Zurichtung

»Zurichtung« bzw. »Zurichten« sind mehrdeutige typografische Fachbegriffe, die ursprünglich aus dem gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftgießer, Schriftsetzer und Drucker aus der Periode des materiellen Schriftsatzes mit physischen Drucktypen aus Metall (z.B. aus einer Blei-Zinn-Antimon-Kupfer-Legierung) stammen und für das handwerkliche Vor- und Zubereiten einer Druckschrift, einer Druckform oder eines Druckwerks (Werk) verwendet werden.

1. Zurichtung einer Schrift

Schriftstempelschneider und Schriftgießer verstehen unter Zurichtung bzw. Zurichten das Justieren einer Gussform einer physischen Drucktype, wodurch u.a. auch der Zeichenabstand bestimmt wird, den das spiegelverkehrte Schriftbild eines Buchstabens, einer Arabischen Ziffer oder eines Satzzeichens am Kopf ein Schriftkegels vom benachbarten Schriftbild innerhalb des Wortes einnimmt.

Durch das Zurichten einer Schrift wird der Stand des Konus bzw. des Schriftbilds auf der Schulterfläche positioniert und die Dickte, das Fleisch sowie die Vor- und Nachbreiten bzw. der normale Breitenlauf resp. die Normalschriftweite (NSW) einer Schrift proportioniert. Der Breitenlauf physischer Drucktypen kann so weiter und enger »zugerichtet« werden. Des Weiteren werden während der Zurichtung kritische »Unterschneidungspaare« optimiert bzw. spezielle Unterschneidungsligaturen (siehe Unterschneidung) einer Proportionalschrift gefertigt.

Der Kopf eines Schriftkegels trägt das spiegelverkehrt druckende Schriftbild nebst Konus, Fleisch und Schulterfläche. Der Körper wird rundum seitlich in Stirnseite (mit Signatur), Rückseite (Rücken) sowie linke und rechte Seitenflächen unterteilt. Am Fuß befindet sich in der Regel eine Fußrille.
Der Kopf eines Schriftkegels trägt das spiegelverkehrt druckende Schriftbild nebst Konus, Fleisch und Schulterfläche. Der Körper wird rundum seitlich in Stirnseite (mit Signatur), Rückseite (Rücken) sowie linke und rechte Seitenflächen unterteilt. Am Fuß befindet sich in der Regel eine Fußrille.
Bei digitalen Fonts erfolgt die Zurichtung mittels Font Editor Software, z.B. mit Fontographer® und Fontlab® von FontLAP® oder FontForge® von George Williams, durch einen virtuellen »Begrenzungsrahmen« bzw. eine »Bounding Box«, ein das Zeichen umschreibendes Rechteck.
Bei digitalen Fonts erfolgt die Zurichtung mittels Font Editor Software, z.B. mit Fontographer® und Fontlab® von FontLAP® oder FontForge® von George Williams, durch einen virtuellen »Begrenzungsrahmen« bzw. eine »Bounding Box«, ein das Zeichen umschreibendes Rechteck.

Bei digitalen Fonts erfolgt die Zurichtung mittels Font Editor Software, z.B. mit Fontographer® und Fontlab® von FontLAP® oder FontForge® von George Williams, durch einen virtuellen »Begrenzungsrahmen« bzw. eine »Bounding Box«, ein das Zeichen umschreibendes Rechteck. Die Zurichtung der Vor- und Nachbreite 1) wird als »Spacing« bezeichnet. 2) Die Zurichtung der Normalschriftweite (NSW) einer digitalen Schrift wird zusätzlich durch das Kerning definiert. 3)

2. Zurichtung einer Druckform

Um im Hochdruck mit physischen Drucktypen (z.B. Bleilettern) oder physischen Druckformen (z.B. Prägestempel für eine Blindprägung) einen gleichmäßigen Druck zu erzielen, müssen die feinsten Höhenunterschiede der Druckform ausgeglichen werden. Diese Form der Zurichtung erfolgt teils an der Druckform durch das Unterlegen zu niedriger Stellen, meist aber am Aufzug des Druckzylinders bzw. der Druckmaschine. 4) Für diese Form der Zurichtung ist der Drucker verantwortlich.

3. Zurichtung eines Druckwerks

Im gewerbespezifischen Sprachschatz dspr. Schriftsetzer und Drucker wurde in der Periode des materiellen Schriftsatzes der Umbruch bzw. die »Mettage« eines »Werkes« (Buch) bzw. einer Zeitung als »Zurichtung« verstanden. Für diese Art der Zurichtung war der »Metteur en pages«, kurz »Metteur«, verantwortlich.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
1Anmerkung: Die Vorbreite wird als »left sidebearing« (LSB), die Nachbreite als »right sidebearing« (RSB) bezeichnet.
2Anmerkung: Im Gegensatz zu physischen Drucktypen können digitale Fonts auch negative Vor- und Nachbreiten haben.
3Tipp: Eine gut zugerichtete Schrift zeichnet sich durch optisch gleichmäßige Buchstabenabstände und einen hervorragenden Grauwerte aus.
4Quelle: Renner, Paul: Die Kunst der Typografie (1949), Maro Verlag Augsburg, 2003, Seite 274, ISBN: 9783875124149.