Kegelgröße

Typographischer Terminus für den Schriftgrad einer physischen Drucktype bzw. eines Druckbuchstabens aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung), Holz (z.B. aus Birnenholz) oder Kunststoff (z.B. aus Kunstharz), ausgehend von der Kegelhöhe (Kegelstärke) eines Schriftkegels.

Der Schriftgrad einer physischen Drucktype (Druckletter) aus Metall, Holz oder Kunststoff wird als Kegelgröße bezeichnet. Die Abmessung eines Kegels ergibt die Kegelhöhe (Kegelstärke) und – von dieser abhängend – die Schriftgröße. Die Kegelgröße umfaßt somit den erhabenen, druckenden Teil eines Buchstabens von der oberen Kante der Oberlänge bis hin zur unteren Kante der Unterlänge plus seinem oberen und unteren »Fleisch«, also der nichtdruckenden, oberen und unteren Peripherie einer Drucktype, wobei die Kegelgröße und die eigentliche Schriftbildgröße unterschiedlich ausfallen.
Der Schriftgrad einer physischen Drucktype (Druckletter) aus Metall, Holz oder Kunststoff wird als Kegelgröße bezeichnet. Die Abmessung eines Kegels ergibt die Kegelhöhe (Kegelstärke) und – von dieser abhängend – die Schriftgröße. Die Kegelgröße umfaßt somit den erhabenen, druckenden Teil eines Buchstabens von der oberen Kante der Oberlänge bis hin zur unteren Kante der Unterlänge plus seinem oberen und unteren »Fleisch«, also der nichtdruckenden, oberen und unteren Peripherie einer Drucktype, wobei die Kegelgröße und die eigentliche Schriftbildgröße unterschiedlich ausfallen.

Die Kegelgröße einer physischen Drucktype weicht grundsätzlich vom gedruckten Schriftgrad ab, da die Druckletter eine Art Stempel ist, die die Farbe spiegelverkehrt auf bzw. in das Papier (ein)druckt.

Je nach Anpreßdruck, chemischer Zusammensetzung der Farbe und Papiersorte weicht die gedruckte Schriftgröße von der Kegelgröße mehr oder weniger stark ab. Beispielsweise ist bei gestrichenen, oberflächenverdichteten Papieren, geringem Anpreßdruck und schnell wegschlagender, oxydativ trocknender Farbe der gedruckte Schriftgrad etwas kleiner als die Kegelgröße. Dagegen haben Werkdruck-, Natur-, Feinst- und Künstlerpapiere eine spürbar stärkere Tonwertzunahme als gestrichene Papiere. Hier ist der geduckte Schriftgrad oft deutlich größer, als die Kegelgröße, insbesondere bei starkem Anpreßdruck.

In der Typographie waren Schriftgrade schon immer relativ: »Wenn ein Leser seine Schrift messen würde, käme er zu anderen Ergebnissen als der Setzer. Was ein Setzer in Händen hat, stimmt nicht mit dem überein, was der Leser sieht.« Philipp Luidl, Typograph und Lehrer (1930–2015). Erste Zeile: Bemessungsgrundlage für den Schriftgrad im materiellen Schriftsatz ist der Kegel einer Drucktype. Zweite und dritte Zeile: Im Fotosatz wird die hp-Vertikalhöhe oder die H-Linie mit einem Typometer gemessen.
In der Typographie waren Schriftgrade schon immer relativ: »Wenn ein Leser seine Schrift messen würde, käme er zu anderen Ergebnissen als der Setzer. Was ein Setzer in Händen hat, stimmt nicht mit dem überein, was der Leser sieht.« Philipp Luidl, Typograph und Lehrer (1930–2015). Erste Zeile: Bemessungsgrundlage für den Schriftgrad im materiellen Schriftsatz ist der Kegel einer Drucktype. Zweite und dritte Zeile: Im Fotosatz wird die hp-Vertikalhöhe oder die H-Linie mit einem Typometer gemessen.

Kegelgrößen werden je nach Land in unterschiedlichen typographischen Maßsystemen und Maßeinheiten mit Typometern aus Metall (z.B. Lineale aus Messing, Neusilber oder aus Stahl) mit und ohne Anschlag am Nullpunkt gemessen. 

Im materiellen Schriftsatz besitzten alle Kegelgrößen Eigennamen, sogenannte »Mittelnamen« (Mittel). Beispielsweise wird ein 12 Didot-Punkt großer Schriftgrad als »Cicero« bezeichnet. Ein Ensemble aller verfügbarer Kegelgrößen eines Schriftschnitts wird Schriftgarnitur genannt.

Im optomechanischen Schriftsatz (Fotosatz) benutzte man zur Berechnung von Schriftgraden bis etwa 36 Didot-Punkten auch den Begriff »Fiktive Kegelgröße«. Diese erdachte Kegelgröße definierte den vertikalen Raumbedarf und den minimalen Zeilenabstand1 )

Auch die moderne Schriftgestaltung (Type Design) mit ihren digitalen Font-Werkzeugen (z.B.die Font Editor Software Fontographer® oder FontForge® von George Williams) orientiert sich immer noch an einem fiktiven Kegel. Die Schriftgröße orientiert sich dabei in der Regel an einer Art »hp-Vertikalhöhe« plus dem oberen und unteren »Fleisch« eines fiktiven Kegels, der natürlich bei jedem Font willkürlich ausfällt. Ein Anachronismus, der die technischen Möglichkeiten und Anforderungen ad absurdum führt und selbst ansatzweise einheitliche Schriftgrade gegenwärtig unmöglich macht.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

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Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Literaturempfehlung: Bosshard, Hans Rudolf: Technische Grundlagen zur Satzherstellung, Bildungsverband Schweizer Typografen, Bern, 1980, ISBN: 3855840105 und 3-85584-010-5.