Passermarke
Im polygrafischen Gewerbe (Druckwesen) und in der Typografie versteht man unter einer Passermarke eine Markierung in digitalen Druckdaten (z.B. PDF-Dateien), auf Druckvorlagen (z.B. Lithofilmen), auf Druckformen (z.B. Offsetdruckplatten), auf Proofs (z.B. Digitalproofs) oder auf Druckbögen (z.B. Papierdruckbögen) in Form eines feinen Fadenkreuzes. Auch als »Passkreuz« bezeichnet; Abk. »Passer«.
Passermarken zählen zu den Druckmarken. Sie dienen in gewerblichen Hauptdruckverfahren (z.B. nach DIN 16500) dazu, Druckformen passgenau und standgerecht zu montieren sowie Druckbilder auf Druckbögen in Recto (Schöndruck) und Verso (Widerdruck) registerhaltig zu drucken. Im Mehrfarbendruck (z.B. CMYK-Vierfarbendruck) 1) dienen sie als unverzichtbare Markierungen zur exakten Positionierung der Farbauszüge..


Eine Passermarke wir immer außerhalb des Beschnitts gesetzt, in der Regel in einem Abstand von 2–4 mm vom Seitenformat bzw. bei einem Anschnitt direkt an die Kante der Beschnittzugabe. Passermarken sollten über ein feines Linienbild verfügen, das eine Strickstärke von 0,1 mm nicht überschreitet. Die Größe einer Passermarke variiert zwischen ca. 4 und 10 mm. Üblicherweise wird ein Druckbogen mit vier Passermarken versehen.
Sind Passermarken fehlerhaft gesetzt, montiert oder gedruckt, bezeichnet man dies als Fehlpasser. Stehen im Mehrfarbendruck die gedruckten Passermarken nicht exakt, also nicht passgenau übereinander, spricht man von Passerungenauigkeiten. Diese führen zu Farbverschiebungen, Blitzern und Unschärfen. 2)
Abgesehen von Fehlmontagen, inkorrekten Einstellungen des Anlegers oder Unachtsamkeit des Druckpersonals können Passerdifferenzen auch durch Bedruckstoffe, Rasterweiten, Druckfarben, die Passerqualität der Druckmaschine, eine geringe Dimensionsstabilität des Papiers oder veränderte Laufgeschwindigkeiten der Druckmaschine entstehen.
Bei modernen Druckmaschinen erfolgt die Kontrolle der Passergenauigkeit automatisch durch Sensoren, beispielsweise mittels einer Passersteuerung mit Inline-Farbregistermessung.
Passermarken können über die verwendete DTP-Software, z.B. mit Affinity Publisher® by Canva®, InDesign® von Adobe® 3) oder QuarkXPress® von Quark® 4) sowie beim Ausschießen mehrseitiger Druckformen für die Bogenmontage über spezielle PrePress-Software, z.B. »ApogeeX« von Agfa® Graphics, winkelgenau angelegt werden.
Passermarken und ihre zulässigen Toleranzen im Prüf- und Auflagendruck können sich an praxisrelevanten Branchenreferenzen orientieren, beispielsweise in Deutschland am »MedienStandard Druck« des Bundesverbands Druck und Medien 5) oder an der ISO 12647-2. 6)
© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de
Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:[+]
| ↑1 | Anmerkung: Die Abk. CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarzanteil). |
|---|---|
| ↑2 | Tipp: Um Entwurfs-, Produktions- und Verarbeitungsfehler zu vermeiden, sollten Druckmarken grundsätzlich bereits im Vorfeld einer Produktion beziehungsweise Herstellung mit der Druckerei und gegebenenfalls mit der Buchbinderei abgestimmt werden. Geklärt werden sollte beispielsweise, wer welche Druckmarken wie, wann und an welcher Position setzt. |
| ↑3 | Quelle: Adobe® InDesign® Benutzerhandbuch, »Druckmarken und Anschnitt«, online verfügbar unter https://helpx.adobe.com/de/indesign/using/printers-marks-bleeds.html (29.5.2026). |
| ↑4 | Quelle: QuarkXPress® Benutzerhandbuch, online als verfügbar unter https://www.quark.com/documentation/quarkxpress/2023/german/A%20Guide%20to%20QuarkXPress%202023%20-%20German/index.html (29.5.2026). |
| ↑5 | Quelle: MedienStandard Druck 2018, Bundesverband Druck und Medien e.V., Technische Richtlinien für Daten, Prüfdruck und Auflagendruck, online als PDF verfügbar unter https://www.bvdm-online.de/fileadmin/user_upload/Bundesverband/Technik-Produktion/Richtlinien-Handreichungen/MedienStandard_Druck_2018.pdf (29.5.2026). Der MedienStandard Druck wird regelmäßig an technische Neuerungen angepasst. |
| ↑6 | Anmerkung: Die ISO (International Organization for Standardization) ist eine internationale Normungsorganisation mit Sitz in Vernier bei Genf. Online verfügbar unter www.iso.org (29.5.2026). |
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