem bereits gefertigten Druckwerk, in der Regel einem Buch oder einer Zeitschrift, beigelegt wird, um den Leser auf die Korrekturen aufmerksam zu machen; Korrekturverzeichnis eines bereits veröffentlichen Druckwerks; beigefügte Liste von erkannten Fehlern eines bereits veröffentlichen Druckwerks; Druckfehlerverzeichnis; Druckfehlerhinweis; Corrigendum (lat. für »Korrektur« bzw. »zu Korrigierendes« oder »etwas zu Verbesserndes«).

Semantisch von lat. »Erratum« für »Irrtum, Versehen« von lat. »errare« für »irren« zu »Errata« für »(die) Fehler« bzw. »eratum« für »einen Fehler gemacht haben«. In der Typografie und im Verlagswesen ist »Erratum« ein Terminus für einen »Druckfehler«.

Errata werden bereits seit der Prototypografie verwendet. Ob ein Errata gedruckt und beigelegt wird, obliegt ausschließlich dem Verlag bzw. Auftraggeber eines Druckwerks, nicht der Druckerei.

Ein Errata wird auch mit »Corrigenda« bzw. »Korrigendum« betitelt. Es  stellt für einen Verlag – im Vergleich zu einer Neuauflage – eine schnelle und kostengünstige Alternative  dar, um ein fehlerhaftes bzw. zu aktualisierendes Druckwerk auch weiterhin verkaufen zu können. Ebenso nutzten Autoren und Redaktionen das Errata, um nach Drucklegung wichtige Autorenkorrekturen anzubringen, um so den Inhalt aktuell und das Werk damit im Handel zu halten bzw. um ein umfangreiches Druckwerk, das zu großen Teilen bereits gedruckt ist, zu aktualisieren. Erscheint eine Neuauflage des Druckwerks, werden die Korrekturen, die im Errata dokumentiert wurden, eingearbeitet.

Ein Errata enthält nur wichtige Korrekturhinweise und Ergänzungen. Nicht sinnentfremdende Tippfehler und Grammatikfehler, die nicht zu Missverständnissen führen, verletzte oder verdrehte Satzzeichen (z.B. Fliegenkopf) oder Fehler im Umbruch (z.B. Schusterjunge) werden in der Regel nicht dokumentiert.

Der Umfang eines Korrekturverzeichnisses reicht von einer Einzelseite bis hin zu einem mehrseitigen Ergänzungsheft, was insbesondere bei umfangreichen wissenschaftlichen Werken vorkommen kann.

In der Regel wird das Errata im gleichen Layout, in der gleichen Schrift gesetzt und auf der gleichen Papiersorte gedruckt, wie das korrespondierende Druckwerk. Im Idealfall ist ein mehrseitiges Errata paginiert. Das Format sollte etwas kleiner beschnitten sein als der Buchblock, um es vor Knicken und Verletzungen zu schützen.

Ein Errata wird meist zwischen dem vorderen Vorsatz und der Titelei, seltener zwischen dem Anhang und dem hinteren Vorsatz (Fliegendes Blatt) eingelegt.

Enthält ein Errata nur eine bestimmte redaktionelle Ergänzung (Nachtrag), kann das auch als »Addendum« (lat. für »Nachtrag«) bezeichnet werden. Ein Addendum kann als separate Beilage eingelegt bzw. ggf. in der Titelei (z.B. als Prolog, aber nur dann, wenn ein Titeleibogen gedruckt wird) oder im Anhang (z.B. als Epilog) eines Buches mitgedruckt werden. Ein Errata bzw. Addendum, das nur Autorenkorrekturen oder wichtige Ergänzungen zu einem bestimmten Kapitel oder einer bestimmten Textstelle hat, kann auch unmittelbar vor dem betreffenden Kapitel bzw. der betreffenden Innenseite eingelegt werden.

Ein separater Nachtrag zu einer wissenschaftlichen Publikation, z.B. zu einer juristischen oder medizinische Veröffentlichung, wird auch als Errata-Dokument bezeichnet.

Ein Errata kann auch als File (z.B. als PDF) zum Download über eine Website bereitgestellt werden, was eine sinnvolle Ergänzung für einen Verlag oder eine Behörde darstellen kann.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de