Faksimile
1. Händisches Schriftsatzlayout
»Faksimile« ist ein typografischer Fachausdruck aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) und des Fotosatzes für ein händisches Schriftsatzlayout; Faksimiletext; makrotypografisches Layout. Etymologisch »Faksimile« für »Nachbildung« von lt. »fac simile« für »mach ähnlich« zu »facere« für »machen, tun »und »similis« für »ähnlich«.
Um einen ersten Eindruck von einer Drucksache zu erhalten, skizzierten Schriftsetzer die geplanten Headlines und Textzeilen bzw. bei Anzeigen die Copy mit schwarzen Farbbalken, den sogenannten Faksimile. Sie bekamen so einen ersten Eindruck vom Grauwert eines Schriftsatzes.
Diese Technik wird heute noch, beispielsweise von Grafikdesignern und Werbeagenturen, im Rahmen von Layouts verwendet.
2. Originalgetreue Kopie oder Reproduktion eines Buches
Originalgetreue Kopie oder Reproduktion einer Vorlage, häufig im Falle historisch wertvoller Dokumente und Inkunabeln, beispielsweise der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel.

3. Originalgetreue Reproduktion einer Handschrift
Drucktypen und Fonts, die auf einer originären Handschrift basieren, werden als Faksimile-Schreibschriften (Script) bezeichnet, beispielsweise der Font »P22 Da Vinci Forward« (1997) von Denis und Richard Kegler, einer originalgetreuen Reproduktion der Handschrift von Leonardo da Vinci (1452–1519).

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de
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