Minuskelziffern

Typografischer und paläografischer Terminus für die Indo-Arabische Ziffern 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 0 mit variierenden Oberlängen und Unterlängen im Vierliniensystem (Schriftlinien). Primär als Mediävalziffern, auch als Gemeine Ziffern, Charakterziffern oder in seltenen Fällen auch als Nautische Ziffern bezeichnet.

Vergleich von Versalziffern (Majuskelziffern) im Zweiliniensystem mit Oberlängen und Mittellängen (links) mit Mediävalziffern (Minuskelziffern) im Vierliniensystem mit Oberlängen, Mittellängen und Unterlängen (rechts). Beispiel gesetzt in der »Celeste Regular« und »Celeste Caps« von Christopher Burke.
Vergleich von Versalziffern (Majuskelziffern) im Zweiliniensystem mit Oberlängen und Mittellängen (links) mit Mediävalziffern (Minuskelziffern) im Vierliniensystem mit Oberlängen, Mittellängen und Unterlängen (rechts). Beispiel gesetzt in der »Celeste Regular« und »Celeste Caps« von Christopher Burke.
Mediävalziffern sind indo-arabische Ziffern mit variierenden Ober- und Unterlängen im Vierliniensystem. Beispiel gesetzt in der Französischen Renaissance-Antiqua »Minion« von Robert Slimbach. Infografik: www.typolexikon.de
Mediävalziffern sind indo-arabische Ziffern mit variierenden Ober- und Unterlängen im Vierliniensystem. Beispiel gesetzt in der Französischen Renaissance-Antiqua »Minion« von Robert Slimbach.

Etymologisch leitet sich »Minuskel« aus dem mlat. »minuscula (litera)« zu lat. »minusculus« für »etwas kleiner« zu lat. »minus« für »weniger, kleiner« und »Ziffer« aus dem arab. »as-sifr«, mlat. »cifra« oder »cephirum«, sphd. »zif(f)er« ab.

Minuskelziffern gibt es in der Schriftgattung Antiqua mit, ohne und mit betonten Serifen.

Das »Pendant« zu einer Minuskelziffer ist die Majuskelziffer.

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© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de27