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Das Fachlexikon zur Typografie



Auswahl

Mit einem PC generierte Schriftstilvarianten wie Kapitälchen, kursive oder fette Schriftschnitte gelten in der Typografie als Fauxpas. Sie basieren nicht auf optischen Prinzipien, sondern auf numerischen Algorithmen, was ihre Lesbarkeit und Letternarchitektur beeinträchtigt. Variable Fonts könnten dieses Problem verstärken. Oben: Der vom PC generierte kursive Schriftschnitt der Corporate A (Button »i«/»k«). Unten: Der originale kursive Schriftschnitt der Corporate A. Der Unterschied ist offensichtlich.
Kursiv

Kursiv ist ein paläografischer und typografischer Terminus für eine nach rechts geneigte Schriftstilvariante, eine nach rechts geneigte Schriftlage sowie ein Klassifikationsmerkmal einer Druckschrift oder eines Screen Fonts; italic.

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Eine Auswahl von Initialen, Ziermajuskeln bzw. Schmuckbuchstaben, wie sie im 19. bis Anfang des 20. Jahrhundert in ganz Europa bei Büchern, Zeitungen und Akzidenzdrucksachen gerne verwendet wurden. Infografik: www.typolexikon.de
Initiale

Eine Initiale ist ein ausgeschmückter, verzierter oder vergrößerter Buchstabe, meist in der Form einer Majuskel, der als Schmuckbuchstabe bzw. Ziermajuskel am Anfang eines Buches, eines Buchkapitels, einer Kolumne oder eines Absatzes steht; Initial.

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Das deutsche Alphabet umfasst 26 Majuskeln im Zweiliniensystem, von der Schriftlinie (Grundlinie) bis zur H-Linie. Die Majuskeln J und Q besitzen unterhalb der Grundlinie mehr oder weniger deutliche Ausschweifungen (Überhänge). Der Schriftgrad eines reinen Majuskelalphabets wird anhand der Majuskelhöhe (H-Linie) bestimmt. Beispiel gesetzt in einer Vorklassizistischen Antiqua.
Versalhöhe

Höhe eines Großbuchstabes von der Grundlinie zur H-Linie; gemessene Höhe eines Großbuchstabens; Majuskelhöhe; eng. Cap Height.

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Alineas sind Schmuckzeichen, Zierstücke, Vignetten oder Schlusslinien zur Text- oder Raumgliederung. Beispiel gesetzt aus der Linotype Decoration P1 von Linotype. Infografik: www.typolexikon.de
Schlussstück

Ein Schlussstück ist ein Alinea (Schmuckzeichen), das eine Textpassage oder ein Kapitel eines Buches grafisch abschließt.

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Beschnittzeichen und Anschnittmarken sind Markierungen in Form von feinen horizontalen und vertikalen Haarlinien, die den Beschnitt und den Anschnitt (Beschnittzugabe) einer Drucksache auf einem Druckbogen kennzeichnen. Sie dienen dem Zuschnitt von Druckerzeugnissen mit dem Messer, der Schere oder durch Schneideanlagen. Infografik: www.typolexikon.de
Beschnittzeichen

Beschnittzeichen sind feine horizontale und vertikale Markierungslinien, die den Endbeschnitt eines Druckprodukts kennzeichnen, beispielsweise einer Visitenkarte, eines Plakats oder einer Buchseite auf einem Druckbogen. Sie dienen als Schneidhilfen für den exakten Zuschnitt mittels Messer, Schere oder Schneideanlagen.

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Die Typometrie und Formgebung digitaler Schriften erfolgt heute nicht mehr händisch, sondern fast ausschließlich mit Font-Editor-Software wie FontLab, Glyphs, RoboFont oder dem Open-Source-Programm FontForge von George Williams (*1959) aus Santa Barbara (Kalifornien, USA). Auch das Kerning oder die Hints können mit diesen Programmen automatisch generiert oder manuell – nach optischer Kontrolle und Evaluierung – eingebettet werden.
Schriftklon

In der Typografie bezeichnet der Begriff Schriftklon eine 1:1-Kopie einer Schrift. Kurzform: Klon. In der Regel wird – unabhängig von der Font-Technologie – eine digitale Kopie eines Computer Fonts als Schriftklon bezeichnet.

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Vergleich von vier Schriftremakes einer Garamond-Schrift, jeweils im normalen Schriftschnitt: 1. Zeile: Amsterdamer Garamond – Ein Schriftremake der Berthold AG aus dem Jahr 1992, basierend auf einem früheren Remake von Morris Fuller Benton (1872–1948) für die American Type Founders (ATF) aus dem Jahr 1917. 2. Zeile: Adobe Garamond – Ein Schriftremake von Robert Slimbach (*1956) aus dem Jahr 1989 für Adobe, das auf verschiedenen historischen Garamond-Interpretationen basiert, die auf Abbildungen aus dem 16. Jahrhundert beruhen. 3. Zeile: Simoncini Garamond – Ein Schriftremake von Francesco Simoncini (1912–1975) und Wilhelm Bilz (Lebensdaten unbekannt) aus dem Jahr 1961 für die Schriftgießerei Ludwig & Mayer, möglicherweise inspiriert von einer französischen Renaissance-Antiqua von Jean Jannon (1580–1658). 4. Zeile: Sabon – Ein Schriftremake historischer Garamond-Schriften, gestaltet von Jan Tschichold (1902–1974) für die Schriftgießerei D. Stempel AG.
Schriftremake

Ein Schriftremake ist die Nachbildung einer bereits existierenden, aber nicht mehr am Markt verfügbaren Druck- oder Bildschirmschrift, die sich mehr oder weniger streng am Original orientiert, jedoch nicht vom ursprünglichen Schriftgestalter:in stammt. Kurzform: Remake. Auch als Nachschnitt oder Neuinterpretation bezeichnet.

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Die Typometrie und Formgebung digitaler Schriften erfolgt heute nicht mehr händisch, sondern fast ausschließlich mit Font-Editor-Software wie FontLab, Glyphs, RoboFont oder dem Open-Source-Programm FontForge von George Williams (*1959) aus Santa Barbara (Kalifornien, USA). Auch das Kerning oder die Hints können mit diesen Programmen automatisch generiert oder manuell – nach optischer Kontrolle und Evaluierung – eingebettet werden.
Schriftreplik

In der Typografie beschreibt eine Schriftreplik die erneute Gestaltung einer bereits existierenden Druck- oder Bildschirmschrift (Screen Font) durch den ursprünglichen Schriftgestalter:in (Type Designer). Kurzform: Replik.

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Beispiel einer handelsüblichen Bambusfeder aus dem Fachhandel. Rohrfedern gibt es in unterschiedlichen Materialien, Längen, Durchmessern und Schnitten. Anleitungen zum Schneiden finden sich in kalligraphischen Fachbüchern und Online-Ressourcen. Foto: Wolfgang Beinert, Berlin.
Rohrfeder

Pflanzliches Schreibwerkzeug, das u.a. aus den Stängeln von Papyrus, Schilfrohr, Bambus oder Kalmus hergestellt wird. Auch als Kalamos, Calamus oder Qalam bezeichnet.

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Kalligraphie um 1538, mutmaßlich vom Nürnberger Kalligraphen und Mathematiker Johann Neudörf(f)er (1497–1563). Schriftprobenvergleich mit Neudörffers »Ein gute Ordnung, vnd kurtze vnterricht, der fürnemsten grunde aus denen die Jungen, Zierlichs schreybens begirlich, mit besonderer kunst vnd behendigkeyt vnterricht vnd geübt möge[n] werden«. Quelle: Bayerische Staatsbibliothek, München.
Kalligraphie

Kalligraphie ist die Kunst des Schönschreibens. Sie prägte unsere rund 7.500jährige Schriftgeschichte. Die Mehrheit aller westeuropäischen Druckschriften bzw. Screen-Schriften basiert auf einer kalligraphischen Formgebung; Kalligrafie.

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CAPTCHA ist ein Test, der im Jahre 2000 an der Carnegie Mellon University (CMU), USA, als Methode zur Unterscheidung zwischen menschlichen Nutzern und automatisierten Computerprogrammen entwickelt wurde. 2007 wurde der Test an der CMU als reCAPTCHA weiterentwickelt. 2009 erwarb Google® LLC, USA, die Rechte an reCAPTCHA. Bildzitat: Screenshots aus dem Internet.
CAPTCHA

CAPTCHA bzw. reCAPTCHA (Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart) ist ein Sicherheitsmechanismus für Websites, der dazu dient, automatisierte Bots von menschlichen Nutzern zu unterscheiden.

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Die primären Klassifikationsmerkmale einer Französischen Renaissance-Antiqua sind die schrägen Dachansätze der Minuskeln, die grundsätzlich über die H-Linie zur k-Linie gehen, runde Serifenübergänge, leicht gekehlte Serifenunterkanten, eine waagrechte Achse der Minuskel »e« und eine optische Achse, die bei den Rundformen leicht nach links geneigt ist. Beispiel gesetzt aus der »Simoncini Garamond« (1961) von Francesco Simoncini (1912–1975) nach einem Schriftschnitt von Jean Jannon (1580–1658).
Französische Renaissance-Antiqua

Nebenschriftgruppe der Renaissance-Antiqua, die zu den Antiqua-Schriften zählt. Serifenschrift, die sich aus den Litterae Venetae bzw. humanistischen Buchschriften der Renaissance entwickelt hat; Geralde; Garamondschriften; Französische Mediaeval (Mediäval).

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