Subline

In der Fachsprache von Kommunikationsagenturen und Verlagen bzw. im Fachjargon von Journalisten:innen, Texter:innen sowie Public Relations- und Werbeabteilungen von Unternehmen und Organisationen ist »Subline« ein Fachbegriff für die »Unterzeile« einer Headline (Überschrift), z.B. in Presse-, PR- oder Werbetexten; Subheadline; Subtitel; Unterüberschrift; Pl. »Sublines«.

Struktur

Die Subline (Unterzeile) steht hierarchisch unter der Headline (Überschrift) und über der Copy (Fließtext). Sie komplettiert die Headline i.d.R. als sinnstiftende Erklärung oder dient als informative Ergänzung.

Hierarchie von Headline, Subline und Copy:
1. Headline (Überschrift)
   2. Subline (Unterzeile der Überschrift)      
      Copy (Fließtext)
Hierarchie von Headline, Subline, Dateline, Subheading und Copy:
1. Headline (Überschrift)
   2. Subline (Unterzeile der Überschrift)
      Dateline (Spitzmarke)
      Copy (Fließtext)

      ( ... )
 
      Copy (Fließtext)
   3. Subheading (Zwischenüberschrift) 1) 
      Copy (Fließtext)

In der Typografie werden Sublines zur Strukturierung eines Schriftsatzes eingesetzt. Der Schriftgrad einer Subline ist in der Regel kleiner als die Headline und größer als die Copy. Abgesehen davon können Sublines auch in anderen Farbauszeichnung und in anderen inner- und extrafamilären Schriftschnitten ausgezeichnet werden.

Unterschiedliche Sublines im Layout der Süddeutsche Zeitung. Die Unterzeilen stehen immer unter den Überschriften (Headlines) und über den Fließtexten (Copys) der Beiträge. Sie bieten dem Leser beim Querlesen kurze, informative Ergänzungen zur Überschrift. Bildzitat: Süddeutsche Zeitung, München.
Unterschiedliche Sublines im Layout der Süddeutsche Zeitung. Die Unterzeilen stehen immer unter den Überschriften (Headlines) und über den Fließtexten (Copys) der Beiträge. Sie bieten dem Leser beim Querlesen kurze, informative Ergänzungen zur Überschrift. Bildzitat: Süddeutsche Zeitung, München.

Die Schriftwahl für Sublines gehört in das Segment der Makrotypografie. Sublines zählen zur Integralen Schriftmischung und werden deshalb in einer semantisch-typografischen Auszeichnungsmatrix gegliedert und dokumentiert.

Schriftmischung weiterlesen →

Webtypografie

In HTML/XHTML-Editoren (z.B. Adobe Dreamweaver®) oder Webanwendungen (z.B. WordPress® oder TYPO3®) können Headlines als Blockelemente hierarchisch in h1, h2, h3, h4, h5 und h6 (»h« steht für» heading«) gegliedert sowie semantisch zugeordnet und typografisch über »CSS Cascading Style Sheets« 2) ausgezeichnet werden, was sich nicht nur auf die Schriftsatzästhetik, sondern auch auf die »SEO Search Engine Optimization« (Suchmaschinenoptimierung) einer Website auswirken kann. I.d.R. wird für eine Subline das Element <h2> verwendet, was eine Überschrift zweiter Ordnung darstellt.

Beispiel von Headlines als Blockelemente in HTML:
<h1>1 Überschrift</h1>
<h2>1.1 Überschrift</h2>
<h3>1.1.1 Überschrift</h3>
<h4>1.1.1.1 Überschrift</h4>
<h5>1.1.1.1.1 Überschrift</h5>
<h6>1.1.1.1.1.1 Überschrift</h6>

Etymologie und Herkunft

Etymologisch stammt das Präfix von eng. »sub« für »unter« von lat. »sub« für »unter, darunter« für deu. »unter, sich unterhalb befindend, niedriger als, darunter« und dem eng. Substantiv »line« für deu. »Linie, Zeile« zu eng. »Subline« für deu. »Unterzeile«.

Der dspr. Begriff »Unterzeile« ist deutlich älter als die espr. Bezeichnung Subline und stammt aus dem Akzidenzsatz der Zeitungsverlage.3) Der Terminus wurde spätestens mit der Entwicklung der Massenpresse im 19. Jahrhundert von der Englischen Typografie aus dem gewebespezifischen Sprachschatz der deutschen Zeitungstypografie als Lehnübersetzung übernommen. Der Begriff breitete sich dann mit der englischen Sprache als Weltsprache aus, explizit in die englischsprachige Welt, so auch in die Vereinigte Staaten von Amerika (USA).

Ab den 1920er Jahren wurde der Begriff Subline in den USA – insbesondere von der neuen Berufsgruppe der »Type Directors«, die in den neu gegründeten »Advertising Service Agencies« (Full Service Werbeagenturen) die Akzidenzsetzer verdrängten und später zu »Art Directors« wurden – aus dem Fachvokabular der Zeitungstypografie adaptiert.

Im deutschsprachigen Raum taucht der Anglizismus für Unterzeile in Anzeigen und Prospekten dann vermutlich erstmals in den 1950er Jahren mit den ersten deutschen Dependancen US-amerikanischer Werbeagenturen, z.B. McCann Erickson und J. Walter Thompson, im Frankfurter Raum (Hessen) auf.

Mit dem deutschen Wirtschaftswunder ab den 1950er Jahren und der damit verbundenen Prosperität des Wirtschaftsclusters »Kultur- und Kreativwirtschaft«, wurde der Anglizismus ab den 1970er Jahren sukzessive – so wie andere Anglizismen auch, bspw. die Begriffe Headline, Layout oder Copy – in Westdeutschland (BRD), Österreich und der deutschsprachigen Schweiz in die gängige Werbesprache bzw. in den gewebsspezifischen Sprachschatz übernommen.

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
Quellen / Literatur / Anmerkungen / Tipps:
1 Anmerkung: Zwischentitel, Spitzmarken, Rubrikentitel oder Kolumnentitel sind keine Sublines.
2 Anmerkung: CSS Cascading Style Sheets ist ein weltweiter Standard des W3C (World Wide Web Consortium). Informationen verfügbar unter https://www.w3c.de/about/ (27.5.2022).
3 Anmerkung: Die erste regelmäßige Tageszeitung der Welt – die »Einkommenden Zeitungen« des Typografen, Buchdruckers und Buchhändlers Timotheus Ritzsch (1614–1678) – kam am 1. Juli 1650 in Leipzig (Sachsen) heraus.