Druckvorstufe

»Druckvorstufe« ist eine Bezeichnung aus dem Sprachschatz des polygrafischen Gewerbes (Druckwesen) für Teilprozesse und Arbeitsschritte vor einem Auflagendruck in gewerblichen Hauptdruckverfahren; 1)  Arbeitsschritte vor dem Auflagendruck einer Drucksache; Prepress.

Die Aufgabe einer Druckvorstufe, beispielsweise der in einer Offsetdruckerei, besteht verkürzt formuliert darin, Text- und Bildmaterial im Rahmen eines Druckauftrags fachgerecht aufzubereiten, um daraus eine produktionsfähige Druckform für den Auflagendruck zu erstellen.

Zur analogen bzw. digitalen Druckvorstufe zählen folgende Teilprozesse:

Vor dem digitalen Paradigmenwechsel gab es in der Druckvorstufe einer Druckerei bzw. Offizin viele Berufe, die mit der Etablierung des Fotosatzes bzw. später von Grafik-, Bild- und Desktop Publishing Computerprogrammen verschwunden sind, beispielsweise die Berufsbilder Retuscheur:in, Reprograf:in oder Metteur en pages.

Seit 2007 wurden und Deutschland viele dieser Berufe unter der Berufsbezeichnung »Mediengestalter:in Digital und Print« mit den Fachrichtungen Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung sowie Gestaltung und Technik zusammengefasst. Des Weiteren werden Teilprozesse der Druckvorstufe, beispielsweise der typografische Satz, die Bildbearbeitung oder das Layout, auch von Grafikdesigner:innen, Kommunikationsdesigner:innen, Layouter:innen, Artdirector:innen oder Fotograf:innen übernommen.

Die Grenzen zwischen der visuellen Gestaltung (Design) und der Druckvorstufe sind heute – da technisch möglich – mehr oder weniger fließend.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
1 Anmerkung: Zu den gewerblichen Hauptdruckverfahren nach DIN 16500 zählen der Hochdruck (z.B. Buchdruck mit Tiegeldruckpresse, Zylinder-Druckpresse, Rotationsmaschine oder Bogen-Rotationsmaschine sowie Letterset und Flexodruck), der Tiefdruck (z.B. Rotationstiefdruck), der Flachdruck (z.B. Steindruck, der Offsetdruck, der Lichtdruck, der Photochromdruck und der Polyfoliendruck) und der Durchdruck (z.B. Siebdruck und Risografie).