Fonts | Tipps und Bezugsquellen

Computer Fonts (Abk. Fonts, dt. Computerschrift) werden heute nahezu ausschließlich per Download (Herunterladen) von Servern über ein digitales Netzwerk (z.B. Internet) für ein Betriebssystem (OS Operating Systems, z.B. Microsoft Windows® oder Apple macOS®), einen Client (z.B. Webbrowser) bzw. eine Applikation (z.B. Textverarbeitungsprogramm) zur Verfügung gestellt.

Systemschriften vom Hersteller eines Computers

Schriften die ein Betriebssystem (OS Operating Systems, z.B. Microsoft Windows® oder Apple macOS®) eines Mikrocomputers (PC, Smartphone, Tablet, Watch etc.) sowie dessen Anwendersoftware (z.B. Textverarbeitungsprogramme, Web Browser oder E-Mail Clients) im Rahmen der visuell basierenden Benutzerkommunikation (z.B. über LCD-Monitore, Multi-Touch Displays oder sonstige optische Interfaces) benötigt, werden als primäre und sekundäre Systemschriften bezeichnet. Sie werden über das jeweilige Betriebssystem (z.B. Microsoft Windows®) bzw. mit einer Anwendersoftware (z.B. mit Microsoft Word®) geladen und/oder aktualisiert. Der User muss im Normalfall selbst nichts hinzufügen, installieren oder aktualisieren. 1) 

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Schriften von Drittanbietern

Schriften von Drittanbietern (Fremdherstellern), beispielsweise für den professionellen Schriftsatz mit DTP Desktop Publishing Software (z.B. InDesign® von Adobe® oder QuarkXpress® von Quark®) sowie Webfonts, werden in der Regel über die Websites von Type Designern (z.B. PreussType), Font Foundries bzw. Type Foundries (z.B. Linotype®) oder über spezielle Onlineplattformen (z.B. Google Fonts®) oder über »Software as a Services« (z.B. Adobe Creative Cloud®) angeboten (siehe Auswahl unten).

Schriftwahl

Anbieter von Computerschriften führen heute in ihrem Sortiment oft tausende unterschiedliche Originale, Repliken, 2) Remakes, 3) Klone, 4) Formvarianten 5) und Mischformen 6) von Schriften unzähliger Schriftgestalter, z.B. von Giambattista Bodoni (1740–1813), bis hin zu kompletten Schriftbibliotheken – selbst von nicht mehr existenten Schriftgießereien, wie z.B. der Hermann Berthold GmbH (Taufkirchen bei München) oder des VEB Typoart (Dresden).

In der Regel werden digitale Schriften auf den einschlägigen Internetseiten nach unterschiedlichen Kategorien (z.B. mit oder ohne Serifen), Nutzungsarten (z.B. für Bücher), Neuheiten, Bestseller, Sonderangeboten oder Themen (z.B. für Weihnachten), manchmal alphabetisch, selten jedoch nach typografischen Schriftklassifikationsmodellen geordnet und als einzelner Schriftschnitt, in Schriftfamilien, in Font Bundles (Bündel unterschiedlicher Schriften) 7) oder als komplette Schriftbibliotheken offeriert. 8)

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Lizenzen und Kosten

Computer Fonts werden sowohl als kosten- und nutzungsfreie 9) wie auch als kosten- und lizenzpflichtige Schriften vertrieben. Kosten, Umfang und Lizenzbestimmungen differieren je nach Anbieter und/oder Land, welche sich von Gratis-, Sonder-, Kombi- oder Pauschalangeboten, Abrechnung nach Pageviews bis hin zu Abonnementmodellen erstrecken. 10)

Grundsätzlich sei darauf hingewiesen, das der Markt für Computer Fonts gegenwärtig ein Oligopol ist, das von wenigen global agierende Handelsunternehmen, z.B. Google® LLC (Mountain View, USA), Adobe® Systems Inc. (San José, USA) oder die Monotype® Inc. (Woburn, USA) 11) dominiert wird.

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Schriftformate

Schriften gibt es in unterschiedlichen technischen Formaten. Die Mehrheit der Fonts wird jedoch heute in Form von OpenType Fonts angeboten, die als »OpenType TrueType flavoured« (z.B. für den Bildschirm), als »Web Font« (z.B. für Websites) oder als »OpenType PostScript® flavoured« (z.B. für gewerbliche Hauptdruckverfahren) angeboten werden. 12) 13)

In der Regel werden von Drittanbietern OpenType Fonts angeboten. Die OpenType-Fonttechnologie ist ein offener Standard von Adobe® und Microsoft®. OpenType Fonts sind in der Regel plattformunabhängig und mit fast jeder handelsüblichen Desktop Computer Software kompatibel. OpenType Fonts gibt in zwei unterschiedlichen Varianten: Als Screen Fonts (*ttf) und als Druckschriften (*otf).
In der Regel werden von Drittanbietern OpenType Fonts angeboten. Die OpenType-Fonttechnologie ist ein offener Standard von Adobe® und Microsoft®. OpenType Fonts sind in der Regel plattformunabhängig und mit fast jeder handelsüblichen Desktop Computer Software kompatibel. OpenType Fonts gibt in zwei unterschiedlichen Varianten: Als Screen Fonts (*ttf) und als Druckschriften (*otf).

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Installation von Schriften

Computer Fonts von Drittanbietern müssen vom User selbst über ein Netzwerk (z.B. Internet) oder mittels eines Datenträgers (z.B. USB-Stick) auf einen Personal Computer, ein Smartphone oder ein Tablet etc. geladen, hinzugefügt bzw. installiert werden.

Das Installieren von Fonts auf Desktop Computern erfolgt schnell und unkompliziert. Anleitungen, Tutorials und FAQs (Frequently Asked Questions) zur Installation von Schriften finden sich auf den Websites der meisten Schriftenanbieter sowie in der Bedienungsanleitung und Hilfe-Funktion eines Computers.

Das Installieren von Fonts auf Tablets, Smartphones und  Peripheriegeräten (z.B. einem Laserdrucker) gestaltet sich hingegen meist etwas aufwendiger und ist teilweise nur mit einem Desktop Computer plus zusätzlicher Software, z.B. beim iPhone®bzw. iPad® mit dem Apple Configurator® von Apple® Inc., oder speziellen Apps, z.B. Font Installer® für Google Android®, möglich. Allerdings bietet Adobe® ab dem Jahreswechsel 2019/2020 für die Abonnenten der kostenpflichtigen Adobe Creative Cloud® (CC) eine neue Creative Cloud App für Apple iPhones® und Apple IPads® (ab IOS 13.1) an, über die alle Adobe Fonts® einfach installiert und verwaltet werden können. 14)

Gefahren beim Download einer Schrift

Grundsätzlich sollte bei jedem Download einer Schrift – insbesondere bei kostenlosen Angeboten – auf die Seriosität des Anbieters geachtet werden. Denn das Laden von Schriftarten aus dem Internet stellt ein signifikantes Sicherheitsrisiko dar, weil dadurch Angriffe direkt auf das Betriebs­system eines Rechners möglich werden. Des Weiteren können sich nicht nur Malware und Viren in Schriftdateien verstecken, sondern auch Tracking Codes, die u.a. mit den Skript- bzw. Programmiersprachen Javascript, Adobe Flash® oder Java® ausgelesen werden können und die somit gegen den Datenschutz und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen. 

Insbesondere auf die Gefahren in Bezug auf den Datenschutz und das Trecking beim Fremdhosting von Webfonts, z.B. durch Google® Fonts, sei in diesem Zusammenhang hingewiesen.

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Bezugsquellen für OpenType Fonts

Neben der nachfolgenden Auswahl (A–Z) von 82 Links professioneller Anbieter gibt es im Internet natürlich auch unzählige weitere Bezugsquellen.

abstract fonts: www.abstractfonts.com
Adobe Type: www.adobe.com/products/type.html
astype: www.astype.de
bBox Type: www.bboxtype.com
Bitstream: www.monotype.com/de/libraries/bitstream (Monotype)
Blambot: www.blambot.com
Bold Monday: www.boldmonday.com
Carrois: www.carrois.com
Cape Arcona: www.cape-arcona.com
Castletype: www.castletype.com
Club Type: www.clubtype.co.uk
Creative Market: www.creativemarket.com
Dalton Maag: www.daltonmaag.com
Datafont.com: www.dafont.com
DTP Types Limited: www.dtptypes.com
Dutch Type Library: www.dutchtypelibrary.nl
Elsner & Flake: www.fonts4ever.com
Emigre: www.emigre.com
exljbris Font Foundry: www.exljbris.com
Floodfonts: www.floodfonts.com
Font Bureau: www.fontbureau.com
Fonts.com: www.fonts.com (Monotype)
Font Diner: www.fontdiner.com
fontBoy: www.fontboy.com
Fontfabric: www.fontfabric.com
FontFont: www.fontfont.com (Monotype)
Font Squirell: www.fontsquirrel.com
Fontspring: www.fontspring.com
Fontology: www.buymyfonts.com
Font River: http://de.fontriver.com
Fontschmiede: www.fontschmiede.de
Fontshop: www.fontshop.com (Monotype)
Fontsmith: www.fontsmith.com
Fontsmith: www.fontsmith.com
Garage Fonts: www.garagefonts.com
Google Fonts: www.google.com/fonts
Graphicriver: www.graphicriver.net (Envato Market)
Hoefler & Co.: www.typografy.com
House Industries: www.houseind.com
Hype for type: www.hypefortype.com
insigne: www.insignedesign.com
Letterhead fonts: www.letterheadfonts.com
LettError: www.letterror.com
Linotype Library: www.linotype.com (Monotype)
Lucas Fonts: www.lucasfonts.com
Misprinted Type 4: www.misprintedtype.com
Monotype: www.monotype.com/de
MyFont.de: www.myfont.de
MyFonts: www.myfonts.com (Monotype)
No Bodoni: www.nobodoni.com
Open Font Library: www.fontlibrary.org
Outside the line: www.outside-the-line.com
P22: www.p22.com
pampatype: www.pampatype.com
Paratype: www.paratype.com
Patricia Lillie: www.patricialillie.com
Phantompower: www.phantompower.de/fonts
PizzaDude: www.pizzadude.dk
Porchez Typofonderie: www.typofonderie.com
Positype: www.positype.com
PreussType: www.preusstype.com
Proscess Typefoundry: www.processtypefoundry.com
Psy-Ops: www.psyops.com
Schriftarten-Fonts: www.schriftarten-fonts.de
Shift: www.shiftype.com
SMeltery: www.smeltery.net
Stone Typefoundry: www.stonetypefoundry.com
Sudtipos: www.sudtipos.com
Syn Fonts: www.synfonts.com
T26 Digital Type Foundry: www.t26.com
The Chank Company: www.chank.com
Tiro Typeworks: www.tiro.com
Type By: www.typeby.com
TypeMates: www.typemates.com
Type Type: www.typetype.ru
Typeco: www.typeco.com
Typejockeys: www.typejockeys.com
Typotheque: www.typotheque.com
URW: www.urwpp.de
Van der Laan, Paul: www.type-invaders.com
Wiescher, Gert: www.wiescher.de

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Quellen / Literatur / Anmerkungen / Informationen / Tipps:   [ + ]

1.Anmerkung: Primäre Systemschriften können oder sollten nicht gelöscht oder geändert werden, da sie oder Teile von ihnen von der gesamten Softwarearchitektur benötigt werden.
2.Anmerkung: Eine Replik ist eine erneute Ausführung eines bereits vorhandenen Originals durch den Schriftgestalter selbst.
3.Anmerkung: Ein Remake ist eine spätere Nachbildung einer bereits existierenden, aber nicht mehr am Markt verfügbaren Schrift, die sich streng am Original orientiert.
4.Anmerkung: Ein Klon ist eine 1:1-Kopie einer Schrift.
5.Anmerkung: Eine Formvariante ist eine abweichende Interpretation einer bereits existierenden Schrift.
6.Anmerkung: Mischformen sind Hybride aus unterschiedlichen Schriftuntergruppen und/oder Schriftnebengruppen.
7.Tipp: Insbesondere Font Bundels sollten vor dem Kauf sehr kritisch begutachtet werden. Denn oftmals enthalten sie neben einigen wenigen Qualitätschriften nur minderwertige Klone bereits existierender Schriften, Ladenhüter, Schriften ohne Hinting und Kerning oder schlicht und einfach schriftgestalterisch fragwürdige Fonts, die so teuer als »Dreingaben« (Naturalrabatt) mitverkauft werden. Im Zweifelsfall immer nur den benötigten Schriftschnitt im Original erwerben!
8.Anmerkung: Unterschiedliche Font Foundries vertreiben sowohl die gleichen Schriften wie auch unterschiedliche Interpretationen des gleichen Schriftstils. Erschwerend kommt hinzu, dass unterschiedliche Fonts die gleichen oder ähnlich Bezeichnungen und Namen (z.B. »Bodoni«, »Bauer Bodoni«, »Bodoni BE«, »Bondon«, »Bodoni Old Face«, »Bodoni URW», »Giambattista Bodoni« etc.) tragen können. Deshalb ist bei der Schriftwahl unabdingbar, sich für den geeigneten Font (siehe auch Mikrotypografie oder Schriftwahl) zu entscheiden. Denn Schrift ist nicht gleich Schrift!
9.Anmerkung: Im Internet gibt es viele lizenzfreie Angebote, beispielsweise Google Fonts (https://fonts.google.com) mit derzeit rund 650 Web Fonts oder Font Squirrel (https://www.fontsquirrel.com). Diese Fonts sind gestalterisch nicht unbedingt schlechter oder besser als lizenzgebundene Schriften.
10.Anmerkung: Bei der Schriftwahl ist die auch die Evaluierung des Lizenzmodells wichtig. Denn welche Gefahren drohen – insbesondere bei Abomodellen oder Fremdhosting – u.a. bei Insolvenz oder Einstellung des Webfontdienstes? (Prominentes Beispiel: WebINK stellte ab Juni 2015 seinen Font Server ab und verursachte dadurch erhebliche Kosten bei Agenturen und Firmen. Quelle: Dr. Web vom 17.2.2015, Pressemitteilung »Webfonts adé: Typekit-Konkurrent WebINK gibt auf«. Oder wie schnell sind die Server eines Hosters? Wie gut ist die Anbindung an das Web? Und was ist mit dem Datenschutz? Werden die Schriften getrackt oder von Firewalls geblockt?
11.Anmerkung: Beispielsweise ist heute Monotype Inc. weltweit nahezu Monopolist für professionelle Werksatzschriften. Zu ihr gehören zurzeit u.a. Ascender, Bitstream, FontFont, ITC, Linotype Library oder die Internethandelsplattformen Fonts.com, Fontshop oder MyFonts.
12.Anmerkung: Fonts gibt es für unterschiedliche Anwendungen, beispielsweise für den Druck oder für Websites. Vor dem Kauf sollte also verifiziert werden, ob die gewählte Schrift den gestalterischen und produktionstechnischen Anforderungen entspricht. Besondere Aufmerksamkeit gilt den unterschiedlichen OpenType-Formaten!
13.Tipp: Druckschriften können nicht am Bildschirm bzw. anhand des TrueType-Formats beurteilt werden, denn die Darstellung einer Druckschrift auf einer digitalen Benutzeroberfläche entspricht nicht dem Druckbild. Auch ein PDF-File ist nur für eine grobe Vorauswahl brauchbar. Deshalb sollte vor dem Kauf einer Schrift grundsätzlich ein gedrucktes Schriftmuster (Schriftmusterbuch, Katalog, Prospekt etc.) bestellt werden.
14.Anmerkung: Primäre Systemschriften können mit der Creative Cloud App für Apple iPhones® und Apple IPads® nicht verändert werden.