Vignette

Typografische Bezeichnung für ein bildhaftes oder abstraktes Schmuckzeichen; solitäres Alinea; einzelnes Buchschmuckzeichen; Einzelornament. Im deutschsprachigen Raum als »Rebranke« bezeichnet.

Der Begriff steht in der Typografie für eine »ornamentale bildliche Darstellung«, für eine »Randverzierung« oder ein »Abzeichen«. Etymologisch ist das Substantiv »vignette« aus dem frz. entlehnt und bedeutete ursprünglich »Weinrankenornament«, ein Diminutivum zu frz. »vigne« für »Weinrebe, Weinranke«, das aus dem lat. »vinea« für »Weinrebe, Weinstock« zu »vinum« für »Wein« rührt.

Der Gebrauch von Vignetten (Rebranken) als typografischer Buchschmuck wurde aus der Kalligrafie übernommen. Nomen est omen: Die ursprüngliche kalligrafische Formgebung der Vignetten orientierte sich an einer »Weinrebe«. 1 ) 

In der Typografie ist eine Vignette ein einzelnes Schmuckzeichen, dessen kalligrafische Formgebung ursprünglich an eine »Weinrebe« erinnerte. Vignetten, im deutschsprachigen Raum auch als »Rebranken« bezeichnet, werden in der Buchtypografie und im Grafikdesign zur Text- oder Raumgliederung – meist als Schlußstück – verwendet. Beispiel gesetzt aus der Linotype Decoration P1 von Linotype. Infografik: www.typolexikon.de
In der Typografie ist eine Vignette ein einzelnes Schmuckzeichen, dessen kalligrafische Formgebung ursprünglich an eine »Weinrebe« erinnerte. Vignetten, im deutschsprachigen Raum auch als »Rebranken« bezeichnet, werden in der Buchtypografie und im Grafikdesign zur Text- oder Raumgliederung – meist als Schlußstück – verwendet. Beispiel gesetzt aus der Linotype Decoration P1 von Linotype.

In der Typografie sind Vignetten einzelne Schmuckzeichen, die in der Buchtypografie und im Grafikdesign zur Text- oder Raumgliederung – meist als Schlußstücke – verwendet werden. Sie können unterschiedliche Formen, Größen und Symmetrien 2 ) aufweisen und haben in der Regel keinen direkten Symbolgehalt zum Text.

Wird eine Vignette auf dem vorderen Buchdeckel, der Titelseite des Schutzumschlags (U1) oder in Wiederholung auch im Haupttitel der Titelei eines Buches (#3 Recto) verwendet, wird diese als »Titelvignette« bezeichnet.

Im Schriftsatz mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) unterscheidet sich eine Vignette vom sonstigen Zierrat insbesondere durch ihre Größe und dadurch, dass sie immer als Einzelstück verwendet wird. 3 ) 4 ) 

Die Designs von Vignetten orientieren sich – wie zu allen Zeiten – an den jeweiligen Kunststilen und Moden. Heute werden Vignetten von Font Foundries in Form von OpenType Fonts als spezielle Symbol Fonts angeboten.

Vignetten werden heute nur noch selten als Buchschmuck, jedoch um so mehr im Grafikdesign, z.B. bei der Gestaltung von Speiskarten oder Einladungskarten, verwendet. 

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Literaturempfehlung: Steiner-Welz, Sonja und Reinhard Welz (Herausgeber): Das große Buch der Ornamente, Bände 1-12, Verlag Reinhard Welz, Vermittlerverlag Mannheim, 2004, SBN-10: 3938164719 und ISBN-13: 978-3938164716.
2. Anmerkung: Symmetriearten sind beispielsweise die Spiegelsymmetrie, die Zentralsymmetrie und die Asymmetrie.
3.Quelle: Luidl, Philipp: Typografie, Herkunft, Aufbau, Anwendung. Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover, 1984, ISBN 3–87706-212–1, Seite 51.
4.Anmerkungen: In einigen typografischen Lehrbüchern – z.B. im erwähnten Buch von Philipp Luidl, Typograf und Lehrer (1930–2015) – wird darauf hingewiesen, dass Vignetten nicht zum Zierrat zählten. Wahrscheinlicher ist aber, dass Offizinen die Klassifikation und Aufbewahrung von Vignetten unterschiedlich gehandhabt haben – was vermutlich mit der Größe der Druckerei und dem Spezialisierungsgrad ihrer Satzabteilung(en) zu tun hatte.