Hurenkind

Umgangssprachlicher Begriff aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz deutscher Schriftsetzer aus der Periode des materiellen Schriftsatzes (z.B. Bleisatz) für einen Fehler im Umbruch einer Schriftsatzarbeit. Letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Anfang einer neuen Kolumne, also am Anfang einer neuen Seite steht. Heute als Witwe bezeichnet. 

Die »Witwe« – im gewerbespezifischen Sprachschatz der Schriftsetzer bis zum letzten Jahrhundert auch als »Hurenkind« bezeichnet – ist ein Fehler im Umbruch einer Schriftsatzarbeit. Sie ist die letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Anfang einer neuen Kolumne, also am Anfang einer neuen Seite steht. Quelle: www.typolexikon.de
Die »Witwe« – im gewerbespezifischen Sprachschatz der Schriftsetzer bis zum letzten Jahrhundert auch als »Hurenkind« bezeichnet – ist ein Fehler im Umbruch einer Schriftsatzarbeit. Sie ist die letzte Zeile eines Absatzes, die fehlerhaft alleine am Anfang einer neuen Kolumne, also am Anfang einer neuen Seite steht.

Soziolinguistisch ist die Bezeichung »Hurenkind« für einen Umbruchfehler auch ein Indiz dafür, dass der Beruf des Schriftsetzers über Jahrhunderte ausschließlich von Männern ausgeübt wurde. 1 ) 2 )

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps   [ + ]

1.  Anmerkung: Der Begriff »Hurenkind« sollte heute besser vermieden werden, da er sicherlich nicht mehr zeitgemäß und politisch inkorrekt ist. Er spiegelt heute eine unreflektierte Geisteshaltung gegenüber Frauen und Kindern wieder.
2. Literaturempfehlung: Wolf, Hans-Jürgen: Geschichte der graphischen Verfahren, Historia Verlag, Dornstadt, ISBN 3-980-0257-4-8.