Alinea

1. Typografischer Terminus für Schmuckzeichen, Zierstücke, Schlußstücke (z.B. die Kalliope), Vignetten (Rebranken), Englische Linien und Schlusslinien (siehe Linien) zur Textabtrennung bzw. Textgliederung und Raumaufteilung. Im materiellen Schriftsatz (Bleisatz) gehörten – ggf. bis auf die Vignetten – Alineas zum »Zierrat« und wurden in der Regel bei den Akzidenzschriften aufbewahrt.

Das prominenteste Alinea dürfte in der Kalligraphie und in der Typografie das Hedera- bzw. Aldusblatt sein.

Alineas sind Schmuckzeichen, Zierstücke, Vignetten oder Schlusslinien zur Text- oder Raumgliederung. Beispiel gesetzt aus der Linotype Decoration P1 von Linotype. Infografik: www.typolexikon.de
Alineas sind Schmuckzeichen, Zierstücke, Vignetten oder Schlusslinien zur Text- oder Raumgliederung. Beispiel gesetzt aus der Linotype Decoration P1 von Linotype.
Das Aldusblatt (Hedera-Zeichen) ist ein blumenartiges Alinea (Zierornament), das im deutschsprachigen Raum nach dem venezianischen Typografen Aldus Manutius (1449–1515) benannt wurde, der es gerne in seinen Aldinen verwendete. Vom Aldusblatt gibt es heute unzählige Varianten. Beispiel: Drei Aldusblätter aus der Schrift »Minion Pro« (Display) von Robert Slimbach.
Das Aldusblatt (Hedera-Zeichen) ist ein blumenartiges Alinea (Zierornament), das im deutschsprachigen Raum nach dem venezianischen Typografen Aldus Manutius (1449–1515) benannt wurde, der es gerne in seinen Aldinen verwendete. Vom Aldusblatt gibt es heute unzählige Varianten. Beispiel: Drei Aldusblätter aus der Schrift »Minion Pro« (Display) von Robert Slimbach.

2. Typografischer Terminus für Absatz, neue Zeile (lat. »a linea« für »von der Zeile«); die erste Zeile eines neuen Absatzes. Der Begriff »alinieren« bedeutet folglich »mit einer neuen Zeile beginnen«.  

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de